Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bad Endorfer Landwirt Josef Linner engagiert sich für bessere Wasserqualität im Pelhamer See

Der Pelhamer See liegt zwischen Bad Endorf und Eggstätt und ist für viele Bürger ein beliebter Badesee.
+
Der Pelhamer See liegt zwischen Bad Endorf und Eggstätt und ist für viele Bürger ein beliebter Badesee.

„Mei is des schee“: Diesen Ausruf hören Josef Linner und seine Familie häufig, wenn sie Besuch bekommen. Ihr Bauernhof liegt oberhalb des Pelhamer Sees bei Bad Endorf. „Der See hat mein Leben schon immer geprägt. Deshalb will ich etwas zurückgeben“, sagt Linner.

Bad Endorf – Der 33-jährige Landwirt hat sich mit Berufskollegen zusammengetan und arbeitet mit an neuen Konzepten, um den See sauber zu halten und die eigenen Felder vor Erosion zu bewahren. Sie sind Teil von „boden:ständig“, einer Initiative des Landwirtschaftsministeriums mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung in Bayern.

Betroffene werden zu Beteiligten

Betroffene zu Beteiligten machen – das ist der Weg, den die Initiative einschlägt, um Verbesserungen für die Umwelt zu erreichen. Am Pelhamer See ist das gelungen: Immer mehr Landwirte engagieren und trauen sich auch an größere Versuche heran. So auch Josef Linner. „Wichtig ist die Gemeinschaft, dass wir zusammen etwas ausprobieren und uns gegenseitig helfen“, sagt er.

Landwirte denken um bei der Bodenbearbeitung

Es braucht Mut, die Bodenbearbeitung neu zu denken. Und Zeit. „Die muss man uns Landwirten geben, damit wir unseren Weg finden. Das Ziel muss sein, so wenig Pflanzenschutz wie möglich zu verwenden. Wo es geht, wird auf den Pflug verzichtet. Der Humus muss auf dem Acker bleiben, der See soll sauber sein.“

Linner ist seit 2017 Demobetrieb zum Anbau von Untersaaten. Heuer hat er sich auf das Hägler-Verfahren konzentriert. Mit ausgeklügelten Arbeitsschritten und flacher Bearbeitung werden Bodenstruktur und Humusaufbau verbessert.

Lesen Sie auch:Bad Endorfer Grüne schlagen Bürger als Wasserwächter vor – Wasserwirtschaftsamt skeptisch

Regenwürmer sorgen dafür, dass Wasser und Nährstoffe aufgenommen werden

Zum gesunden Boden gehört aktives Bodenleben. Je mehr Regenwürmer für den Landwirt arbeiten, umso mehr winzige Drainage-Sickerlöcher entstehen. Die sorgen dafür, dass Wasser und Nährstoffe aufgenommen werden können und auf dem Feld bleiben, statt in den See zu gelangen.

Der Spaten ist daher für Linner eines der wichtigsten Werkzeuge geworden. Regelmäßig kontrolliert er mit ihm, was sich in seiner Erde tut: „Die intensive Beschäftigung mit dem Bodenleben hat mir quasi eine neue Welt eröffnet. Wir können da unten sehr viel erkennen und verändern.“

Unterstützung bekommen die Landwirte unter anderem von Maschinenringe Rosenheim und Traunstein, den Wasserberatern der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim, Töging, und Traunstein sowie vom Fachzentrum Agrarökologie in Pfaffenhofenan der Ilm.

Beratung und Hilfe kommt vom Amt

Entscheidend für den Erfolg sind das Amt für Ländliche Entwicklung und die Teilnehmergemeinschaft „Pelhamer See“, in der auch Josef Linner Vorstandsmitglied ist, die die Landwirte beraten und bauliche Maßnahmen ermöglichen. Der erste Schritt hierzu war die Überplanung des Einzugsgebiets. Die Umsetzungsbetreuung hat Fachwirt für Naturschutz und Landschaftspflege Franz Knogler vom Bayerischen Bauernverband Landsiedlung (BBV LS) übernommen, der einem Planungsbüro aus Niederbayern auch die weiteren Maßnahmen am Pelhamer See koordiniert.

Flächen müssen mit Grundstückseigentümern getauscht werden

Enge Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern ist laut Knogler wichtig: Immer wieder sei es notwendig, Flächen zu tauschen und zu erwerben. Weil dies alles freiwillig geschieht, brauche es viele Gespräche und ein gehöriges Maß an Einfühlungsvermögen – auf beiden Seiten des Verhandlungstisches.

Das könnte Sie auch interessieren:Simssee-Verschmutzung Thema im Riederinger Gemeinderat – Landwirte wehren sich gegen Vorwürfe

Erste bauliche Maßnahme soll 2021 umgesetzt werden

In der Planung wurden die Hotspots festgestellt, also die Punkte, an denen besonders schnell gehandelt werden sollte. Die erste bauliche Maßnahme soll 2021 umgesetzt werden. Dabei soll der Doblbach, bevor er in den Brandbach einmündet, auf knapp 500 Metern Länge verlegt werden. Einträge von Bodenmaterial und Gülle aus angrenzenden Äckern und Wiesen sollen damit weitgehend verhindert werden. Eine Gewässerverrohrung soll beseitigt werden und einer Ablaufmulde weichen. Die mit Gräsern und Hochstauden bewachsene Mulde soll durch ihre raue Oberfläche als Filter für absetzbare Stoffe wirken.

Was ist „boden:ständig“?

„Boden:ständig“ ist eine Initiative des Landwirtschaftsministeriums mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung in Bayern. Externe Fachleute, regionale Berater und die Landwirte erarbeiten gemeinsam Projekte, um Erosionen zu vermeiden, die Bodenqualität zu verbessern und ungewollte Einträge in das Gewässer zu verhindern. Wasser soll in der Fläche gehalten werden.

Landwirt Josef Linner engagiert sich mit der Initiative „boden:ständig“ des Amtes für Ländliche Entwicklung für bessere Wasserqualität im Pelhamer See.

Kommentare