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Aschauer Tourismus-Chef zieht Bilanz: Trend geht zu Individualreisen

Rund ein Drittel weniger Gäste als im Vorjahr kamen von Januar bis September wegen der Corona-Pandemie nach Aschau. 23 Prozent weniger übernachteten in der Chiemgau-Gemeinde. Dafür blieben die Urlauber im Schnitt länger als im Vorjahr. Klinger
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Rund ein Drittel weniger Gäste als im Vorjahr kamen von Januar bis September wegen der Corona-Pandemie nach Aschau. 23 Prozent weniger übernachteten in der Chiemgau-Gemeinde. Dafür blieben die Urlauber im Schnitt länger als im Vorjahr. Klinger

Aschau –Corona stellt das Leben vieler Menschen auf den Kopf. Die Einschränkungen treffen vor allem die Tourismusbranche hart. Herbert Reiter, Chef der Aschauer Tourist-Info, berichtet im Interview, wie der Corona-Sommer in Aschau verlaufen ist und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Von Tina Blum

Herr Reiter, wie ist der Corona-Sommer im Vergleich zum Vorjahr gelaufen?

Herbert Reiter: Wer hätte gedacht, dass das Reisen einmal keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Der komplette Stillstand von Mitte März bis Ende Mai war eine Niederlage für uns als Tourismusort auf allen Ebenen. Nach der Aufhebung der Reisebeschränkungen verspürten wir aber einen großen Zuspruch. Nicht nur unsere Stammgäste sind nach dem Neustart wieder ins Priental gereist, sondern viele Familien, die raus aus den Städten und rein in die Natur wollten.

Wie fallen die Zahlen für Aschau aus?

Reiter: In der Gesamtgemeinde Aschau mit dem Bergsteigerdorf Sachrang konnten wir von Januar bis einschließlich September Gastgeber für knapp 40 000 Urlaubsgäste mit 172 500 Übernachtungen verzeichnen. Das bedeutet bei den Gästeankünften einen Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Übernachtungen fehlen uns 23 Prozent. Da liegen wir etwas besser als die durchschnittliche Entwicklung in der Region.

Wie setzt sich der Rückgang zusammen, war doch der Ort und die Region voll?

Reiter: Ferienheime und Kurkliniken konnten durch unzählige Vorschriften zum Teil keine Gäste oder nur mit einer lockeren Belegung starten. Betroffen waren und sind auch die Berghütten im Priental, die ihre Lagerschlafplätze nur an einzelne Gäste vermieten durften. Auch bei Privatunterkünften oder kleineren gewerblichen Vermietern kam es zum Rückgang, weil die Abstandsregelung bei einer vollen Belegung nicht eingehalten werden konnte. Es stimmt, der Ort war voll. Hier dürfen wir die Tagesgäste nicht vergessen, die sich geradezu danach sehnten, wieder raus in die Natur zu kommen.

Wann gab es die meisten Stornierungen und gibt es angesichts der steigenden Infektionszahlen eine neue Stornierungswelle?

Reiter: Die größte Stornierungswelle gab es im Frühjahr. Die Gäste waren sehr verunsichert und verängstigt. Niemand konnte diese neue Situation richtig einschätzen. Wir als Tourist-Info waren in dieser Zeit besonders gefordert. Die aktuelle Lage ist nicht mit der im Frühjahr vergleichbar. Die Stornierungen halten sich momentan noch in Grenzen und es wird eher kurzfristig gebucht.

Wann hat die erneute Verunsicherung wieder begonnen?

Reiter:Als zum Herbstferienbeginn verschiedener Bundesländer in Norddeutschland die Hiobsbotschaften mit Reiseeinschränkungen hereinpurzelten, kam verständlicherweise wieder eine Verunsicherung bei den Gästen und Vermietern auf. Das Entscheidende dabei ist der Zusammenhalt in der Branche, sei es unter den Vermietern oder im Austausch zwischen Gastgebern, Gästen, der Tourist-Info und unserem Verband.

Hat sich das Verhalten der Gäste geändert?

Reiter:Selbstverständlich, situationsbedingt schon. Wir haben umgehend reagiert, und beispielsweise mit einem neuen Kinderschnitzeljagdführer oder Kinderortsplan Alternativen geboten.

Lässt sich eine Prognose für 2021 geben und wie planen Sie für Aschau?

Reiter: Der touristische Kompass zeigt künftig auf inländische Feriendestinationen. Ich bin ich überzeugt, dass wir so hoffentlich aus dieser Krise kommen. Der Trend zum Inlandtourismus wird sicher in den nächsten Jahren anhalten. Wenigstens ein kleines Trostpflaster für die entstandenen Einbußen, als die touristischen Uhren stillstanden.

Wie bereiten Sie sich auf die Saison 2021 vor und was wird geplant?

Reiter: Unser Plan ist, weiter innovativ zu bleiben und an neuen Angeboten zu arbeiten. Ich sehe es als wichtig, Bewährtes und Erprobtes neu zu entdecken. Wer dieses Umdenken nicht nur als temporäre Erscheinung sieht, wird auch für 2021 gut gewappnet sein. Die motivierten Kollegen der Tourist Infos Aschau und Sachrang packen voll mit an, sei es an der Vorplanung für 30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein, das Projekt „Connect2Move“, bei dem spezielle Wege für Herzpatienten ausgearbeitet werden. Mit Elan, der Servicebereitschaft, Zusammenhalt im Ort und der Innovationskraft im Tourismus blicken wir positiv in die Zukunft.

Herbert Reiter.

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