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Projekt „Hair help the oceans“ macht‘s möglich

Wie abgeschnittene Haare aus Aschau im Chiemgau die Weltmeere reinigen

Heike Brembs Friseursalon „Heike Brembs Haircare“ in Aschau im Chiemgau
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Heike Brembs ist mit ihrem Friseursalon „Heike Brembs Haircare“ in Aschau im Chiemgau dem nachhaltigen Projekt „Hair help the oceans“ beigetreten.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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„Wo will ich hin mit meiner Haarschneide-Philosophie und was kann ich verändern?“ Diese zentrale Frage stellte sich Heike Brembs - und wagte einen Schritt der Veränderung. Als eine der ersten im Landkreis hat sie sich mit ihrem Salon dem nachhaltigen Projekt „Hair help the oceans“ angeschlossen. rosenheim24.de wollte wissen, was dahinter steckt.

Aschau im Chiemgau - Brembs Salon im Herzen der Gemeinde ist bereits klimazertifiziert. Nun zieren die Spiegel im Salon seit Neustem ein kleines rundes Logo, das einen blauen Wal abbildet und auf dem „Partnersalon“ steht.

Haare saugen Fette auf - als Ölfilter

„Ich habe mich dazu entschlossen, meinen Salon komplett nachhaltig führen zu wollen“, beginnt Brembs im Gespräch mit rosenheim24.de ihre Ausführungen. Seit Februar ist sie bei dem Projekt „Hair help the oceans“ dabei. Der Leitsatz: Mit abgeschnittenen Haaren können Friseure und deren Kunden helfen, das Wasser auf der Erde zu reinigen.

Seit Februar 2022 ist der Salon „Heike Brembs Haircare“ ein Teil des nachhaltigen Projekts „Hair help the oceans“.

Was zunächst perplex klingt, ist jedoch ein einfaches Prinzip, weiß Brembs: „Haare können nämlich Fette aufsaugen. Das Haar behält diese Eigenschaft nach dem Abschneiden. Egal ob Naturhaar oder gefärbt, von Kindern, Männern und Frauen allen Alters - jedes Haar ist wertvoll und kann eingesetzt werden.“

Brembs sammelt die Überreste nach dem Schneiden in einem Haar-Staubsauger. Am Monatesende wird das Päckchen in einer Papiertüte an eine Sammelstelle geschickt und zu speziellen „Haarfiltern“ verarbeitet.

Als solche eignen sie sich als natürliches Reinigungsmittel gegen Verschmutzungen wie Öl, Treibstoffreste und Sonnenmilch in Meeren, Flüssen und Seen oder in Gewässern vor Industriegebieten sowie an Küsten.

Ihren Ursprung hat die Idee in Frankreich: Der Verein „Coiffeure Justes“ (faire Friseure) aus Südfrankreich füllt Haare in alte Nylonstrümpfe, bindet sie zu Rollen und verwendetet diese als Filter in verschmutzten Gewässern.

Bis zu acht Kilogramm Öl kann ein Kilogramm Haar aus dem Wasser ziehen. Für die Mitglieder von „Hair help the oceans“ hat diese Methode Vorbildcharakter.

Heike Brembs hat sich mit ihrem Friseursalon der Nachhaltigkeit verschrieben

Auf das Projekt aufmerksam geworden ist Brembs durch eine Facebook-Gruppe, in der sich Friseure aus ganz Deutschland über das Thema Nachhaltigkeit austauschen.

„Es ist beeindruckend, wie vielseitig die jährliche Menge an Haaren, die bei uns Friseuren sonst als Abfallprodukt im Müll landet, noch eingesetzt werden kann - mithilfe dieser einfachen und günstigen Methode. Nicht nur die Weltmeere - auch in der Region ist diese Methode der Reinigung möglich.“ Brembs zahlt einen Beitrag für die Logistik, Gewinnüberschuss fließt wiederum in andere Klimaprojekte.

Sie ist stolz, ein Teil von „Hair help the oceans“ sein zu dürfen: „Mich beschäftigt schon seit einiger Zeit, wie ich meinen Salon klimafreundlicher gestalten kann. Papierstreifen statt Alufolie für Strähnchen oder Organic Color Farben sind zwar teurer im Einkaufspreis, doch ich möchte herausfinden, welche Methoden funktionieren und was finanziell machbar ist.“

Heike Brembs vor ihrem klimazertifizierten Salon in Aschau im Chiemgau.

„Ich sehe das Haareschneiden mit anderen Augen“

„Für mich ist mein Job nicht einfach nur Haare schneiden“, betont Brembs. „Ich nehme mir ausreichend Zeit für meine Kunden, gehe achtsam mit ihnen und auch meinen Mitarbeitern um. Ich sehe das Haareschneiden mit anderen Augen. Der Kunde soll abtauchen können in meinen Salon - ganz ohne Hektik und Stress.“

Brembs Einstellung spiegelt sich auch in ihren Kunden wieder, von denen viele seit Jahren zur Stammkundschaft zählen. Von ihrer neusten Projekt-Beteiligung zeigen sie sich begeistert: „Ich erzähle ihnen, was mit den abgeschnittenen Haaren von nun an passiert und dass sie nicht einfach so im Müll landen. Viele zeigen sich interessiert und finden das Projekt toll.“

Die Aschauerin, die aus einer eingefleischten Friseur-Familie stammt, ist noch lange nicht am Ende angelangt. Ihre Mission: Nachhaltigkeit und darüber hinaus eine bessere Wertschätzung des Friseur-Handwerks. Ersteres fängt schon mit einem kleinen Schritt an.

mb

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