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Neu und digital

Altes Eisen wird endlich angepackt: Frasdorf plant die Zukunft

Die Gemeinde Frasdorf will ihren in die Jahre gekommenen Flächennutzungsplan erneuern und digitalisieren. So, wie es auch Nachbargemeinden längst getan haben.
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Die Gemeinde Frasdorf will ihren in die Jahre gekommenen Flächennutzungsplan erneuern und digitalisieren. So, wie es auch Nachbargemeinden längst getan haben.
  • VonHeinrich Rehberg
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37 Jahre. Da sind Autos längst Oldtimer, manch ein Mann in der Mitlife-Crisis und Alben Klassiker. „Private Dancer“ von Tina Turner und „Born in the USA“ von Bruce Springsteen entstanden 1985. Und der Flächennutzungsplan von Frasdorf. Der ist kein Klassiker. Der ist überholt. Noch.

Frasdorf – Mit zwölf gegen die drei Stimmen von Georg Bohrer (Freie Wähler Wildenwart FWW), Benno Voggenauer und Franz Voggenauer (beide CSU) beschloss der Frasdorfer Gemeinderat einen neuen Flächennutzungsplan für das Gemeindegebiet zu erstellen.

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Der bisherige Plan stammt aus dem Jahr 1985 und ist in die Jahre gekommen. 25 Änderungen waren in den vergangenen 37 Jahren notwendig, üblicherweise sollten Pläne dieser Art nicht älter als 15 bis 20 Jahre im Gebrauch sein.

Guter Zeitpunkt, die Weichen zu stellen

Da der derzeit gültige Plan nicht digitalisiert ist, ist die Arbeit mit dem alten Dokument mühsam. „Da derzeit auch der Landesentwicklungsplan und der Regionalplan neu gestaltet werden“, so Bürgermeister Daniel Mair (CSU), „ist es für die Gemeinde der richtige Zeitpunkt, den völlig veralteten Plan zu aktualisieren und damit die Weichen für Frasdorfs Zukunft zu stellen. Mehrere Nachbarsgemeinden, wie Aschau und Rohrdorf, haben ihre Pläne aktualisiert und damit die Planungen für die weitere Entwicklung der Gemeinden erstellt. Die Überlegungen zu „Frasdorf 2030“ haben bereits viele Voraussetzungen für diesen neuen Plan geschaffen und können für die Erstellung verwendet werden“.

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Der Flächennutzungsplan steht schon seit Jahren auf der Agenda der Frasdorfer Gemeindeverwaltung, alle bisherigen Versuche den veralteten Plan zu aktualisieren, scheiterten bisher am Widerstand des Gemeinderates. „Die Gemeinde ist in der Vergangenheit mit dem vorhandenen Plan gut ausgekommen, ein direkter Bedarf für einen neuen ist nicht zu sehen; dieser Plan engt die Gemeinde in ihrer weiteren Entwicklung nur unnötig ein, kostet viel Geld und bringt nichts“, war die vorherrschende Meinung über mehrere Jahrzehnte hinweg. Bürgermeister Mair setzte die Neufassung des Flächennutzungsplanes bereits vor einigen Wochen auf die Tagesordnung, damals forderte das Gremium vor einem endgültigen Entschluss weitere Informationen durch einen Fachmann.

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Max Wüstinger vom Architekturbüro Wüstinger & Rickert erläuterte den Gemeinderäten die Vor- und Nachteile eines neuen Flächennutzungsplanes. Die Vorteile eines aktuellen Flächennutzungsplans seien für die Gemeinde ungleich größer, als eventuelle Nachteile. Der neue Plan hemme die Gemeinde Frasdorf nicht in ihrer weiteren Entwicklung, sondern stelle Weichen. Wie für alle anderen Vorhaben brauche auch die Gemeinde einen Plan, um die Zukunft des Ortes sicherzustellen.

Akribische Aufnahme des Ist-Zustands

Durch die akribische, digitalisierte Aufnahme des Ist-Zustandes im gesamten Gemeindegebiet und einen direkten Vergleich mit den mittelfristigen Zielen der Gemeinde in den Bereichen Bevölkerungsentwicklung, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe und einen Abgleich der Anforderungen mit dem Ist-Zustand, ergeben sich dann die Anforderungen nach der Ausweisung der entsprechenden Gebiete. Wüstinger wies darauf hin, dass aus dem Flächennutzungsplan heraus kein Baurecht entstehe, sondern bei der Kartierung lediglich die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für die vorhandenen Flächen vorgesehen werden müssen.

Bürger werden noch informiert

Dabei seien neben den Angaben zu den Bereichen Wohnen, Dorfgebiet, Mischgebiet oder Gewerbeflächen auch Festlegungen über Sonderbauflächen, Grünflächen, Wald, Landwirtschaft, Biotope oder weitere Schutzgebiete notwendig. Frühzeitig werden vorliegende Planungen oder Leitbilder in die Neufassung eingearbeitet, dazu alle bisher erfolgten aktuellen Kartierungen oder Gutachten, sei es zum Natur-, zum Gewässerschutz oder zur Erfassung bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Bürger werden frühzeitig mit einbezogen, sei es über die Vorstellungen zu ihrem unmittelbaren Lebensraum oder zu Vorschlägen über die weitere Entwicklung der 74 Ortsteile.

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