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Viele Anliegen auf Bürgerversammlung Hittenkirchen

Ringen um Bahnübergang Wiedendorf in Bernau

Seit zwei Jahren ist der Weg gesperrt, nach wie vor ist nicht klar, ob die Bahn diesen Übergang in Wiedendorf aufrecht erhalten wird.
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Seit zwei Jahren ist der Weg gesperrt, nach wie vor ist nicht klar, ob die Bahn diesen Übergang in Wiedendorf aufrecht erhalten wird.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Hittenkirchener Landwirte treiben zweierlei Sorgen um: Einmal fürchten sie um den Fortbestand des Bahnübergangs in Wiedendorf, der nun schon zwei Jahre von der Bahn gesperrt ist. Und auch die vom Gemeinderat vor kurzem abgelehnte Photovoltaik-Großanlage im Bernauer Moos treibt sie um.

Bernau – Die Gemeinde setzt sich für die Landwirte um den Erhalt des Bahnübergangs Wiedendorf ein. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) berichtete am Mittwochabend auf der Bürgerversammlung im Hittenkirchener Trachtenheim, dass nach einem Ortstermin mit betroffenen Bauern und der Bahn ein Brief ans zuständige Ministerium in Berlin erfolgt sei, außerdem habe sie sich an die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig gewandt mit der Bitte um Unterstützung.

Scheitern die Pläne am Geld?

Der Bahnübergang auf Höhe Wiedendorf/Hittenkirchen ist seit Herbst 2019 gesperrt. Dies war im Zuge der Umbau-Arbeiten am elektronischen Stellwerk in Prien erfolgt. Heuer im März erklärte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen, dass weitere Abstimmungsgespräche mit der Gemeinde Bernau notwendig seien. Kostenschätzungen lagen noch nicht offiziell auf dem Tisch, von einer Wirtschaftlichkeitsberechnung war die Rede und die Bürgermeisterin ahnte einen „kostspieligen Erhalt“.

Die Signale vonseiten der Bahn scheinen jetzt über ein halbes Jahr später immer noch nicht auf Grün zu stehen, war den Ausführungen Biebl-Daibers auf der Bürgerversammlung zwischen den Zeilen zu entnehmen. Ohne näher ins Detail zu gehen sagte sie: „Bei dem Ortstermin waren zwei Vertreter von der Bahn, die die Meinung von oben vertreten aber nichts zu entscheiden haben.“

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Sie machte klar: „Die Landwirte haben sehr deutlich kundgetan, dass sie den Bahnübergang brauchen.“ Es ist die direkte Linie zu den Feldern auf der anderen Seite der Gleise. „Wir hoffen, dass er offenbleiben kann“, fuhr Biebl-Daiber fort und erklärte, dass die Landwirte mit ihren großen Maschinen auf dem engen Radweg kaum Platz haben und dort sehr viele Radfahrer unterwegs sind.

Eine weiteres spezielles Hittenkirchener Thema, das die Bürgermeisterin ansprach, war der Bebauungsplan für das Dorf, der in Arbeit ist. „Wir haben alle Anwohner abgefragt, die das betrifft, ob sie Bauwünsche haben“, so Biebl-Daiber. Dies würde momentan eingearbeitet, wenn sie auch keine Versprechen machen könne, was letztlich planerisch möglich sei.

Eine große Maßnahme ist die derzeit laufende Erweiterung und Ertüchtigung des Hittenkirchener Feuerwehrhauses. „Mittlerweile sind wir beim Innenausbau. Momentan ist es schwierig, Handwerker zu bekommen und die Material- und Baukosten sind gestiegen.“ Die Bürgermeisterin sprach von einer Kostenmehrung von 16.000 Euro nur in diesem Bereich.

Bauern fürchten um Verlust von Flächen

Auf ein in nicht nur in Bernau viel diskutiertes Thema kam Christoph Kaufmann zu sprechen. Er wollte angesichts des jüngsten Gemeinderatsbeschlusses wissen, ob das Thema Photovoltaik-Großanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen endgültig vom Tisch sei oder ob es wieder von vorne losgehen könne: „Ist da jetzt Ruhe? Das wäre uns Bauern wichtig, die weitermachen und auf Flächen angewiesen sind.“

Biebl-Daiber erklärte, sie könne nicht versprechen, dass nicht wieder einmal ein entsprechender Antrag gestellt werde. Der Gemeinderat habe sich viele Gedanken gemacht: „Wir wollen proaktiv vorgehen und festlegen, wo wir uns Anlagen vorstellen können, zum Beispiel an der Autobahn, und wo sensible Gebiete sind, zum Beispiel für den Landschaftsschutz.“ Sie hoffe, dass dies ein deutliches Zeichen nach außen sei.

Georg Ablinger machte auf eine gefährliche Situation aufmerksam. Seit dem Umbau schlössen die Schranken beim Bahnübergang Weisham schon drei bis vier Minuten, bevor der Zug komme. Er habe schon öfter beobachtet, dass angesichts der langen Wartezeit Radfahrer dann einfach trotz geschlossener Schranke querten.

Radfahrer queren trotz geschlossener Schranke

Biebl-Daiber bestätigte das. Sie habe das Gefühl, die Schranke schließe schon, wenn der Zug vom Bahnhof Bernau losfahre. Sie fürchte, das liege an der neuen Technik, die entlang der Strecke aufeinander abgestimmt sei. Michael Pfaffinger wies darauf hin, dass ein Strommast beim Bahnübergang Weisham trotz lange erfolgtem Abschluss der Bauarbeiten immer noch mit einem Betonmasten gesichert sei. „Das g‘hört aufgeräumt irgendwann“, sagte er, denn er komme nur knapp mit seiner landwirtschaftlichen Maschine daran vorbei.

Michael Pfaffinger bat um eine Beleuchtung des Bernauer Kreisels. Wenn er morgens bei Dunkelheit in den Kreisel einfahre, blende die hell erleuchtete Tankstelle im Hintergrund und der Querverkehr von der Autobahn sei schwer zu erkennen. Ferdinand Thalhammer pflichtete dem bei und sprach von einem Gefahrenpotential. Biebl-Daiber erklärte, dass dieses Anliegen schon öfter bei der Gemeinde vorgetragen worden war. Das Staatliche Bauamt Rosenheim sei zuständig für den Kreisel und sehe keinen Bedarf, dabei befinde sich dort sogar ein Stromanschluss. Sie versprach, das Thema erneut anzusprechen.

Landkreis Rosenheim plant für die Gemeinden ab 1. März ein „Haltetaxi“

Vroni Wöhrer erkundigte sich, ob für das geplante Sammeltaxi des Landkreises ab kommenden Jahres auch Haltestellen in Weisham und Hittenkirchen geplant seien. Die Bürgermeisterin antwortete, dass 250 Haltestellen über das gesamte Ortsgebiet von Bernau verteilt seien, auch in den Nebenorten. Rollstuhlfahrer würden sogar daheim abgeholt. „Das Konzept hört sich gut an“, meinte sie. Das Konzept „IST mobil“ komme aus Österreich.

Hans Voggenauer wollte wissen, warum für die Schulen keine Luftreiniger gekauft worden seien. Dazu erklärte Biebl-Daiber, dass es dort in den meisten Klassenzimmern eine coronagemäße Lüftung getrennt nach Zu- und Abluft gebe. Für jene Räume ohne Lüftung, seien Luftreiniger angeschafft worden. Martin Jürgen sagte, er wohne mit seiner Frau seit 30 Jahren in Hittenkichen. Damals habe man auf dem Chiemseeweg noch gut laufen können, heute sei dies angesichts der vielen Radfahrer nahezu unmöglich. „Wird sich das mal ändern oder müssen wir uns damit abfinden?“, fragte er.

Chiemsee-Uferweg wird überregional nicht mehr beworben

Es wird wohl eher auf Letzteres hinauslaufen, wie der Antwort der Bürgermeisterin zu entnehmen war. „Wir Tourismusgemeinden am Chiemsee bewerben den Uferweg nicht mehr“, sagte sie. Freilich, wer bereits vor Ort sei, bekomme in der Tourist-Info Kartenmaterial. Sie machte auch das „Corona-Phänomen“ als Grund für die vielen Radfahrer aus. Viele Menschen hätten in Bayern Urlaub gemacht, was freilich schön sei, doch manchmal sei es am Chiemsee-Rundweg „einfach auch zu viel“. Alternativen seien beworben worden, etwa an der Eggstätter Seenplatte. Ersatzrouten wie der Schnellradweg vor Ort führten nicht am See entlang.

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