Ringen um Bauland: Innenverdichtung in Grassau erwünscht

Bauland ist auch in Grassau knapp. Deshalb soll innerorts für mehr Wohnraum gesorgt werden.
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Bauland ist auch in Grassau knapp. Deshalb soll innerorts für mehr Wohnraum gesorgt werden.

Der Marktgemeinderat spricht sich aber gegen eine zu dichte Bebauung aus. Deshalb wurde eine Bauvoranfrage abgelehnt, ein weiterer Bauantrag dagegen genehmigt.

Von Tamara Eder

Grassau – Auf einem etwas über 1000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bahnhofstraße 37 sollen neben einem bestehenden Gebäude zwei weitere Doppelhäuser entstehen. Die Bauanfrage lehnte der Rat einhellig ab, da das Gremium die Bauweise als zu verdichtet betrachtet hat. Die Antragstellerin, so Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), plane eine Sanierung des Altbestands, den Abbruch des dahinterliegenden Schuppens sowie den Neubau von zwei Doppelhäusern mit Carport. Eine Teilung des Grundstücks sei vorgesehen.

Zu wenig Stellplätze auf dem Plan

Was auffalle, so Kattari, sei die dichte Bebauung, wobei eine Wendemöglichkeit für Fahrzeuge nur begrenzt möglich ist. Er bezweifelt zudem, dass die nötigen Stellplätze nachgewiesen werden können. Er sei der Auffassung, die geplante Bebauung sei zu massiv. Er sehe die Möglichkeit. ein Doppelhaus, jedoch nicht zwei errichten zu können. Zudem werde die Gemeinde auf jeden Fall eine Hauptwohnsitzbindung fordern, um weitere Zweitwohnungen zu verhindern. Bei zwei Gebäuden sei über eine Abschöpfung eines Teils der Neubaurechte in Form der Festlegung des Mietpreises und Mitspracherecht über die künftigen Mieter nachzudenken, so der Rathauschef.

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Werner Haslinger (CSU) sah die geplante Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,49 als zu hoch an. Man schaffe hier Bezugsfälle, befürchtete er. Auch Kattari erklärte, dass die GFZ von 0,45 nicht überschritten werden sollte. Dr. August Trimpl (CSU) warf ein, dass die Einheimischen-Bindung über das Mietmodell, bereits angewandt im Gemeindegebiet, nur eine Notlösung sei und er sich gegen dieses Modell ausspreche. Laut Kattari solle diesbezüglich eine Grundsatzentscheidung folgen. Er betrachte dies nur „als halbe Lösung“ . Zu den Stellplätzen informierte Kattari die Ratsmitglieder, dass bei zwei Gebäuden mit jeweils vier Wohnungen und je nach Wohnungsgröße ein bis zwei Stellplätze erforderlich seien, folglich acht bis 16 Stellplätze realisiert werden müssten. Bei nur einem Neubau können die Gemeinde keine Abschöpfung für Einheimische vornehmen, erklärte der Bürgermeister. Hauptwohnsitze zu verlangen, sei dennoch möglich.

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Manfred Huber (AE) wie auch Sepp Grießenböck (FW) würden zwei neue Gebäude nicht ausschließen, sofern die GFZ von 0,45 nicht überschritten wird. Franz Heuberger (SPD) jedoch meinte, dass dieses Grundstück mit Bestand und einem weiteren Haus ausgelastet sei. Richard Schreiner (SPD) erinnerte an die Innenraumverdichtung und schloss sich dem Vorschlag von Manfred Huber an. Einstimmig votierte der Rat, die Bauvoranfrage aufgrund der zu massiven Bebauung abzulehnen und auf eine Planvariante zu warten.

Genehmigung für zwei Doppelhäuser

Mit einer Gegenstimme wurde hingegen der Bauantrag für zwei Doppelhäuser an der Bahnhofstraße 66, Eckbereich Mittelfeldweg, genehmigt. Das bestehende Gebäude soll abgerissen werden und stattdessen zwei Doppelhäuser entstehen. Jedes Doppelhaus soll 11,75 auf 10 Meter groß mit einer seitlichen Wandhöhe von 6,50 Metern, sowie beidseitigen Erkern realisiert werden. Mit einer Grundflächenzahl von 0,35 und einer Geschossflächenzahl von 0,45 werde das Höchstmaß der baulichen Nutzung nicht überschritten, erklärte Kattari.

Die Forderung zur Innenverdichtung wollte Dr. Ernst-Christoph Weidel (FW) erklärt wissen. Laut Kattari bedeute dies, dass innerhalb bestehender Siedlungsbereichen für Wohnflächen zu sorgen ist. Thomas Hofmann (AE) sah hier Probleme mit den Parkplätzen. Er könne nicht zustimmen. Dr. Winfried Drost (UGL) hingegen sagte, dass die Forderung nach Parkflächen nicht übertrieben werden solle. Zwei Parkplätze je Doppelhaus reichten.

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