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ENDLAGERSUCHE FÜR ATOMMÜLL

Rimstinger Bürgermeister Andreas Fenzl in Sorge: „Ein Endlager bei uns ist unvorstellbar“

Viel Wasser, Naturschutzgebiete und ein wichtiger Lebensraum für Tier und Mensch: Aus der Luft derjenige Teil des Chiemgaus, der wegen seines Tongestein-Vorkommens theoretisch als Endlagerstätte für Atommüll in Frage kommt. Die betroffenen Kommunen wie zum Beispiel Rimsting wehren sich dagegen.
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Viel Wasser, Naturschutzgebiete und ein wichtiger Lebensraum für Tier und Mensch: Aus der Luft derjenige Teil des Chiemgaus, der wegen seines Tongestein-Vorkommens theoretisch als Endlagerstätte für Atommüll in Frage kommt. Die betroffenen Kommunen wie zum Beispiel Rimsting wehren sich dagegen.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Die Suche nach einem Atommüll-Endlager schließt auch Standorte im Chiemgau nicht aus, was in Gemeinden wie Rimsting große Sorge auslöst. Im Gemeinderat ging es zuletzt um die Frage, was Bürger nun selbst tun können.

Rimsting – Ausgerechnet der idyllische Chiemgau mit dem östlichen Chiemseeufer kommt theoretisch als Standort für eine Atommüll-Endlagerstätte in Betracht.

Rimsting gehört neben Gstadt und Breitbrunn zu denjenigen Kommunen, die sich an einer bundesweiten, digitalen Fachkonferenz zum Thema beteiligten. Davon soll es künftig noch mehrere geben. Die Ergebnisse daraus soll die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bei ihrer Entscheidung für einen Standort berücksichtigen.

Sorge um Natur und Tourismus

In Rimsting verfolgt man das Geschehen mit Sorge: „Im Gemeinderat herrscht einstimmig die Meinung, dass ein atomares Endlager in dieser Region unvorstellbar ist“, betonte Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) gegenüber der Chiemgau-Zeitung nach der jüngsten Gemeinderatssitzung. In dieser wurde auch einhellig der gleichlautende Grundsatzbeschluss gefasst.

Im Vorfeld war den Räten die Abhandlung des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung als allgemeine Information zugesandt.

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Daraus zitierte Fenzl: „In der ersten Phase der Suche orientiert sich die BGE allein an geologischen Kriterien im tiefen Untergrund. Raumplanerische Aspekte wie Abstand zur Wohnbebauung oder die Nähe zu Naturschutzgebieten spielen erst in den weiteren Arbeitsschritten eine Rolle, nicht bei der Ermittlung der Teilgebiete.“

An dieser Stelle aber waren die Räte bereits einer Meinung, dass gerade diese Themen künftig besonders hervorzuheben seien, zumal der Fremdenverkehr ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor sei, die Natur einzigartig und in weiten Bereichen geschützt. Einig, so Fenzl, sei man sich mit den umliegenden Kommunen wie zum Beispiel Gstadt, Breitbrunn und Prien, zum Thema nicht einzeln Stellung zu beziehen, sondern dies federführend dem Landratsamt zu übertragen. Wichtig sei es dennoch, als Gremium frühzeitig Bedenken zu äußern und den Plänen des BGE entgegenzuwirken.

Bürger sollen initiativ werden

Raimund Feichtner (Unparteiische Wählergruppe Rimsting) unterstützt das Vorgehen des Bürgermeisters. Er appellierte: „Der Widerspruch muss von allen kommunalen Stellen, von den Verbänden und Initiativen gemeinsam kommen.“ Er war trotzdem dafür, dass der Gemeinderat ein gemeinsames Votum gegen die Endlagerstätte im Chiemgau abgibt.

Mary Fischer wies darauf hin, dass es bei diesem Thema, genau wie bei der Frage der Erdgasbohrungen unter dem Langbürgner See oder dem Brennernordzulauf, sehr wichtig sei, „dass die Bürger aktiv werden und entsprechende Initiativen möglichst bald gegründet werden.“ Sie weist auf die Fachkonferenz hin, deren Zwischenbericht jeder interessierte Bürger online kommentieren kann (siehe Infokasten). Fischer war überzeugt, dass aufgrund der Bundestagswahlen „die Belange der Bürger gehört werden“.

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Aus den Reihen des Gremiums wird angemerkt, dass es noch spannend werden wird, weil sich vermutlich sämtliche betroffenen Regionen gegen ein Endlager aussprechen werden.

Lager soll 2050 in Betrieb gehen

Der Chiemgau ist einer von 90 Gebieten in Deutschland, die laut einem Zwischenbericht der BGE günstige geologische Voraussetzungen für ein atomares Endlager bieten: Hier herrscht in weiten Teilen Tongestein vor. Jenes, informiert die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), wird in zahlreichen Ländern für die Endlagerung radioaktiver Abfälle in Betracht gezogen und untersucht, weil sie als natürliche Barriere gegen Strahlung wirken. Neben dem Chiemgau eignen sich demnach auch Gegenden wie Fridolfing, Wasserburg, Mühldorf und Burghausen als Endlagerstätten. Überall formiert sich Widerstand gegen die Pläne. Ministerpräsident Markus Söder versucht indes, die Gemüter zu beruhigen: „Die Entscheidung wird erst 2031 getroffen und das Lager soll im Jahr 2050 in Betrieb gehen.“

Jeder kann Bedenken äußern

Die Geschäftsstelle Fachkonferenz Teilgebiete bietet Workshops oder die Teilnahme an Themenarbeitsgruppen in Vorbereitung auf die 2. Fachkonferenz an. Infos dazu auf der Seite des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung.

Beratungstermine der Fachkonferenz:

Der erste Termin war bereits im Februar; zwei weitere waren im April und Juni geplant. Doch die zeitliche Abfolge wurde geändert: Demnach soll der zweite Beratungstermin vom 10. bis 12. Juni und der dritte und abschließende Termin am den 5. bis 8. August stattfinden.

E-Mail-Kontakt:

Die Geschäftsstelle Fachkonferenz Teilgebiete ist per E-Mail erreichbar unter geschaeftsstelle@fachkonferenz.info

Servicetelefon:

Dieses ist werktags von 9 bis 17 Uhr besetzt unter der Nummer 030/184321-7222.

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