Rimstinger ärgern sich über frei laufende Hunde und sprechen über Leinenpflicht

Ein Hund ohne Leine unterwegs mit seinem Frauchen: In Bayern besteht keine Anleinpflicht, jedoch sollten Hunde abrufbar sein und dürfen nicht wildern. In Rimsting sorgen Hunde, die etwa auf der Ratzinger Höhe frei in den Wald laufen und dort Wild aufschrecken, wiederholt für Ärger. dpa
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Ein Hund ohne Leine unterwegs mit seinem Frauchen: In Bayern besteht keine Anleinpflicht, jedoch sollten Hunde abrufbar sein und dürfen nicht wildern. In Rimsting sorgen Hunde, die etwa auf der Ratzinger Höhe frei in den Wald laufen und dort Wild aufschrecken, wiederholt für Ärger.

Vierbeiner, die ohne Leine frei in den Wald laufen, schrecken auf der Ratzinger Höhe Wild auf. In seiner letzten Sitzung befasste sich der Rimstinger Gemeinderat mit der Rechtslage. Die sieht keine Anleinpflicht vor. Was der Gemeinde bleibt, ist ein Appell, die Tiere anzuleinen.

Von Hans Thümmler

Rimsting –  Die letzte Sitzung in der bisherigen Zusammensetzung des Rimstinger Gemeinderats beschäftigte das Gremium mit einem wiederkehrenden Ärgernis für Bürger, Landwirte und Naturschützer: Erneut ging es um die Hundeproblematik, insbesondere um das Anleinen von Hunden auf Wegen und im Wald. Gemeinderat Thomas Schuster (CSU), selbst Landwirt, brachte dieses Thema in der Fragestunde auf Tablett. Die Sitzung fand wegen der Corona-Pandemie im Gemeindesaal des Feuerwehrhauses statt.

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Reh bis zur Erschöpfung gejagt

Schuster vertrat die Meinung, dass besonders wegen der Coronakrise und den Ausgehbeschränkungen der Erlebnisweg von Rimsting auf die Ratzinger Höhe derzeit sehr stark frequentiert sei. Viele Spaziergänger mit Hunden würden diese des Öfteren frei laufen lassen. Mitunter würden die Tiere dann die nahe gelegenen Waldgebiete durchstreifen und das Wild beunruhigen. Erst kürzlich habe er beobachtet, wie ein Hund ein Reh bis zur Erschöpfung gejagt habe. Diese Erfahrung machte auch Gemeinderat Dr. Fritz Hornschuch (ÜWG). Schuster bat Bürgermeister Josef Mayer, die Bürger im Gemeindeblatt in geeigneter Form auf das Anleinen von Hunden auf den Wegen und im Wald hinzuweisen.

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„Aufpasser“ schmiss schon das Handtuch

Mayer sagte dies zu und berichtete selbst von Schwierigkeiten: zum Beispiel, das satzungsgemäß bestehende Hundeverbot auf der Strandanlage und den Sportplätzen durchzusetzen. So habe auch der von der Gemeinde bestellte „Aufpasser“ wieder das Handtuch geschmissen. Er habe sich offenbar nicht durchsetzen können. Wie problematisch dieses im Gemeinderat wiederholt angesprochene Thema sei, erinnerte Geschäftsleiterin Regina Feichtner. So gebe es in Bayern für Hunde generell keine Anleinpflicht: „Das bedeutet, dass Hunde erst einmal grundsätzlich ohne Leine, auch im Wald, geführt werden dürfen.“ Allerdings müsse ein Hund abrufbar sein und dürfe nicht wildern. Die Pflicht zum Leinenzwang könnten die Gemeinden aber anordnen, genau festgelegt sei dies zum Beispiel bei großen Hunden über 50 Zentimeter Schulterhöhe und Kampfhunde.

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Andere Bundesländer, andere Regeln:

Während es in Bayern keine generelle Anleinpflicht gibt, ist diese in Thüringen und Brandenburg grundsätzlich vorgeschrieben. In Schleswig-Holstein zumindest im Wald. Während in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen Hunde im Wald frei laufen dürfen, müssen sie dort während der Brut-, Setz und Aufzuchtzeiten an die Leine. Sind Hunde nicht abrufbar, darf ein Jäger einen frei laufenden Hund sogar erschießen. Allerdings bitten in Bayern immer mehr Gemeinden ihre Bürger, Hunde in Wald und Flur anzuleinen. Das ist auch der Appell des Bayerischen Jagdverbands an Hundehalter – und die Tiere im Wald im Blick zu behalten.

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