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Sprung ins Vergnügen

Kein schmutziges Geschäft – Rimstinger Dirt-Park wird mit satter EU-Förderung fertiggestellt

Sie geben den neuen Fahrrad-Schanzen im Rimstinger Dirt-Bike-Park in Handarbeit den letzten Schliff (von links): Liam Böhm, Jannes De Buhr, Jori De Buhr, Rio Wolf, Leander Stadler, Dominik Mihaljievic.
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Sie geben den neuen Fahrrad-Schanzen im Rimstinger Dirt-Bike-Park in Handarbeit den letzten Schliff (von links): Liam Böhm, Jannes De Buhr, Jori De Buhr, Rio Wolf, Leander Stadler, Dominik Mihaljievic.
  • Sabine Deubler
    VonSabine Deubler
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In Rimsting bekommen junge Biker neue Sprungschanzen und die EU zahlt mit: Wie sich Gemeinden jetzt wieder „Leader“-Fördergelder holen können.

Rimsting – Er ist voller Erdhügeln und macht Jugendlichen Spaß: Der Dirt-Bike-Park in Rimsting wurde in den vergangenen Monaten umfangreich ausgebaut und erneuert. „Der Park wird in den nächsten Wochen fertig. Da ist viel Eigenleistung dabei“, sagt Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU).

Junge Dirt-Biker legen auch selbst Hand an

Die Eigenleistung erbringen junge Hobby-Radsportler. „Statt sechs Lines (Anm. d. Red.: Routen) haben wir jetzt bald rund ein Dutzend. Das ist toll für uns zum Biken. Sogar für Kinder gibt es jetzt eine Line“, freut sich Rio Wolf über die neuen Rad-Trickrouten. Der Rimstinger Schüler hat mit Freunden den ganzen Sommer über mit Schaufeln Sprungschanzen und Landeplätze nachgearbeitet, die ein Bagger zuvor grob gebaut hatte.

Wilde Sprünge – jetzt durch Mulch abgefedert

Noch dürfen die Lines nicht befahren werden. Auf den offiziellen Start und einen geplanten Chill-Platz freuen sich neben Rimstingern unter anderem auch Biker –bisher noch ohne weibliche „Unterstützung“ – aus Bernau und Prien. Stürze werden bei den wilden Sprüngen weiterhin dazugehören, wenn auch einige Landestellen jetzt mit 30 Zentimeter hohem Rindenmulch bedeckt worden sind.

Jugendliche hatten Ausbau angestoßen

Bei dem Erneuerungsprojekt haben mehrere Akteure auf außergewöhnliche Art zusammengespielt: Der Schüler Rio Wolf hatte im Vorjahr im Gemeinderat ein selbst entworfenes Ausbau-Konzept für den Dirt-Bike-Park vorgestellt.

Nachdem der Gemeinderat das Projekt befürwortet hatte, wurde noch die Europäische Union (EU) ins Boot geholt: Bürgermeister Andreas Fenzl fuhr gemeinsam mit dem Schüler zur Bewerbung um „Leader“-Fördermittel zum zuständigen Manager Christian Fechter. Von insgesamt 22.400 Euro Baukosten zahlt die EU nun die zugesagte Förderung von 9.300 Euro.

Das Geld kommt aus dem Fördertopf der Leader-Region „Chiemgauer Seenplatte“. Die EU-Leader-Gelder sollen den ländlichen Raum fördern. Wie im Falle des Bikeparks haben etliche Gemeinden in Rimstings Umgebung diesen finanziellen Anreiz erkannt.

In Breitbrunn zahlt Leader demnächst bei der Umgestaltung der evangelischen Kirche mit und unterstützt einen Verein, der mit Kindern Theater macht. Bernau profitiert als Teil der „Römerregion Chiemsee“ von Leader, Prien holte sich unter anderem Mittel für den Skaterplatz.

2,9 Millionen Euro flossen in Gemeinden

Manchmal gehe es um kleine Summen, die aber oft sehr hilfreich seien, sagt Christian Fechter. Die Förderphase 2014 bis 2022 läuft mit Jahresende aus. Mit 2,9 Millionen Euro wurden 64 Projekte und 40 kleinere Maßnahmen gefördert.

Christian Fechter rät: „Besser frühzeitig kommen.“

Ideen möglichst früh auf Chancen abklopfen

Jetzt läuft die Bewerbung für die nächste Förderperiode. Pro Gemeinde fallen jährlich knapp 2.000 Euro Gebühr an. Mit diesen Beiträgen wird das Management der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte, also Fechters Arbeit finanziert. Als LAG-Manager ist er seit 2014 der Ansprechpartner für Bewerber. Er rät diesen: „Wenn jemand möglichst früh zu mir kommt, kann ich die Chancen des Projekts gleich einschätzen.“

Bewerben können sich Gemeinden, Vereine, Stiftungen und auch Unternehmen. So wurde laut Fechter ein „Bäckergarten“ mit Schautafeln und Backofen gefördert, mit dem eine Bäckerei Besuchern die Entstehung von Brot erklärt. Oder zwei Speditionen aus der Region, die in einer Studie untersuchen, wie Wasserstoff in der Region produziert und genutzt werden könnte.

Betriebe bekommen prozentuell weniger Förderung als Gemeinden und Vereine.

EU zahlt bis zu 50 Prozent der Kosten

Wenn Letztere um Leader-Gelder ansuchen, erhalten sie oft bis zur Hälfte der Gesamtkosten erstattet. Die Leader-Region-„Chiemgauer Seenplatte“ ist von sieben Gemeinden im Jahr 2002 auf 27 in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein gewachsen, für Christian Fechter „eine gute Größe“. Weiter wachsen wolle man gar nicht.

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