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Umsetzung in der Praxis komplex

Intelligente Laternen für Rimsting - Grüne wollen neues energiesparendes System

Alle Straßenzüge zentral mit Laternen erhellen, sobald es dämmert? So funktioniert die herkömmliche zentrale Steuerung von Straßenbeleuchtung. Intelligente Systeme können dagegen erkennen, ob überhaupt Licht gebraucht wird. Die Rimstinger Grünen haben einen Antrag auf ein solches System gestellt.
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Alle Straßenzüge zentral mit Laternen erhellen, sobald es dämmert? So funktioniert die herkömmliche zentrale Steuerung von Straßenbeleuchtung. Intelligente Systeme können dagegen erkennen, ob überhaupt Licht gebraucht wird. Die Rimstinger Grünen haben einen Antrag auf ein solches System gestellt.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Beleuchtete Straßenzüge, wenn alles schläft: Aus Sicht der Grünen in Rimsting unnötig und ein Beitrag zur Lichtverschmutzung. Sie fordern eine intelligente Lichtsteuerung für weite Teile der Gemeinde. Diese hat sogar schon Lösungen parat.

Rimsting – Überflüssige Straßenlaternen nachts ausschalten oder nur bei Bedarf beleuchten: Die Rimstinger Grünen wünschen sich eine intelligente Lichtsteuerung für die Gemeinde und haben einen entsprechenden Antrag gestellt, der das Gremium jüngst beschäftigte.

Die Grünen, vertreten durch Monika und Stephan Walter sowie Nina Weinland, führen neben der Energieeffizienz den Klima- und Tierschutz als Vorteile intelligenter Beleuchtung ins Feld – Stichwort Lichtverschmutzung.

„Selbstverständlich soll und darf eine Umstellung niemals auf Kosten der Verkehrssicherheit gehen“, so Grünen-Sprecherin Monika Walter. „Wir denken unter anderem an eine Halbnachtschaltung in Anwohnerstraßen und wenig frequentierten Nebenstraßen.“

Vorbilder: Albaching und Neuseeland

Sie führte ein Beispiel aus der Region an: In der Gemeinde Albaching werde seit knapp zwei Jahren zwischen halb eins in der Nacht und morgens um fünf Uhr die Beleuchtung abgeschaltet.

In der darauffolgenden Diskussion zeigte sich Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) grundsätzlich offen für das Thema. Sein Parteikollege Stefan Julinek ebenso, macht sich aber Sorgen wegen möglicher Straftaten in der Dunkelheit.

Brigitte Feichtner (UWG) erinnerte an diejenigen Menschen, die in aller Frühe aus dem Haus müssen oder bereits arbeiten, wie etwa Zeitungsausträger.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang: Keine Lichtverschmutzung in Tekapo - so gut sieht man Sterne sonst nirgendwo (Plus-Artikel ovb-online.de)

Die Grünen waren auf solche Argumente vorbereitet und führten etwa an, dass es an vielen Häusern Bewegungsmelder gebe, und erwähnten als weiteres Beispiel Neuseeland, das schon länger mit nächtlicher Dunkelheit gegen Lichtverschmutzung ankämpft und keine ansteigende Kriminalität zu verzeichnen hat.

Kosten: 80.000 Euro

Um das Thema auf solide Füße zu stellen, brachten Bürgermeister Fenzl und Geschäftsführerin Regina Feichtner die Sprache auf die Machbarkeit in der Praxis. So habe die Verwaltung vorab beim Versorger Bayernwerk Erkundigungen eingeholt. Das Ergebnis: Noch ist eine intelligente Lichtsteuerung für Rimsting nicht möglich.

Dazu müsste eine Zählung des Energieverbrauchs stattfinden. Um Zähler einzusetzen, müssten erst die Schalteinheiten für die Straßenbeleuchtung umgerüstet werden. Von 26 verbauten Schalteinheiten in Rimsting seien derzeit sieben auf diese Weise umgerüstet. Würde man die restlichen 19 auch umrüsten, so die Verwaltung, koste das die Gemeinde jeweils rund 4.000 Euro, insgesamt 80.000 Euro.

Lesen Sie auch: Blick in die Sterne: Rimstinger rückt Chiemgau ins rechte Licht (Plus-Artikel ovb-online.de)

Veränderte Helligkeit irritiert Anwohner

Fenzl wies darauf hin, dass bereits LED-Leuchtmittel eingesetzt werden, sobald eine Lampe erneuert werden muss. „Diese haben ein Dimm-Profil einprogrammiert. Zwischen 22 und fünf Uhr wird dabei die Lichtstärke um die Hälfte reduziert.“ Kostenneutral, weil die Leuchten bereits so installiert seien.

Der Gemeinde bleibt noch eine weitere Möglichkeit: Lichtsteuerung mittels Bewegungssensoren. LED-Leuchten könnten dann auf 30 Prozent Leistung zurückgefahren werden, nur bei Bewegung ab einem Meter – um Kleintiere auszuschließen – regle sich die Leuchte auf volle Helligkeit. Voraussetzung wäre hier auch die kostenintensive Umrüstung der Schalteinheiten.

„Bei Bayernwerk hat man uns aber darauf hingewiesen, dass Anwohner die ständige Helligkeitsveränderung irritiert“, fügte Fenzl an. Mit dem Vorschlag der Grünen, die sieben bereits umgerüsteten Leuchten als Pilotprojekt zu sehen und mit Anwohnern Erfahrungen auszutauschen, konnten die Gemeinderäte leben. Ein Beschluss wurde vorerst nicht gefasst; vielmehr war Fenzls Fazit: „Wir bleiben dran und behandeln das Thema weiter im Gemeinderat.“

Viele Städte rüsten schon um

Schätzungsweise 9,5 Millionen Straßenleuchten erhellen in Deutschlands Kommunen die Nächte. Ein Drittel von ihnen ist älter als 30 Jahre, so der Naturschutzbund NABU, und ist entsprechend energieintensiv in der Nutzung. Zusammen verbrauchen die Laternen und Leuchten im Jahr sagenhafte vier Terawattstunden – umgerechnet vier Milliarden Kilowatt.

Viele deutsche Städte und Dörfer haben daher schon auf die sogenannte intelligente Straßenbeleuchtung umgesattelt: Sie passt sich an die jeweiligen Bedürfnisse des Ortsraums an. Während herkömmliche Beleuchtung zentral gesteuert ist, in der Dämmerung anspringt und morgens wieder erlischt, kann intelligente Beleuchtung bei Abwesenheit von Verkehrsteilnehmern das Licht dimmen oder abschalten.

Kommunale Betreiber könnten dadurch bis zu 80 Prozent Stromkosten sparen, lautet eine offizielle Berechnung. Leuchten wären länger haltbar und der Wartungsbedarf sinke.

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