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Betrugsversuch bei Ebay-Kleinanzeigen

Monika Kölnberger aus Rimsting war hellwach: Wie sie die Gauner austrickste

Über den Messengerdienst WhatsApp wollten Gauner die Rimstingerin Monika Kohlberger hinters Licht führen. Sie fiel auf die Masche jedoch nicht herein.
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Über den Messengerdienst WhatsApp wollten Gauner die Rimstingerin Monika Kohlberger hinters Licht führen. Sie fiel auf die Masche jedoch nicht herein.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Für Monika Kölnberger wäre es ein schlechtes Geschäft gewesen. Sie wollte eine Lederhose auf der Plattform Ebay-Kleinanzeigen verkaufen. Als es ums Bezahlen ging, wurde sie misstrauisch.

Rimsting – Es habe kaum fünf Minuten gedauert, nachdem sie ihr Angebot eingestellt habe, berichtet die Rimstingerin. Dann kam die erste Anfrage. Jedoch nicht über das Portal, sondern über den Messenger-Dienst WhatsApp. Es begann eine ganz normale Konversation: Ist die Hose noch zu haben? Ja. – Ist ein Versand per DHL möglich? – Sicher. Aber als es um die Zahlung ging, wurde Kölnberger stutzig.

Angeblich sollte es über einen sicheren Zahlungsdienst des Paketdienstleisters DHL laufen. Den zugehörigen Link gab es gleich dazu. Aber Kölnberger war skeptisch. Zwar habe sie unter der Adresse tatsächlich eine Seite gefunden, die von der Aufmachung her an DHL erinnerte, aber Kölnberger wandte sich doch sicherheitshalber an die lokale Post.

Dort fragte sie, ob deren Tochter DHL tatsächlich einen Zahlungsdienst anbiete. Der Postmitarbeiter schüttelte den Kopf. Dann war Monika Kölnberger klar: Hier will jemand ihre Lederhose einkassieren, ohne dafür zu bezahlen.

DHL fordert keine Vorauszahlungen

Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen verweist ein DHL-Sprecher auf die Internetseite des Unternehmens. „Deutsche Post DHL fordert grundsätzlich nicht zur Vorabzahlung von Waren auf. DHL erhebt lediglich Gebühren für offizielle, DHL-bezogene Versandkosten“, ist dort zu lesen.

Denn die WhatsApp-Masche geht auch anders: Wenn Verkäufer gebeten werden, für eine vermeintliche Versicherung der Waren einen Betrag an DHL zu zahlen, den sie nach Erhalt der Ware wieder zurückerhalten. DHL gibt auf seiner Internetseite zu erkennen, dass die Mitarbeiter des Unternehmens die verschlüsselten Messenger-Dienste WhatsApp oder Telegramm nicht zur Kundenkommunikation nutzen.

Polizei warnt: Internetbetrug treibt Blüten

Die Blüten, welcher der Internetbetrug inzwischen treibt, sind selbst für die Polizei nur noch schwer zu überblicken, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen berichtet. Die Kriminalstatistik könne längst nicht mehr alle Maschen abbilden, welche sich Langfinger inzwischen für den digitalen Raum ausdächten. „Wir können nur raten, nur die offiziellen Zahlungsdienstleister zu nutzen“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher der Pressestelle des Präsidiums.

Wer sich anderer Möglichkeiten bediene, um Geld zu zahlen oder zu empfangen, laufe Gefahr, einem Betrug aufzuliegen, warnt Sonntag. Sei es, dass er seine Ware hergibt, ohne jemals einen Heller dafür zu sehen, oder dass er sein Geld Betrügern in den Rachen wirft, welche die gewünschte Ware dann nicht verschicken.

Vorsicht, wenn Gesprächspartner auf externe Dienste ausweichen

Der Anbieter Ebay-Kleinanzeigen spricht von einer „gängigen Masche“, bei der die Betrüger das Verkaufsgespräch explizit auf externe Messenger-Dienste verlegen. Aber auch SMS oder E-Mails seien möglich.

„Um unsere Nutzer vor Betrug zu schützen und ihnen bei Problemen zur Seite zu stehen, nutzen wir unter anderem ein System zur Erkennung gängiger Betrugsmuster, das es uns ermöglicht, betrügerische Angebote von unserer Seite fernzuhalten“, antwortet das Unternehmen auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Stelle man schwerwiegende oder wiederkehrende Verstöße gegen die Richtlinien von Ebay-Kleinanzeigen fest, sperre man diese Nutzerkonten umgehend.

Verbraucherschützer raten: Auf‘s eigene Bauchgefühl hören

Der Verbraucherzentrale Bayern ist diese Form des Internetbetrugs zumindest noch nicht untergekommen. „Die Betrugsmaschen auf Ebay-Kleinanzeigen sind aber sehr unterschiedlich, sodass es schwer ist, ganz pauschale Tipps zu geben. Oft kann es hilfreich sein, sich im Internet zu informieren und nach Erfahrungsberichten zu einer bestimmten Masche zu suchen“, antwortet Katharina Grasl vom Referat für Markt und Recht auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Sie rät, auch auf das eigene Bauchgefühl zu hören.

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Hat man den Eindruck, dass etwas nicht stimmen kann, sollte man vom Geschäft lieber Abstand nehmen. „Sowohl als Verkäufer als auch als Käufer gilt: Am sichersten ist es auf jeden Fall, wenn die Ware persönlich übergeben und der Betrag vor Ort in bar bezahlt wird.“ Insofern hat Monika Kölnberger alles richtig gemacht und ist dank ihrer Skepsis den Betrügern nicht auf den Leim gegangen. Ihre Lederhose hat sie allerdings noch immer nicht verkaufen können. Das wohl auch, weil derzeit viele Trachten zum Verkauf stünden, wie sie vermutet.