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Erneute Aufruhr in Rimsting

Bissige Schäferhündin zeitweise bei Besitzerin zurück - Nachbarn in Sorge

Eine Schäferhündin (Symbolbild) in einem Treppenhaus. Der unberechenbaren Hündin aus dem Rimstinger Gartenweg wollten Nachbarn trotz Maulkorbpflicht nicht mehr gern begegnen: Sie hatten aus Angst, da der Hund schon mehrere Menschen gebissen hat. Seine frühere Halterin hat ihn nun abgegeben, ist aber vermutlich weiter die Besitzerin.
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Eine Schäferhündin (Symbolbild) in einem Treppenhaus. Der unberechenbaren Hündin aus dem Rimstinger Gartenweg wollten Nachbarn trotz Maulkorbpflicht nicht mehr gern begegnen: Sie hatten aus Angst, da der Hund schon mehrere Menschen gebissen hat. Seine frühere Halterin hat ihn nun abgegeben, ist aber vermutlich weiter die Besitzerin.
  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Schon mehrere Personen hat das Tier gebissen. Jetzt ist die Schäferhündin aus Rimsting zeitweise bei ihrer Besitzerin zurück, obwohl diese im April behördlich zur Abgabe des Tiers verpflichtet wurde. Wie kann das sein?

Rimsting – Wie kann es sein, dass die aggressive Schäferhündin aus dem Gartenweg in Rimsting zeitweise wieder bei ihrem Frauchen ist, obwohl diese im April behördlich zur Abgabe des Tiers verpflichtet wurde? Anwohner aus der Nachbarschaft wandten sich mit dieser Frage an die Chiemgau-Zeitung, nachdem mehrere Personen die Frau zwischenzeitlich mit dem Hund gesehen haben wollen.

Ja, bestätigt sie unserer Zeitung auf Nachfrage, sie habe ihren Hund für ein paar Tage zu sich geholt, um ihn mit in den Urlaub zu nehmen. Mittlerweile sei er wieder an seinem neuen Aufenthaltsort: „Ich halte mich an alle Maßnahmen, ich verstehe die Aufregung nicht.“

Polizei erklärt sich für nicht zuständig

Ihre Nachbarn sehen das anders. Denn die Hündin hatte zwischen Juni 2020 und April dieses Jahres eine Frau aus Rottau, ein Kindund einen Mann aus Rimstingsowie eine Frau aus Bad Endorf nachweislich durch Bisse, teils Zentimeter lang, verletzt. Ein weiteres Kind hatte sie zu Boden gerissen.

Vergangenes Jahr wurde der Frau für den Hund ein Verhaltenstraining, Maulkorb- und Leinenpflicht auferlegt. Ein Hundeführer der Polizei stattete ihr einen Besuch ab, der Amtstierarzt ebenso. Doch einen Wesenstest des Hundes lehnte die Frau ab, wie die Polizei bestätigt.

Keine Zuständigkeit und Urlaub

„Wir sind für den Fall nun nicht mehr zuständig“, erklärt Bernhard Schmidt, Leiter der Operativen Ergänzungsdienste der Polizei Rosenheim, nur das Ordnungsamt Rimsting habe die Kontrolle darüber.

Der zuständige Mitarbeiter ist derzeit im Urlaub. Mit ihm war Nina Weinland, Mutter eines der betroffenen Kinder, davor immer wieder in Kontakt. Sie macht sich Sorgen, ob man am neuen Aufenthaltsort über die bisherigen Vorkommnisse bescheid weiß: „So etwas darf nie wieder passieren.“

Der Hund, eine „Waffe“

Eine weitere Anwohnerin, die unserer Zeitung ihre Beobachtungen des Hundes schildert, bezeichnet den Vierbeiner als „Waffe“. Die Verunsicherung im Gartenweg ist groß, weil der jüngste Beißvorfall zeige, dass die Maulkorbpflicht nicht durchgehend eingehalten wurde.

Die Hündin befindet sich inzwischen im Raum Trostberg. Auf Betreiben unserer Zeitung setzte sich Bürgermeister Andreas Fenzl mit der Familie, die den Hund aufgenommen hat, in Verbindung: „Uns wurde bestätigt, dass der Hund vorübergehend bei seiner früheren Halterin war.“ Wo er jetzt sei, mache er im Moment aber keine Probleme.

Tierwohl leidet

Eine Person, die den Fall kennt, bezweifelt jedoch stark, dass dieses Prozedere gut für die Entwicklung des Hundes ist: Clarissa von Reinhardt, Hundetrainerin, Hundeschulleiterin und Betreiberin des Bernauer Tierheims. Die Frau aus dem Gartenweg sei im April auf sie zugekommen, als sie die Auflage bekam, sich von ihrem Tier zu trennen.

Sie habe gefragt, ob von Reinhardt den Hund in Pflege nehme. Unter der Bedingung, ihn in Zukunft wieder zu sich nehmen zu können. „Das habe ich abgelehnt“, stellt von Reinhardt klar. „So einem auffälligen Tier ist nicht mit wechselnden Betreuern geholfen, es braucht unbedingt klare Verhältnisse. Es muss wissen, wo es hingehört.“

Auch für die Frau, sagt sie aus Erfahrung, ändere sich auf diese Weise nichts: „Sie ist offensichtlich jedes Mal überfordert, wenn sie den Hund hat, deswegen wäre eine Trennung von beiden sinnvoller.“

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Sie hat eine Vermutung, weshalb die Frau immer noch in der Lage ist, mit dem Tier zusammen zu sein. Denn wie die Gemeinde Rimsting bestätigt, hat die Frau zwar mit der anderen Partei einen sogenannten Abgabevertrag geschlossen und damit die Haltung des Hundes den anderen übertragen.

Vertrag löst das Problem nicht

Laut Clarissa von Reinhardt bedeutet dieser Abgabevertrag rechtlich aber nicht, dass auch der Besitz des Hundes auf die neuen Halter übergegangen ist. Solange die Rimstingerin weiterhin Besitzerin und Eigentümerin des Hundes sei, könne sie das Tier holen und abgeben, sooft sie wolle: „Das ist aus Sicherheitsaspekten problematisch.“

Würde Besitz und Eigentum auf die neue Familie übergehen, bräuchte die ehemalige Halterin deren ausdrückliche Erlaubnis für Ausflüge mit dem Tier. Die Haftungsfrage wäre in diesem Fall zu klären, falls es zu erneuten Zwischenfällen kommt – „insbesondere, da bekannt ist, dass es bereits zu Personenschäden kam.“

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