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Beamter berichtet von seiner Amtszeit

Richter Dr. Johannes Kammergruber vom Landgericht Traunstein setzt sich zur Ruhe

Der Vorsitzende Richter, Dr. Johannes Kammergruber (links), der Ende Dezember in den Ruhestand wechselt, erhält die Dankesurkunde des bayerischen Justizministers Georg Eisenreich von Landgerichtspräsident Professor Dr. Ludwig Kroiß.
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Der Vorsitzende Richter, Dr. Johannes Kammergruber (links), der Ende Dezember in den Ruhestand wechselt, erhält die Dankesurkunde des bayerischen Justizministers Georg Eisenreich von Landgerichtspräsident Professor Dr. Ludwig Kroiß.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Der Landgerichtspräsident, Professor Dr. Luwig Kroiß, verabschiedet Richter Dr. Johannes Kammergruber vom Landgericht Traunstein, nach 45 Jahren in den Ruhestand.

Traunstein/Südostbayern – Mit straf- und zivilrechtlichen Verfahren aus allen Landkreisen Südostoberbayerns befasste sich Dr. Johannes Kammergruber als Vorsitzender Richter am Landgericht Traunstein. Landgerichtspräsident Professor Dr. Ludwig Kroiß verabschiedete ihn nach 45 Jahren im Staatsdienst, davon 35 Jahre bei der Justiz, in den Ruhestand und überreichte Dr. Johannes Kammergruber Urkunden im Namen des bayerischen Justizministers Georg Eisenreich. In einer hieß es: „Für die dem Freistaat Bayern geleisteten Dienste spreche ich Herrn Dr. Johannes Kammergruber den Dank und die Anerkennung der Bayerischen Staatsregierung aus.“

Kammergruber ist 1958 in Altötting geboren

1958 in Altötting geboren, absolvierte „Hans“ in seiner Heimatstadt die Realschule und die Fachoberschule. Mit dem Ziel, in den Öffentlichen Dienst zu treten, besuchte er von 1976 bis 1979 die Bayerische Beamtenfachhochschule in Landshut und Ebersberg. Er wurde verbeamtet und arbeitete als Regierungsinspektoranwärter am Landratsamt Altötting. Obwohl er bereits viel Geld verdiente, entschied er sich, 1980 an der Universität Passau, Jura zu studieren. „Das habe ich nie bereut“, meinte er. Nach drei Jahren legte Kammergruber die erste juristische Staatsprüfung ab, 1986 die Zweite. Der Grund für die extrem kurze Studienzeit: „Ich war im öffentlichen Recht bereits fit. Deshalb wurde mein Studium verkürzt.“ Bei der Justiz im Freistaat begann Kammergruber am 1. Juli 1987 als Richter am Amtsgericht und am Landgericht Passau. Mit dem Thema „Die teleologische Struktur des Betriebsausgabenabzugs“, einem Teil des Steuerrechts, promovierte er Ende 1987. Im Februar 1990 ging er zur Staatsanwaltschaft Passau. Den in Bayern üblichen Wechsel zwischen den verschiedenen Bereichen der Justiz befürwortet er bis heute.

Wechsel zur Staatsanwaltschaft Traunstein erfolgt im Dezember 1990 durch sein Hobby

Den begeisterten Bergsteiger und Skitourengeher zog es in seiner Freizeit immer in die Berge. So wechselte er zum Dezember 1990 zur Staatsanwaltschaft Traunstein. Er startete im Ausländerreferat mit über 200 Verfahren pro Jahr. Die Referate Allgemeines Strafrecht, Betäubungsmitteldelikte und Organisierte Kriminalität kamen dazu. Der legendäre Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Manfred Kuchenbauer notierte in einer Beurteilung: „Ein Mann mit einem wachen Verstande und der Fähigkeit, klar und logisch zu denken. Er arbeitet selbstständig, rationell und effektiv.“ Als Richter am Landgericht Traunstein war Dr. Kammergruber ab 1. Februar 1996 tätig. In der Dritten und der Fünften Zivilkammer sammelte er weitere Erfahrung, anschließend in der Zweiten und Fünften Strafkammer, des Schwurgerichts sowie in einer Strafvollstreckungskammer. Den Höhepunkt bildete die Ernennung zum „Vorsitzenden Richter“ Anfang 2018. In der Achten Zivilkammer war er mit seinen Beisitzerinnen Dr. Teresa Winner und Dr. Verena Spernath zum Beispiel mit Presserecht und Speditionsrecht befasst. Zwischendurch wirkte er auch in der Zweiten Handelskammer.

Präsident dankt Dr. Kammergruber für die berufliche Leistung

Bei der Abschiedsfeier mit dem Präsidenten, Beisitzerin Dr. Teresa Winner sowie Landgerichtsgeschäftsführer Albert Dirnberger, erinnerte sich der Beamte im Ruhestand an seine Jahre als Staatsanwalt in Traunstein und die vielen Freundschaften. Das galt auch für den heutigen Landgerichtspräsidenten Professor Dr. Kroiß dazu. Der Präsident dankte Dr. Kammergruber für die gemeinsamen Jahre, für dessen berufliche Leistungen, immer geprägt von Objektivität und dem Sinn für Gerechtigkeit. Geschäftsleiter Albert Dirnberger betonte, die Zusammenarbeit mit Dr. Kammergruber sei immer angenehm und problemlos verlaufen.

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Als Mitglied der Großen Strafkammern wirkte Dr. Kammergruber auch mit, tragische Unglücke juristisch aufzuarbeiten. Der Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall, der Großbrand in Schneizlreuth und das Zugunglück bei Bad Aibling zählten dazu. In seine Zeit als Zivilrichter am Landgericht fielen einige Verfahren, die ebenfalls für Schlagzeilen sorgten, darunter ein Prozess gegen eine Schamanin aus Übersee oder gegen den „Edelweißprinzen“ mit seinen nicht von allen geschätzten Liedern am Kehlsteinhaus. Weniger spektakulär waren die rund 100 Verfahren gegen Autohersteller im Zug des Diesel-Skandals. Besonders gerne sprach der Pensionär Recht in Familien- oder Nachbarstreitigkeiten.

BS

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