Rettungswesen in Traunstein: Mehr Notrufe, weniger Einsätze

Im Landratsamt Traunstein versammelte sich der Rettungszweckverband. Thema war unter anderem die Entwicklung der Einsatzzahlen: So verzeichnet die Integrierte Leitstelle 85706 Einsätze für 2019.
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Im Landratsamt Traunstein versammelte sich der Rettungszweckverband. Thema war unter anderem die Entwicklung der Einsatzzahlen: So verzeichnet die Integrierte Leitstelle 85706 Einsätze für 2019.

De Rettungszweckverband Traunstein zieht Bilanz. 85706 Einsätze waren 2019 zu bewältigen. Dass diese enorme Zahl nicht noch größer ist, liegt an den geschulten Mitarbeitern. Sie wissen, wie sich ein unnötiges Ausrücken der Rettungskräfte vermeiden lässt.

Von Monika Kretzmer-Diepold

Traunstein – Sage und schreibe 85 706 Einsätze hat die Integrierte Leitstelle (ILS) im vergangenen Jahr bewältigt – diese Zahl wurde nun erstmals bei der Versammlung des Rettungszweckverbands im Landratsamt Traunstein veröffentlicht. Der Verband betreibt die ILS seit 2009. Technischer Leiter Anton Groschak informierte die Anwesenden über wichtige Zahlen und Themen. Groschak, ausgebildeter Rettungsassistent und Brandoberinspektor, hat bereits über 21 Jahre Erfahrung, stand er doch schon mehr als zehn Jahre an der Spitze der früheren Rettungsleitstelle in Traunstein.

Mehr Notrufe, weniger Einsätze

85 706 Einsätze, das klingt enorm, sind ihm zufolge aber nur 0,45 Prozent mehr als 2018: „Tatsächlich haben wir es geschafft, dem allgemeinen Trend ständig steigender Einsätze entgegenzuwirken – trotz einer wachsenden Zahl an Notrufen.“ Diese Entwicklung führt er zurück auf die gezielte Schulung der Mitarbeiter in der Notrufabfrage.

Die Gesamteinsätze splitten sich Groschak zufolge auf in 15 896 Notarzteinsätze, 16 097 Notfalleinsätze, 41 553 Krankentransporte, 1152 Bergrettungseinsätze und 260 Einsätze der Wasserrettung. Der leichte Anstieg der beiden letzten Zahlen resultiere aus dem „Super-Sommer 2019“ und vielen Freizeiteinsätzen.

Den Rettungshubschrauber musste die ILS für 1250 Einsätzen alarmieren: „Das ist ein Rückgang um 46 Einsätze gegenüber 2018.“

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Gut durch die Corona-Krise

Während sich im Rettungsdienstsektor 2019 keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr zeigten, schnellten einige Zahlen im Feuerwehrbereich wegen der Schneekatastrophe im Januar 2019 deutlich nach oben. Die Brandeinsätze blieben mit 1476 im Rahmen (2018: 1449).

Die Technischen Hilfeleistungen jedoch schnellten von 3465 auf 4139 in die Höhe. Die Zahl der „Sonstigen Einsätze“ erhöhte sich ebenfalls enorm von 414 auf 771. Die ABC-Einsätze verliefen hingegen unauffällig mit 93 gegenüber 109 im Jahr 2018. Durch die Corona-Krise ging laut Groschak das „normale Einsatzgeschehen“ zurück. Dadurch seien die Corona-Einsätze gut zu schaffen gewesen.

Lob dem Digitalfunk

Für die Taktisch-technische Betriebsstelle (TTB), die sich im Haushalt 2020 mit Kosten von 365 000 Euro niederschlägt, berichtete Leiter Markus Schupfner, seine Stelle kümmere sich im Auftrag der vier Landkreise um die Endgeräte. Zurzeit betreue man 6400 Funkgeräte im Feuerwehrbereich und im Katastrophenschutz. Nächster Meilenstein werde die digitale Alarmierung sein.

Derzeit laufe dafür die zentrale bayernweite Ausschreibung. Das Digitalfunknetz gehört nicht zum Aufgabenbereich der TTB. Sie bearbeite aber alle Nutzermeldungen, bereite sie auf und gebe sie weiter. Aktuell existierten 44 Funkstationen im Verbandsgebiet. Wahrscheinlich seien Nachbesserungen erforderlich.

Schupfner zeigte sich überzeugt: „Die Qualität des Digitalfunks ist erheblich besser als der bisherige Analogfunk.“

Finanzen im grünen Bereich

Der Zweckverband ist im Jahr 2018 satzungsgemäß mit seinen Mitteln umgegangen. Dies konstatierte das Kreisrechnungsprüfungsamt des Landratsamts Traunstein bei der örtlichen Prüfung der Jahresrechnung 2018. Einstimmig erfolgte in der Versammlung die Entlastung.

Weiter brachte das Gremium den Verbandshaushalt für das laufende Jahr ohne Gegenvotum auf den Weg. Der Etat umfasst Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von jeweils über 3,6 Millionen Euro sowie 650 000 Euro im Vermögenshaushalt.

Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen. Finanziert werden damit neben allgemeinen Verwaltungskosten auch die ILS Traunstein und die angegliederte TTB Digitalfunk als kommunale Regiebetriebe sowie der Bereich „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“.

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Landkreise zahlen ihren Anteil

Die Zahl der Stellen im Zweckverband insgesamt blieb mit 39,25 gegenüber 2019 unverändert.

Die Umlage von 1,19 Millionen Euro müssen die vier Landkreise entsprechend ihrer Einwohnerzahlen tragen. Daraus ergibt sich für den Landkreis Altötting ein prozentualer Anteil von 21,8 Prozent oder 259 798 Euro. Auf das Berchtesgadener Land entfallen 20,8 Prozent der Umlage oder 247 094 Euro. Der Kreis Mühldorf übernimmt 22,66 Prozent oder269 637 Euro. Mit 34,75 Prozent oder 413 470 Euro ist der Landkreis Traunstein dabei. Die erhöhten Feuerwehreinsatzzahlen, etwa aus der Schneekatastrophe, träfen den Verband erst in zwei Jahren.

Bei „unwetterbedingten Ausschlägen“ würden die Mehrkosten auch nicht auf die Umlage aufgeschlagen, sondern über eine angesparte Rücklage abgefedert.

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