Für ein respektvolles Miteinander mit der Natur an der Tiroler Achen

Sabine Pröls, vom LBV, bringt Hinweischilder an, die Besucher auf die Brut der bedrohten Flussregenpfeifer und Flussuferläufer aufmerksam machen soll. Kopschinski

Oft übersehen leben an der Tiroler Achen ganz besondere Vögel: Flussregenpfeifer und Flussuferläufer kommen im April aus ihren Wintergebieten in Afrika zurück. Hier brauchen sie die Kiesbänke der Flüsse, auf denen sie ihre Jungen großziehen.

Grassau – Der gefährdete Flussregenpfeifer legt seine Eier in eine Mulde direkt auf die steinige Kiesbank. Der bei uns sogar vom Aussterben bedrohte Flussuferläufer brütet in locker bewachsenen Bereichen der Kiesbänke.

Leicht haben es diese Tiere jedoch nicht. Waren unsere Flüsse früher viel breiter, mit sich jährlich verändernden, ausgedehnten Kiesbänken, so sind diese im Zuge der Begradigungen Mangelware geworden. Außerdem sind die Tiere von Hochwasser gefährdet. Deshalb fangen sie verhältnismäßig spät im Jahr zu brüten an und legen bei Verlusten oft ein Nachgelege. Aber auch wir Menschen spielen eine Rolle, haben die Kiesbänke für uns doch eine große Bedeutung zur Naherholung.

Interreg-Projekt über Grenzen hinweg

Hier setzt das grenzüberschreitende Interregprojekt „Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen – für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur“ an. Sabine Pröls, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) beobachtet nun im dritten Jahr zusammen mit ehrenamtlich Engagierten diese besonderen Vogelarten. Unterstützt wird sie dabei von der Gebietsbetreuerin des Achentals Kathrin Kopschinski. Lassen sich die Vögel zur Brut auf bestimmten Kiesbänken nieder, beobachten sie, ob die Vögel menschlichen Störungen ausgesetzt sind. Dann kommen gelbe Schilder zum Einsatz, die Brutplätze für die Dauer der Brutzeit absperren.

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Dies ist nach Artikel 31, Bayerisches Naturschutzgesetz möglich. Der Vorteil ist, dass wirklich nur notwendige Stellen abgesperrt werden und der Großteil der Kiesbänke weiter betreten werden können.

Auch wird beobachtet, wann die Tiere mit Brüten fertig sind. Das kann, je nach Brutbeginn sehr unterschiedlich sein. Mitte bis Ende Juli sollten die meisten mit Brüten fertig sein. Dann werden die Schilder zeitnah wieder abgebaut. Aktuell wird in der Gemeinde Schleching am Buchberg eine Kiesbank gesperrt, auf welcher der seltene Flussuferläufer beobachtet wurde, der an dieser Stelle jedes Jahr brütet. Je nachdem, wo sich die Flussregenpfeifer niederlassen, können noch weitere Nistplätze dazu kommen. Grundsätzlich sollten Kiesbänke, die komplett von der Tiroler Achen umspült sind, während der Brutzeit besser gemieden werden.

Der Landesbund für Vogelschutz bitten die Bevölkerung diese vorübergehende und räumlich begrenzte Einschränkung zu respektieren, damit auch in Zukunft im Achental Flussregenpfeifer und Flussuferläufer ihren Nachwuchs aufziehen können.

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