Rekord: Obst- und Gartenbauverein liefert 120 Bäume

Ernst Wörtz, Zweiter Vorsitzender des Vereins, mit einem von ihm gravierten Schild zur Obstsorte Holzollinger Rambour. RE
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Ernst Wörtz, Zweiter Vorsitzender des Vereins, mit einem von ihm gravierten Schild zur Obstsorte Holzollinger Rambour. RE

Prien – Jeden Herbst führt der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung eine Sammelbestellung für Streuobstbäume durch.

Gut 100 junge Bäume werden dadurch neu gepflanzt. Die 120 in diesem Jahr bestellten Streuobstbäume sind Rekord.

Die größte Auslieferung mit 27 Bäumen ging zum Wastlhof nach Prien-Elperting. Landwirtin und Vereinsmitglied Maria Riepertinger ist vom dreifachen Nutzen der Obstbäume überzeugt: „Mit den verschiedenen Obstsorten leisten wir einen Beitrag zu Artenschutz und Biodiversität, unsere Hühner bekommen Schutz vor dem Hühnerhabicht, und wir können in einigen Jahren schmackhaftes, unbehandeltes Obst ernten.“

Sie bestellte Buschbäume wie den Roten Boskop, den Weißen Klarapfel, Zwetschen und Quitten. Die Bäume werden bis zu vier Meter groß und tragen schon nach wenigen Jahren Früchte, die relativ einfach geerntet werden können. Eine Fördermöglichkeit besteht bei Buschbäumen nicht.

Beim Ortstermin in Elperting besichtigten Priens Bürgermeister Andreas Friedrich mit der aus einer Landwirtschaft und Obsterzeugung stammenden Gemeinderätin Rosi Hell sowie Umweltreferentin Angela Kind die Neupflanzung.

Friedrich bedankte sich im Namen der Gemeinde beim Verein sowie bei allen Obstgartenbesitzern und betonte: „Derartige Aktionen beweisen, dass unsere Landwirte aktive Umweltschützer sind. Unsere regionale Landwirtschaft ist sehr wichtig für die Artenvielfalt. Landwirtschaft und Umwelt funktionieren nur Hand in Hand.“

Riepertinger hat vorwiegend alte Obstsorten angepflanzt wie den Apfel Holzollinger Rambour. „Auch wenn ich aus einem Betrieb mit Obstanbau stamme, kenne ich nicht alle Sorten“ gesteht sie. Deshalb hat sie gleich Sortenschilder aus Metall mitbestellt, die der Zweite Vereinsvorsitzende Ernst Wörtz in Handarbeit graviert hat. Er liefert sie auf Bestellung gegen eine kleine Gebühr mit. Schatzmeisterin Christa Angerer sieht in der Rekordbestellung ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich die Menschen wieder stärker auf die Natur besinnen. „Vielleicht hat Corona das Bewusstsein für die Arten- und Sortenvielfalt vor der eigenen Haustür und im eigenen Garten wieder gestärkt.“

Mitglieder des Gartenbauvereins können die kostengünstige Bestellmöglichkeit jeweils im Herbst nutzen.

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