Reitplatz in Staudach: Die Entscheidung liegt nun beim Landratsamt

Die Gemeinde Staudach-Egerndach genehmigt nachträglich einen Reitplatz ohne erforderliche Unterlagen.

Staudach-Egerndach – Bereits im Mai beschäftigte sich der Gemeinderat erstmals mit dem Bau eines Reitplatzes und eines Round-Pads, wies den entsprechenden Antrag aber aufgrund fehlender Informationen zurück. Trotz nicht vorhandener Baugenehmigungen wurden die Pläne umgesetzt. Jetzt stimmte der Rat in seiner jüngsten Sitzung nachträglich zu und gibt die Entscheidung damit an das Landratsamt ab.

Sandplatz besteht bereits

Einige planerische Darstellungen lagen der Anfrage bei. So soll der Sandplatz für Pferde rund 1300 Quadratmeter umfassen. Bei einer Ortsbesichtigung, so informierte Bürgermeisterin Martina Gaukler (CSU), wurde festgestellt, dass der Sandplatz mit 22 mal 60 Metern bereits besteht und der Round-Pad mit einem Durchmesser von zwölf Metern ebenfalls vorhanden ist. Beides liegt im Außenbereich; es handle sich um eine Einrichtung für den Freizeitsport.

Werden Pensionstiere eingestellt und mit Futter aus der eigenen landwirtschaftlichen Herstellung versorgt, dann könne von einer landwirtschaftlichen Tätigkeit ausgegangen werden. Laut Gaukler seien im Außenbereich nur privilegierte Vorhaben im Sinne der Landwirtschaft möglich.

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Dem Landratsamt fehlen zur Bestätigung als Landwirtschaft relevante Dokumente wie eine detaillierte Auflistung der Anlage, Einzäunung, Erläuterung und Begründung des Vorhabens, Höhenpläne und Nachbarunterschriften. Der Gemeinderat stimmte aber dem Vorhaben ohne diese Unterlagen bei einer Gegenstimme zu.

Ebenfalls mit einer Gegenstimme genehmigte der Rat den Anbau eines Aufenthaltsraums für die Reittherapie an das bestehende Heu- und Strohlager des gleichen Bauwerbers.

Erläuterungenfür Anbau fehlen

Der Anbau besteht ebenfalls bereits, ist knapp 17 Quadratmeter groß und in das Heu- und Strohlager integriert. Auch dieser Anbau befindet sich im Außenbereich und ist genehmigungsfähig, sofern eine landwirtschaftliche Tätigkeit vorliegt. Wie Gaukler ausführte, fehlen auch hier relevante Erläuterungen. Der Anbau sei wie ein Wintergarten zu behandeln. Die Halle sei genehmigt, der kleine Anbau jedoch nicht, bestätigte die Bürgermeisterin.

Unter der Voraussetzung der Privilegierung stimmte der Rat mit einer Gegenstimme zu. Die Vorhaben müssen nun vom Landratsamt genehmigt werden. tb

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