Reit im Winkl: Symbolischer Spatenstich am Hausbach

Beim Durchlass des Hausbachsunter die Tiroler Straße führten Wasserwirtschaftsamtsleiter Walter Raith, Bürgermeister Josef Heigenhauser, Zweiter Bürgermeister Matthias Schlechter sowie Projektleiter Johann Seiwald (von links) den symbolischen Spatenstich aus. Hauser)

Etwas verzögert durch die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen können am Montag, 4. Mai, die Bauarbeiten zu den Hochwasserschutzmaßnahmen am Hausbach begonnen werden.

Reit im Winkl – Behördenleiter Walter Raith vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein und Johann Seiwald, Projektleiter Hochwasserschutz, kamen zum symbolischen Spatenstich beim Durchlass des Hausbachs unter die Tiroler Straße.

„Damit erreichen die Gemeinde Reit im Winkl und das Wasserwirtschaftsamt einen Meilenstein bei der dringenden Verbesserung des Hochwasserschutzes am Hausbach“, sagte Walter Raith. Bürgermeister Josef Heigenhauser versicherte, dass der Zeitverzug um vier Wochen durch die Virus-Pandemie im Laufe des Jahres aufgeholt werden solle. Er sei froh, dass der Start heute erfolgen könne und bedankte sich bei den beiden Vertretern des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, die dies „mit viel Herzblut“ bei den Vorbereitungsarbeiten ermöglicht hätten. „Zusammen mit den weiteren Hochwasserschutzmaßnahmen am Pötschgraben und an der Weiß- und Schwarzlofer wollen wir Reit im Winkl zukunftsfähig und hochwassersicher gestalten“, so der Bürgermeister.

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Bei der Aufklärung der Vorgeschichte kam zur Sprache, dass durch Hochwasserereignisse 1959 und 2005 die Häuser und Straßen im Ortskern von Reit im Winkl tief unter Wasser, Schlamm und Geröll standen. Nach dem Hochwasser 2005 wurden Sofortmaßnahmen umgesetzt und die Hochwasserschutzplanung intensiv vorangetrieben. Die schwierigen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die beengten Platzverhältnisse, machten es notwendig, zahlreiche Varianten zu untersuchen. . Nach rechtlicher Genehmigung und erfolgreichem Grunderwerb kann jetzt mit dem Bau gestartet werden.

Für den Schutz des Siedlungsgebietes sind der Neubau einer Geschieberückhaltesperre jeweils am Letten- und am Feichtlgraben, der Neubau eines Einlaufbauwerks am oberen Ende der Hausbergstraße, die Erneuerung und Vergrößerung des verrohrten Gewässerabschnitts im Ortszentrum, der Neubau des Aufteilungsbauwerks im Bereich Hausbachweg, der Ausbau des bestehenden Gerinnes und Neubau eines unterirdischen Hochwasserentlastungskanals, der Neubau des Durchlasses Tiroler Straße samt Tosbecken und die ökologische Umgestaltung der ausgebauten Gewässerstrecke unterhalb der Tiroler Straße erforderlich.

Bereits Ende März wurde mit dem Bau einer Geschiebe- und Wildholzrückhaltesperre am Zubringer Lettengraben begonnen. „Die Baumaßnahmen dort verlaufen planmäßig, der Fertigstellungstermin Anfang Juli kann aus heutiger Sicht eingehalten werden“, so Wasserwirtschaftsamtsleiter Walter Raith. Die Gesamtinvestition betrage nach derzeitigem Kostenstand etwa 7,7 Millionen Euro. „Aufgrund der Komplexität der Baumaßnahme und der Rücksichtnahme auf den Tourismus durch planmäßige Bauunterbrechungen ist eine Baufertigstellung aller Maßnahmen für den Herbst 2022 geplant“, sagte Raith abschließend. sh

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