Reit im Winkl baut Schulden ab

Bereits begonnenwurde mit dem Neubau der Entfeldener Brücke im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Weiß- und Schwarzlofer. Hauser

Eine positive Bilanz seiner Amtszeit hat der scheidende Bürgermeister Josef Heigenhauser für die Gemeinde Reit im Winklgezogen. So konnte die Gemeinde ihre Schulden erheblich reduzieren.

Von Josef Hauser

Reit im Winkl– Eigentlich wollte er den Bericht bei der für den 29. April vorgesehenen Bürgerversammlung vortragen, doch die musste wegen Corona abgesagt werden.

Einnahmen entwickelten sich erfreulich

Der Schuldenabbau war möglich, weil sich die Einnahmen im Verwaltungshaushalt „erfreulich“ entwickelt haben. Das gilt insbesondere für die Gewerbesteuer mit einem Ergebnis von 1,46 Millionen Euro. Bei der Grundsteuer waren es 787 000, beim Kurbeitrag 1,2 Millionen, beim Fremdenverkehrsbeitrag 909 000 und bei der Beteiligung an der Einkommensteuer 1,17 Millionen Euro.

Darlehen müssen nicht aufgenommen werden

Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt waren die Personalkosten mit 2,36 Millionen Euro. Stark ins Gewicht fiel auch wieder die Kreisumlage mit 1,25 Millionen Euro. Sehr erfreulich ist es nach Ansicht des Bürgermeisters, dass die Zuführung zum Vermögenshaushalt von 1,58 Millionen Euro im Jahr 2018 nochmals auf 1,7 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Das ermöglichte zusammen mit den erhaltenen Zuschüssen und Beiträgen die Finanzierung von Investitionen erneut ohne Aufnahme von Darlehen.

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Im Vermögenshaushalt erforderte das Sanierungsprogramm der Gemeindestraßen im Jahr 2019 einen Gesamtaufwand von 483 000 Euro. „Ob sich das bei einem Zuschuss von 23 000 Euro des Freistaats Bayern so weiterführen lässt, darf bezweifelt werden“, so Heigenhauser in seinem Bericht. Er spielt damit auf die vom Freistaat 2018 abgeschafften Straßenbaubeiträge an mit diesem „überaus geringen Ersatz“. „Für uns bedeutet dies nun, dass wir bei künftigen Maßnahmen im Straßenbau dramatisch unterfinanziert sind. Selten hat mich ein Beschluss der Staatsregierung so geärgert wie dieser.“

Insgesamt ergaben sich im Vermögenshaushalt Ausgaben von 2,7 Millionen Euro. Da aber erneut keine Darlehen aufgenommen wurden, konnte der Schuldenstand von 2,06 Millionen Euro um über 26 Prozent auf 1,53 Milllionen verringert werden.

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In der vergangenen Gemeinderatsperiode von 2014 bis 2019 sank damit die Verschuldung um über 70 Prozent von 5,2 auf nun 1,5 Millionen Euro. Der nach zwölf Jahren Amtszeit scheidende Bürgermeister weiter: „In den vergangenen zwölf Jahren haben wir uns von der am höchsten verschuldeten Gemeinde im Landkreis mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3800 Euro auf nunmehr nur noch 647 Euro in die Nähe des Landesdurchschnitts verbessert.“

Es seien Millionen in die Sanierung der Grundschule, in die neue Wasserversorgung, die Abwassererschließung von vier Ortsteilen, den Tourismus mit Beschneiungsanlage und Neubau der Tourist-Info, die zahlreichen neuen Feuerwehr- und Bauhoffahrzeuge sowie in die neue Rettungswache für das Rote Kreuz und in den Straßenbau investiert worden.

Votum für neuen Pächter für den Festsaal

Neuigkeiten gibt es beim Festsaal, dem Veranstaltungszentrum von Reit im Winkl: Das Pachtverhältnis mit der Familie Rupprecht endet am 31. Mai. Unter mehreren Bewerbern hat sich der Gemeinderat für Horst Dittrich als Nachfolger entschieden, der bisher schon das Hotel Löwen betreibt. Der Bürgermeister bedankte sich bei der Familie Rupprecht, die mit viel persönlichem Einsatz den Saal betrieben habe, und fährt fort: „Für ihren neuen Betrieb, der ja gar nicht so weit weg ist, wünschen wir ihr viel Erfolg.“

Dank an die Gemeinderäte fürs Ehrenamt

Abschließend richtet Heigenhauser an die nun ausscheidenden Gemeinderäte ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für ihre teilweise bis zu 18 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Reit im Winkler Gemeinderat. „Ich denke, wir haben zusammen einiges bewegt und können auf das Erreichte stolz sein“. Dem ihm ab 1. Mai als erster Bürgermeister nachfolgenden Matthias Schlechter und dem neuen Gemeinderat wünscht er viel Glück und Erfolg.

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