Reichelt ehrt Vorgänger und verabschiedet Räte in Chieming

Altbürgermeister Benno Graf erhielt von seinem Nachfolger Stefan Reichelt (rechts) die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister.
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Altbürgermeister Benno Graf erhielt von seinem Nachfolger Stefan Reichelt (rechts) die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister.

Der Chieminger Bürgermeister verabschiedet Gemeinderäte und ernennt Benno Graf zum Altbürgermeister. Welche Anekdoten Graf aus seiner Zeit im Amt mitnimmt.

von Arno Zandl

Chieming – Benno Graf ist jetzt Altbürgermeister. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Bürgermeister Stefan Reichelt (CSU) eine Ernennungsurkunde. Außerdem wollte sich Reichelt gebührend von den teilweise seit Jahrzehnten tätigen Bürgervertretern verabschieden. Ein früherer Termin war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen.

Graf nutzte den Anlass und ließ seine eigene Zeit als Gemeinderat und als Bürgermeister Revue passieren. Seine besondere Verbundenheit brachte Graf gegenüber den „alten Haudegen“ mit verschiedenen Anekdoten zum Ausdruck.

Dank an langjährige Räte

An Toni Maier (BBW) 2005 als Nachrücker in den Gemeinderat kam, gefiel Graf besonders, dass er bei allen Ortsvereinen stets präsent war. Ingrid Schaeffler (UW) sei Graf wegen ihres Engagements für soziale Themen ans Herz gewachsen. Besonders könne er sich noch an das Dorf- und Seefest 2006 erinnern, bei dem sie federführend alle Ortsvereine zusammengebracht hätte. Schaeffler bedankte sich ihrerseits bei den Gemeinderäten, die sie in ihrer schweren Krankheit nicht allein gelassen haben.

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Mit Sepp Wiesholler (UW) verbinde Graf einen Menschen, der „immer gut drauf“ war und den er als Vertreter vieler Vereine sehr schätze. Auch wenn er mit ihm, in dessen Bauernstube, schon einige Kämpfe ausgefochten habe, sagt Graf.

Auch „der Hunglinger Schorsch“ (UW), der sich für die Belange der Vereine eingesetzt habe, sei „kein zwiederer Deife“. Besonders dankbar sei Graf ihm für seinen unermüdlichen Einsatz im Jahr 2015. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas habe er innerhalb von drei Tagen die Turnhalle in Chieming zu einer Sammelunterkunft für 150 Asylbewerber umfunktioniert.

Pragmatische Lösungen

Als „legendär“ war Graf noch in Erinnerung, als Georg Hunglinger die Kapelle in der Theresienstraße gemeinsam mit Zimmerer Konrad Kecht mit einem Kranwagen um ein paar Meter versetzte. Dort war ein Römerstein gefunden worden, für den sich Archäologen interessierten. Eine pragmatische Lösung, mit der alle zufrieden waren – auch ohne Ingenieurbüro.

Der mit Abstand dienstälteste „Haudegen“ war Heinrich Hunglinger (SPD). „Der Heini war schon seit 18 Jahren dabei, als ich 1996 angefangen habe“, so Graf. Hunglinger sei wohl weit und breit der einzige Gemeinderat, der in seiner Amtszeit gleich zweimal die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs in Auftrag gegeben habe: zuerst 1978 und dann noch einmal 40 Jahre später.

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Einen besonderen Dank richtete Graf an Geschäftsstellenleiter Ewald Mayer, mit dem er 18 Jahre lang in der Gemeinde zusammengearbeitet hat. Auch Mayer sagte Danke für die gemeinsame Zeit. Besonders die Gelassenheit seines früheren Chefs bei Widerständen wisse er zu schätzen.

Neben den Genannten, schieden auch der ehemalige Dritte Bürgermeister Christian Schindler (CSU) und Wolfgang Ludwig (Bündnis 90/Die Grünen), sowie Heidi Schlicht (CSU), die seit 2010 im Chieminger Gemeinderat war, aus.

Miteinander auch bei kontroversen Themen

Bürgermeister Reichelt würdigte den Einsatz aller abtretenden Gemeinderäte und überreichte ihnen eine Urkunde für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Im Anschluss ernannte Reichelt seinen Amtsvorgänger Benno Graf per Urkunde zum Altbürgermeister und dankte ihm ausdrücklich für dessen vielseitiges Wirken als Chieminger Bürgermeister.

Benno Graf nahm seinen neuen Ehrentitel humorvoll entgegen: „Jetzt hab ich es schriftlich, dass ich alt bin.“ Graf freue sich, nun verstärkt für seine Familie und sein Zuhause da zu sein.

Für die neue Generation im Gemeinderat hatte Graf noch eine Anregung parat: „Mir hat gutgetan, dass wir uns nach den Gemeinderatssitzungen im Berghof trafen und dort gefeiert und gepulvert haben, aber nach strittigen Entscheidungen immer in Frieden auseinandergegangen sind.“ Das wünsche er auch dem neuen Gemeinderat.

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