Regionalladen wird zum Politikum: Aktion der Rimstinger Grünen sorgt für Kritik

Um diese Gewerbeflächen in der Ortsmitte von Rimsting dreht sich gerade eine politische Debatte. Mieter werden dort gesucht. Gespräche laufen. Nun stoßen die Grünen vor und planen dort – ohne offizielle Rücksprache und nur basierend auf einer privaten Kurzanfrage beim Vermieter – einen Regionalladen. re
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
    schließen

Die Idee klingt gut und wäre ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Rimstinger Grünen planen einen Regionalladen in Rimsting. Allerdings: Weiß der potenzielle Vermieter, der zugleich auf der UWG-Liste für den Gemeinderat kandidiert, offiziell von dem Vorhaben nichts.

Rimsting– Alle Parteien sind sich einig, dass ein Laden mitten im Zentrum, als Ort der Begegnung und zum Einkaufen von landwirtschaftlichen und ökologisch hergestellten Produkten aus der direkten Umgebung von Rimsting und Greimharting eine gute Sache wäre. „Ohne lange Anfahrt und natürlich ohne Verpackung. Keinesfalls soll dieser Regionalladen als Konkurrenz zu bestehenden Gewerbebetrieben, sondern als Erweiterung und Belebung desDorflebens gesehen werden“, so Stephan Walter (Grüne).

Vermieter von der Aktion der Grünen verwundert

Ihm schweben sogar zu den angebotenen Waren aus der direkten Umgebung kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Kabarett in dem Laden vor. „Nachdem sich nun durch eine leere Immobilie eine Chance zur Umsetzung ergibt, gehen die Grünen um Stephan Walter nun einen Schritt weiter. Mit einer Onlineumfrage wollen sie konkret wissen, wie die Bürger aus Rimsting und Greimharting zu dieser Idee stehen“, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung der Grünen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Doch gaukelt die Umfrage ein vermeintliches Einverständnis und vollendete Absprachen mit dem Vermieter, Thomas Feichtner, vor. Der ist von der nicht abgesprochenen Aktion der Grünen mehr als verwundert. „Ja, meine Gewerberäume sind seit Februar wieder zu vermieten und ja, ich habe nichts dagegen, wenn Jemand einen Regionalladen betreiben möchte“, betont Feichtner.

Auch andere potenzielle Mieter haben Interesse an der Immobilie

Jedoch habe er nur mit seinen Nachbarn 15 Minuten über diese Idee gesprochen. „Sie haben mich gefragt, ob ich mir einen Regionalmarkt, eine Eisdiele, ein Musikgeschäft oder handgefertigte Bekleidung als Vermieter vorstellen könnte“, gibt er das Gespräch wider. Auch habe er betont, dass er froh sei, wenn sich im Ort etwas rühre. Man wollte sich dann gegebenenfalls mit einem Konzept bei ihm melden.

Lesen sie auch: Regionalladen: „Die Erzeuger sind das Herzstück“

Nun fühlt sich Feichtner aber von den Grünen vorgeführt. Denn aktuell laufen Verhandlungen mit potenziellen neuen Mietern. Mit diesen sind auch bereits Besichtigungstermine ausgemacht. „Nun wundern sie sich, über die Information, dass ein Regionalladen auf den Flächen entsteht und melden sich bei mir“, schildert er. Die verfälschte Darstellung könne somit geschäftsschädigend sein. Auch sei dies kein Geschäftsgebaren. Gegebenenfalls behalte sich Feichtner auch rechtliche Schritte dagegen vor.

Auch wenn ganz Rimsting einen Regionalladen per Umfrage befürworten würde: Mit wem ein Privateigentümer letztlich den Vertrag abschließt, bleibt ihm überlassen und kann nicht von der Allgemeinheit bestimmt werden. „Hier würde ich dann als Buhmann dastehen“, kritisiert Feichtner das Vorgehen. Er weist auch daraufhin, dass sich die UWG doch bei fixen Plänen für einen Regionalladen dies auch auf die Fahnen schreiben würden.

Kommentare