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Bauausschuss der Marktgemeinde befürwortet Bauvoranfrage

Rege Bautätigkeit in Prien trotz hoher Preise – Kaum Angebot an bezahlbaren Wohnraum

In der Verlängerung der Schwalbenstraße, also dort, wo Bäume den Blick verdecken, erwägt ein Interessent, vier Mehrfamilienhäuser zu bauen.
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In der Verlängerung der Schwalbenstraße, also dort, wo Bäume den Blick verdecken, erwägt ein Interessent, vier Mehrfamilienhäuser zu bauen.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Ein Interessent will vier Mehrfamilienhäuser in Prien bauen. Das Gremium war einstimmig für die Nachverdichtung. Den vielen Wohnungssuchenden mit schmalen Geldbeutel vor Ort helfen solche Projekt allerdings selten weiter.

Prien – Einstimmig und diskussionslos erteilte der Bauausschuss der Marktgemeinde Prien in seiner Sitzung am Dienstag einem Antrag auf Vorbescheid sein Einvernehmen, der den Bau von vier Mehrfamilienhäusern zum Inhalt hat. Sie sollen laut Bauamtsleiter Thomas Lindner auf Grundstücken in der südlichen Verlängerung des Schwalbenweges zwischen der Bahnlinie München-Salzburg und der Neugartenstraße errichtet werden. Zur Anzahl der Wohnungen lagen im Antrag noch keine Informationen vor, wie er sagte. Trotz reger Bautätigkeit bleibt die Lage am Wohnmarkt in Prien angespannt. Das hat seine Gründe.

Zwischen 175 und 195 Quadratmeter

Das geplante Vorhaben befände sich in der südlichen Verlängerung des Schwalbenweges. Wie Bauamtsleiter Lindner in der Gemeinderatssitzung ausführte, sollen auf einem Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser mit einer Grundfläche von jeweils 175 Quadratmetern entstehen. Auf dem weiter östlich gelegenen Grundstück seien zwei Wohngebäude mit einer Grundfläche von jeweils 195 Quadratmetern vorgesehen.

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Alle vier Gebäude sind laut Lindner zweigeschossig bei einer Wandhöhe von 7,35 Metern dargestellt. Der First werde 11,30 Meter hoch. Oben drauf kämen Satteldächer. Aus den Grundrissen las Lindner heraus, dass bei den Gebäuden Pultdachgauben geplant sind. Aufgrund ihrer geplanten Größe seien die Dachaufbauten nicht mehr als untergeordnet anzusehen. Die Traufwandhöhe betrage 7,60 Meter über dem Gelände. Die Erschließung solle auf den Grundstücken privatrechtlich nachgewiesen werden, dieser Punkt sei jedoch nicht Gegenstand des Antrags auf Vorbescheid, erklärte Lindner.

Er wies das Gremium auch auf zwei im Plan eingezeichnete Tiefgaragenrampen hin. Der Nachweis der Stellplätze sei noch nicht geklärt. Da es für den Bereich, in dem sich die Grundstücke befinden, keinen Bebauungsplan gibt, gelten sie laut dem Bauamtsleiter als Innenbereich. Damit hat der Gemeinderat zu beurteilen, ob sich die Häuser in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen und damit zulässig sind. Diese Voraussetzung sah Lindner als gegeben an. Was die Baumaße betrifft, gebe es Bezugsfälle in der Nachbarschaft. Das gelte selbst für die 7,60 Meter hohen Dachaufbauten.

Den Weg für ein anderes Großprojekt geebnet hatte der Bauausschuss heuer in seiner Juli-Sitzung. Auf einem Areal von 2400 Quadratmetern sollen mitten im Ortszentrum an der Hochriesstraße ein neues Wohn- sowie ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Wie die Chiemgau-Zeitung bereits berichtete, sicherte sich die Marktgemeinde das Vorschlagsrecht für die Vermietung zweier Wohnungen und verlangte vom Bauherrn, einen Teil der Wohnungen zu sozialverträglichen Mietpreisen zur Verfügung zu stellen.

Penthouse für 3550 Euro Kaltmiete

Wie sehr da Not tut, zeigt ein Blick in diverse Immobilienportale im Internet. Da gibt es zum Beispiel ein „exklusives Penthouse mit Bergblick“ mit einer Kaltmiete von 3550 Euro im Angebot. Es gäbe aber auch für knapp unter einer Million Euro eine 150 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Wohnung zu kaufen. Etwas günstiger sind eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 86 Quadratmetern für 925 Euro Kaltmiete oder eine 63 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung für 700 Euro zu haben.

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und das Angebot wächst kaum:

Der Druck auf den Wohnungsmarkt in Prien ist laut Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) „leider sehr hoch“, wie er auf Nachfrage sagte. Die reizvolle Umgebung und die sehr gute Anbindung Priens Richtung München als auch Richtung Salzburg hätten einen hohen Zuzug, vor allem aus München, zur Folge. Zwar werde in Prien eifrig gebaut und nachverdichtet, bestätigt er, jedoch entstehe kein bezahlbarer Wohnraum. Somit werde „am Bedarf vorbei“ gebaut. Hohe Grundstückspreise und gestiegene Baukosten verteuerten die Wohnungen auf dem freien Markt. Die meisten Bauprojekte von Bauherren zielen laut Bürgermeister auf das hochpreisige Segment ab. Viele Menschen könnten sich das aber nicht leisten.

Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft federt Spitzen ab

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) mit Sitz in Wasserburg betreibt in Prien acht Wohnanlagen und stellt rund 200 Wohnungen zur Verfügung. Friedrich erinnert daran, dass erst vor Kurzem die neue Wohnanlage in der Hochfelln straße fertig gestellt worden ist. Dort investierte die GWG rund 2,3 Millionen Euro. Die Mietpreise liegen zwischen fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter.

Laut Geschäftsführer Martin Hintermayr besteht seit Jahren eine unverändert hohe Nachfrage. Wer eine Wohnung dort ergattert hat, gibt sie normalerweise nicht auf. „Der Knackpunkt ist, dass man die hohen Grundstückspreise nicht bezahlen kann, wenn man bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte“, so Friedrich. Es komme kaum vor, dass ein Eigentümer einen Preis niedriger ansetze, als er am freien Markt erzielen könne. „Das ist nur menschlich“, meint Friedrich. Ohne aktuell Näheres zu verraten, spricht er ein Grundstück an, dass im Besitz der Marktgemeinde ist. Dort solle in den nächsten Jahren bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

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