Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Der Kommunist plant jetzt Demos abseits von Corona

Rauswurf bei der Traunsteiner Linken: Corona-Demo-Organisator Lindlacher „froh drum“

Franz Lindlacher bei einer Corona-Demo in Traunstein im Juli 2020.
+
Franz Lindlacher bei einer Corona-Demo in Traunstein im Juli 2020.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
    schließen

Er hat 1989 die PDS im Landkreis aufgebaut, war später Vorsitzender bei „Die Linke“ - jetzt hat man Franz Lindlacher, den Kopf der Traunsteiner Corona-Demos, aus der Partei ausgeschlossen. Wir haben die Hintergründe recherchiert und mit beiden Seiten gesprochen.

Staudach-Egerndach/Traunstein - Es hat sich aufgestaut und hingezogen, aber jetzt ist das Kapitel beendet: „Inzwischen habe ich die Begründung zum Parteiausschluss auch schriftlich bekommen. Aber eigentlich bin ich froh drum, draußen zu sein“, sagt Franz Lindlacher im Gespräch mit chiemgau24.de. Über Jahrzehnte waren „Die Linke“ und die Vorgängerpartei PDS seine politische Heimat. Doch als sich Lindlacher ab 2020 an die Spitze der Traunsteiner Corona-Demos stellte - und damit offen gegen die Parteilinie - wurde es zu viel.

Parteiausschluss bei „Die Linke“ wegen Corona-Demos

Alle 14 Tage brachte der Staudacher drei- und vierstellige Demonstrantenzahlen in Traunstein auf die Straße. Lindlacher war und ist der wohl bekannteste Kopf der Proteste gegen die Anti-Corona-Maßnahmen im Landkreis. „Ja, die Demos hatten im Ausschlussverfahren eine gewisse Relevanz“, sagt auch Denis Holl. Er ist Vorsitzender der Linken im Kreis Traunstein, deren Vorstand den Ausschlussantrag im vergangenen Jahr auf den Weg brachte. Aus Datenschutzgründen will sich Holl zu den Gründen nicht breit äußern. Aber: Um hinausgeworfen zu werden, muss man sich „belegbar parteischädigend verhalten“, bestätigt Holl. Und das trifft auf Lindlacher nun offiziell zu.

Die Entfremdung zwischen Franz Lindlacher und der Linkspartei begann aber schon früher - ausgerechnet in jener Zeit, als der Staudacher selbst Chef des Kreisverbandes war. Während die Partei den Flüchtlingen ab 2015 sehr offen gegenüberstand, meint Lindlacher: „Wir sollten nicht alle Armen der Welt aufnehmen, nur weil sie ‚keinen Bock‘ mehr auf ihr Land haben.“ Das Asylrecht sei ein hohes Gut. Lindlacher trat 2016 wegen der Asylpolitik als Vorsitzender des Kreisverbands zurück. Ebenfalls ein Thema, das im Parteiausschluss eine Rolle gespielt habe, so Denis Holl.

Kommunist und „Putin-Versteher“ plant wieder Demo

Lindlacher baute die PDS 1989 im Landkreis überhaupt erst auf. Darauf scheint er stolz zu sein, „das bereue ich nicht“, sagt er. Im Gespräch bezeichnet sich Lindlacher als Kommunist. „Inhaltlich habe ich mit der Linkspartei nichts mehr zu tun.“ Auch wenn er den Parteiausschluss „bitter“ findet: Einspruch dagegen legte er nicht ein. Eine andere Partei visiert Franz Lindlacher nicht an. Mitglied beim „Deutschen Freidenker-Verband“ sei er inzwischen. Und auch Demos plant der Staudacher wieder, aber derzeit nicht zur Corona-Thematik: „Für Frieden, Freundschaft und freien Handel mit Russland und Ukraine“ soll das Motto einer Kundgebung in Traunstein Ende September lauten - „ich bin Putin-Versteher“, betont Lindlacher.

xe

Kommentare