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Historische Dokumente, Bilder und Hörstationen

Raritäten aus dem Stadtarchiv: Ausstellung beschreibt den Weg Traunsteins in die Moderne

Stadtansicht mit Eisenbahnviadukt von Max Laimgrub von 1885.
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Stadtansicht mit Eisenbahnviadukt von Max Laimgrub von 1885.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Die Städtische Galerie im Kulturforum der Klosterkirche zeigt bis 26. September die Ausstellung „Untertanen! Bürgerinnen und Bürger! – Leben in Traunstein zwischen Monarchie und Demokratie im Spiegel von Kunst und Kultur“. Ein umfangreiches Rahmenprogramm gibt es dazu.

Traunstein – Viel wird derzeit über die Demokratie als Errungenschaft der Moderne diskutiert. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Blick ins Laboratorium der Geschichte interessant. Also in die Zeit, in der die Demokratie in Deutschland erstmals konkrete Formen angenommen hat.

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Galerieleiterin Judith Bader und Stadtarchivar Franz Haselbeck zeigen Schätze und Raritäten aus der Kunstsammlung, dem Stadtarchiv und dem Heimatmuseum. Die Präsentation in der Städtischen Galerie geht der Frage nach, wie sich die gesellschaftlichen Umbrüche zwischen dem Stadtbrand von 1851 und dem Ende der Goldenen Zwanziger Jahre in Traunstein bemerkbar gemacht haben. Sie veranschaulicht die Auswirkungen sozialer und kultureller Ereignisse, technologischer Umwälzungen und politischer Erschütterungen sowie den damit einhergehenden Werte- und Normenwandel.

In der Gegenüberstellung von Gemälden, Dokumenten, Plakaten, Modellen, Fotografien und Alltagsgegenständen wird deutlich, wie sich im Laufe der Zeit das Selbstverständnis von Frauen, Männern und Kindern verändert hat. Aus Untertanen wurden Bürgerinnen und Bürger, die das Leben in Traunstein mitbestimmen und prägen wollten.

Mit der Eisenbahn kam der Aufschwung im Tourismus

Exemplarisch für die erste Phase macht eine Stadtansicht von Max Laimgrub von 1885 mit dem neugebauten Viadukt die Bedeutung des Eisenbahnbaus und des damit einhergehenden Tourismus und Neubürgerzuzugs für Traunstein deutlich. Nicht weniger aufschlussreich ist die Gegenüberstellung fotografischer Porträts verschiedener Bürger sowie Einblicke in Fotoalben und in das Studio des Fotografen Anton Grainer. Sie machen die Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen deutlich.

Judith Bader und Franz Haselbeck.

Fotos von zirkusreifen Turnern im Wochinger Spitz, Plakate von Theateraufführungen oder Akten des „Cither-Vereins“, des Rauchclubs „Volldampf“ oder des „Velociped Clubs“ veranschaulichen das neue Freizeitverhalten der Bürger.

Dass dieses nicht zuletzt vom technischen Fortschritt und neuer Mobilität angefeuert wurde, zeigen Fotografien von den ersten Automobilen, Radfahrern, einem Zeppelinflug oder dem 1. Ballonaufstieg in Traunstein im Jahr 1913.

Entwicklung zur Behördenstadt

Weitere Themengebiete sind unter anderem die Entwicklung Traunsteins zur Schul- und Behördenstadt, der Aufschwung des Kurwesens und antisemitische Stimmungsmache um die Jahrhundertwende. Einblick in die Stimmungslage der damaligen Zeit geben zwei Hörstationen zum Prinzregentenbesuch und zu Feldpostbriefen aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Ausstellung ist mittwochs bis freitags von 11 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr zu sehen.

Theater und Kochkurs nach historischen Rezepten:

Im Rahmenprogramm der Ausstellung gibt es geführte Ausstellungsrundgänge donnerstags, 26. August, um 11 Uhr sowie 9. September um 19 Uhr und 25. September um 16 Uhr. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, um 19 Uhr, führen Galerieleiterin Judith Bader und Stadtheimatpflegerin Dr. Lydia Großpietsch durch das Kulturforum. Das Stück „Mutter“ frei nach dem Roman „Das Leben meiner Mutter“ von Oskar Maria Graf inszeniert die Theaterwerkstatt Traunstein täglich von Freitag. 10., bis Sonntag, 12. September, jeweils um 20 Uhr. Eine Anmeldung unter der Nummer 0861/16 43 19 ist nötig. Einen Ausstellungsbesuch mit Kochkurs nach historischen Rezepten „Mahlzeit: Ochsengurgeln und trunkene Jungfern“ bietet das Katholische Kreisbildungswerk am Freitag, 17. September, ab 16 Uhr an. Die Anmeldung erfolgt unter der Nummer 0861/6 94 95.

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