Rätsel um tote Forellen vom Priener Mühlbach: Wer hat etwas beobachtet? 

Rund 50 tote Forellen fand der Gewässerwart des Priener Sportfischereivereins an einem Abschnitt des Mühlbachs. Die Wasserschutzpolizei Prien ermittelt nun, woran die Fische verendet sind. Wasserschutzpolizei

Rätselhaftes Fischsterben in Prien: Ein Angler entdeckt rund 50 verendete Tiere im Mühlbach beim Bahnübergang an der Harrasser Straße. Die Polizei schätzt, dass eine Gewässerverunreinigung der Grund dafür sein könnte. Noch wartet man auf Untersuchungsergebnisse von Tieren und Wasser.

Prien – Die toten Forellen im Mühlbach beschäftigen weiter die Wasserschutzpolizei Prien. Wie berichtet, fanden die Beamten am Wochenende nach dem Hinweis eines Anglers im Bachbett östlich des neuen Bahnüberganges an der Harrasser Straße etwa 50 verendete Fische.

Zeugen gesucht

Im Moment werde untersucht, so Roland Kempf, Leiter der Wasserschutzpolizei, ob das Fischsterben mit dem Biogasunfall vom Dezember vergangenen Jahres zusammenhängen könnte oder eine andere Ursache hat. Verendete Tiere, Wasser- und Bodenproben wurden umgehend sichergestellt. Eingesammelt hat die toten Fische der Gewässerwart des betroffenen Priener Sportfischereivereins. Die Polizei nimmt den Fall sehr ernst.

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Nach wie vor bittet sie darum, Personen, die in der jüngsten Zeit verdächtige Wahrnehmungen am Mühlbach gemacht haben, sich unter Telefon 08051/90570 zu melden. „Insbesondere wäre für die Polizei interessant, ob im Zeitraum vom Dienstag bis Freitag vergangener Woche, im Wasser des Mühlbaches, unterhalb des Bahnüberganges Harrasser Straße, etwas Außergewöhnliches wie beispielsweise Schaum oder starke Trübung, beobachtet werden konnte“, erläutert Kempf.

Fische werden noch untersucht

Nach aktuellem Stand zu Redaktionsschluss wartet die Polizei auf das Ergebnis der Untersuchung der Fische. Eingeschickt wurden sie und Wasserproben über das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim an das Landesamt für Umweltschutz. Nach erster, vorsichtiger Einschätzung tendieren die Ermittlungen in Richtung einer kurzfristigen Verunreinigung des Wassers in besagtem Bachabschnitt – sei es beabsichtigt oder unwissentlich. „Die Staatsanwaltschaft wird in jedem Fall eingeschaltet“, heißt es seitens der Polizei. In Traunstein gibt es dafür eigens einen Umwelt-Staatsanwalt. Handelt es sich um eine Gewässerverunreinigung, droht dem Verursacher nach Paragraf 324 StGB eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, sogar der Versuch ist strafbar.

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In der Vergangenheit mussten Chiemgauer Wasserschutzbeamte mehrfach wegen Gewässerverunreinigungen ermitteln: 2018 leitete beispielsweise ein Mann in Bergen ein Heizölgemisch über einen Gulli in einen Bergener Bach; 2017 entsorgte eine Person in Truchtlaching Altdiesel im Türkengraben. Im selben Jahr hatte es die Wasserschutzpolizei Prien mit einem 100 Meter langen Ölteppich im Bernauer Hafen zu tun, der wohl beim Betanken eines Bootes ausgelaufen war. sen

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