Rimsting und Breitbrunn

Ringen um Radweg zum Langbürgner See geht weiter: „Wir lassen nicht locker“

Geht es nach den Gemeinden Rimsting und Breitbrunn, soll es hier in Zukunft einen sicheren Radweg geben. Dieser Wunsch ist nicht neu und scheiterte bisher am Widerstand der Unteren Naturschutzbehörde und des Landkreises.
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Geht es nach den Gemeinden Rimsting und Breitbrunn, soll es hier in Zukunft einen sicheren Radweg geben. Dieser Wunsch ist nicht neu und scheiterte bisher am Widerstand der Unteren Naturschutzbehörde und des Landkreises.
  • Elisabeth Sennhenn
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  • Heidi Geyer
    Heidi Geyer
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Das Ringen um den Radweg zum Langbürgner See geht weiter: Sowohl Rimsting als auch Breitbrunn sprechen sich dafür aus, sind aber bislang am Landratsamt gescheitert. So wollen sie weitermachen.

Rimsting/ Breitbrunn – Über die weitere Vorgehensweise in Sachen Radweg von Rimsting-Bahnhof über Stetten zum Langbürgner See beriet sich jüngst der Rimstinger Gemeinderat. Wie mehrfach berichtet, besteht für Radfahrer, die zum Langbürgner oder auch zum Stettner See wollen, entlang der RO10 keine durchgehende, sichere, und vom Straßenverkehr abgetrennte Spur. „Es ist ein sehnsüchtiger Wunsch unserer Bürger, dass dort ein Radweg entsteht“, so Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU). Die Gemeinde stehe voll hinter diesem Wunsch. Man sei sich aber auch im Klaren darüber, dass „es hier keine schnelle Lösung geben wird.“

Einwände der Naturschutzbehörde

Denn für die Baumaßnahmen sei der Landkreis Rosenheim zuständig, und bisherige Vorstöße seitens der Gemeinde seien bekanntlich an Einwänden der Unteren Naturschutzbehörde gescheitert. Zur Erinnerung: Der Langbürgner See ist mit seiner Fläche von einem Quadratkilometer der größte der 18 Seen im Naturschutzgebiet Eggstätt-Hemhofer Seenplatte.

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Für einen Radweg – der laut seiner Befürworter vermutlich beidseitig der RO10 angelegt werden müsste – müssten mit großer Sicherheit auch Bäume weichen. Selbst Naturfreunde wie Iris Feuchtmeir von der Rimstinger Bund Naturschutzgruppe, die dem Radverkehr gegenüber positiv eingestellt sind, befürchten massive Eingriffe in die Natur.

Radfahrer wichtiger als Bäume?

Es gibt jedoch auch Stimmen wie die von Ex-Gemeinderat Johann Nußbaum, der sagt: „Radfahrer müssen sich im Straßenverkehr sicher fortbewegen können, das muss wichtiger sein als ein paar Bäume.“

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Im Freistaat ist das „Recht auf Genuss der Naturschönheiten und auf Erholung in der freien Natur“ durch Artikel 141, Absatz drei, der Bayerischen Verfassung, festgeschrieben. Es ist „zu einem jedermann zustehenden subjektiven Recht im Range eines Grundrechts“ erhoben worden. In Rimsting steht nun die Frage im Raum, ob dieses Recht nicht auch den Radfahrern in die Hände spielen könnte.

Dringender Handlungsbedarf

Rimsting ist sich mit seiner Nachbargemeinde Breitbrunn einig, dass aufgrund der Unfallhäufigkeit und dem Schulbusunglück Mitte September „dringender Handlungsbedarf“ bestehe, so Fenzl.

„Höchste Wichtigkeit hat der Radweg für mich aus Sicherheitsgründen. Wir haben Fahrradwege nun fast überall, aber ausgerechnet an der gefährlichsten Stelle fehlt er“, sagt Anton Baumgartner, Bürgermeister in Breitbrunn. Für den Naturschutz sei ein Radweg vermutlich sogar förderlich, da man derzeit nur motorisiert zum Seengebiet komme. Schließlich würden viele Radfahrer den Weg wegen der Gefahren meiden, so der Bürgermeister.

„Wir hatten bereits eine mündliche Zusage des früheren Landrats zum Radweg – an den Gemeinden hängt es nicht“, sagt Baumgartner. Auch mit den betroffenen Grundstückseigentümern seien seitens der Gemeinde schon Gespräche geführt worden, so Breitbrunns Bürgermeister.

Kommt ein Tempolimit?

Rimsting, so Geschäftsführerin Regina Feichtner, wünsche sich auf der gesamten Strecke von Stetten vorbei am Langbürgner See eine Geschwindigkeitsreduzierung, „am besten auf 60 km/h, wie es auch in Stetten der Fall ist“. Und einen Warnhinweis, etwa: „unfallträchtige Strecke“. Mit 16:0 Stimmen – Gemeinderat Anton Schleipfner war verhindert – beschoss das Rimstinger Gremium in der Sitzung, die Tempodeckelung samt Warnhinweis beim Landratsamt zu beantragen – „auch, wenn wir wissen, dass es mit dem Tempolimit wahrscheinlich schwierig wird“, wie Feichtner zugibt. Locker lassen wolle man aber auf keinen Fall. Das Schreiben soll in den kommenden Tagen an die Behörde gehen.

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