Mit dem Radl bis nach Hamburg gereist

Der jetzt verstorbene Reinhard Bauer war unter anderem auch begeisterter Radler; hier auf einer Tour nach Hamburg. Privat

Breitbrunn –  Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb ganz unerwartet im Alter von 72 Jahren Breitbrunns Dritter Bürgermeister Reinhard Bauer.

Geboren 1947 als Kind der Bauersleut‘ Anna und Alfred Bauer im oberfränkischen Münchberg wuchs Reinhard Bauer mit vier Geschwistern in Kornbach auf. Nach den ersten Lebensjahren im Elternhaus der Mutter, einem Gasthof mit Landwirtschaft, zog die Familie 1951 auf einen Einödhof, dem „Werkla“, am Fuße des Waldsteins im Fichtelgebirge, wo Reinhard Bauer auch bis 1965 mit arbeitete.

Dem Besuch der Dorfschule folgte eine Lehre zum Mechaniker in einer Maschinenbaufirma in Gefrees. Nach ein paar Zwischenstationen und der Meisterprüfung als Büromaschinenmechaniker wechselte Bauer ins Großrechenzentrum der Münchner Firma Siemens.

Die berufsbegleitende Ausbildung in der „Programmierung von Steueranlagen für Computertechnologie“ ermöglichte es ihm, 1972 beim Aufbau des Rechenzentrums für die Olympischen Sommerspiele im Olympiazentrum mitzuarbeiten – ein Höhepunkt seiner Berufslaufbahn und eine einzigartige Möglichkeit, in einem neuen Beruf an dem wichtigen Ereignis mitwirken zu können. Es folgte noch eine weitere Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker.

1972 lernte Reinhard Bauer durch die gemeinsame Tätigkeit bei Siemens Irmingard Baumgartner kennen und 1978 läuteten die Hochzeitsglocken für die beiden. Sie schenkten den Töchtern Christine und Claudia das Leben und die Familie wuchs um drei Enkelkinder, die Bauers ganzer Stolz waren.

Parallel dazu erfolgte 1985 die Gründung der Firma IHS Softwaresysteme GmbH, in gemeinsamer Geschäftsführung mit Gattin Irmingard, seit den 1990er-Jahren mit Geschäftssitz in Breitbrunn.

Da Reinhard Bauer bereits während seiner Münchner Zeit politisch aktiv war, setzte sich das auch nach dem Umzug in Breitbrunn weiter fort. So gründete er eine eigene Wählergruppe und organisierte unter dem Motto „90 Minuten für Breitbrunn“ unterschiedlichste Veranstaltungen zu aktuellen Themen in der Gemeinde.

Seit 1996 im Gemeinderat unterstützte er ab 2002 als Dritter Bürgermeister die jeweiligen Gemeindeoberhäupter. Im Rahmen dieses Engagements setzte er sich für verschiedenste Themen, unter anderem den Bau der Mehrzweckhalle ein und war bis zuletzt Verbandsrat im Abwasserzweckverband.

Reinhard Bauer war vielseitig interessiert, sehr gesellig und gerne unter Menschen. Da er gerne etwas Neues ausprobierte, fuhr er zum Beispiel als begeisterter Radler der Elbe entlang bis nach Hamburg, unternahm aber auch viele Touren mit dem Wohnmobil durch Deutschland und Europa, unter anderem von Breitbrunn bis nach Spanien. Zudem war er ein leidenschaftlicher Golf- und passionierter Kartenspieler, zudem ertüchtigte er sich beim Nordic Walking.

Als monetärer Förderer verschaffte er den Vereinen viele zusätzliche Möglichkeiten. Aber auch Schicksalsschläge musste er hinnehmen und 2014 seine geliebte Frau zu Grabe tragen.

Für die Gemeinderatswahlen im März hatte Reinhard Bauer nicht mehr kandidiert, weil er sich aus der Kommunalpolitik zurückziehen wollte.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie wurde der Verstorbene im engsten Familienkreis beigesetzt. Eine öffentliche Trauerfeier wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Karl Wastl

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