„Grenzenlos Radfahren“

Zum Abstrampeln zwischen Bayern und Tirol: Radwegenetz im Inntal wird ausgebaut

Die Machbarkeitsstudie wurde nun abgeschlossen und die Ergebnisse liegen vor: So könnte künftig das neue Radfahr-Netzwerk zwischen Bayern und Tirol aussehen.
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Die Machbarkeitsstudie wurde nun abgeschlossen und die Ergebnisse liegen vor: So könnte künftig das neue Radfahr-Netzwerk zwischen Bayern und Tirol aussehen.
  • vonWerner Stache
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  • Barbara Forster
    Barbara Forster
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Die drei Tiroler Gemeinden Niederndorf, Walchsee und Kössen sowie die drei bayerischen Gemeinden Kiefersfelden, Oberaudorf und Flintsbach wollen gemeinsam die Radwege im Inntal verbessern. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Grenzenlos Radfahren“ liegen nun vor. Jetzt kann es in die Umsetzung gehen.

Inntal – Radfahren über die Grenzen hinweg: Um die Infrastruktur für Radler zu verbessern, ziehen die drei Tiroler Gemeinden Niederndorf, Walchsee und Kössen sowie die drei bayerischen Gemeinden Kiefersfelden, Oberaudorf und Flintsbach an einem Strang. 2018 entstand die Idee, eine grenzüberschreitende Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der Radwege im Inntal in Auftrag zu geben. Im Leader--Projekt „Grenzenlos Radfahren“ wurden die Verbindungen der Ortszentren für den Alltagsradverkehr durch ein Planungsbüro analysiert und konkrete Radwegausbauten vorgeschlagen. Das Endergebnis der Arbeit liegt nun vor: 21,6 Kilometer Wege sollen neu- beziehungsweise ausgebaut werden.

Das Ziel: mehr Leute auf’s Rad zu bringen

Neben den Vertretern der sechs Gemeinden zählen auch die Tourismusverbände in Kiefersfelden, Oberaudorf, Flintsbach und das Kufsteinerland sowie die beiden LEADER-Regionen KUUSK (Kufstein und Umgebung – Untere Schranne – Kaiserwinkl) und Mangfalltal-Inntal zu den Projektpartnern.

Die Region zwischen Inntal und Kaiserwinkl ist schon jetzt beiderseits des Inns eng verzahnt. Mit dem angestrebten Projekt soll ein positiver Beitrag zum Abbau von Barrieren und für den Klimaschutz geleistet werden. Viele der geprüften Abschnitte sind dabei entlang von bestehenden Landesstraßen vorgesehen, um schnellstmögliche Fahrten zwischen den Dörfern zu ermöglichen. Auch an der Innbrücke zwischen Oberaudorf und Niederndorf sind Verbesserungen geplant, um Pendlern das Radeln zu erleichtern.

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Werner Schroller, Leiter der Tourist-Info in Kiefersfelden, war in das Leader--Projekt eingebunden und erläuterte auf Nachfrage, wie das Wegenetz verlaufen soll: In Kiefersfelden soll eine Anbindung vom bestehenden Inn-Radweg in die Ortsmitte verlaufen. In Flintsbach ist eine Anbindung zwischen Autobahn und Eisenbahn weiter nach Oberaudorf geplant, ebenso durch Holzen über Walchsee weiter nach Kössen.

Die Situation für Radfahrer auf der Innbrücke zwischen Oberaudorf und Niederndorf soll verbessert werden.

Gemeinsam mit den zuständigen Behörden wollen die Gemeinden nun an den nächsten Schritten arbeiten. Ziel sei auch, von neuen Förderprogrammen zum Infrastrukturausbau sowohl in Österreich als auch in Deutschland profitieren. Die Kosten der Studie von rund 47 000 Euro wurden zu 70 Prozent (Deutschland) beziehungsweise 80 Prozent (Österreich) über nationale und EU-Mittel gefördert.

Stefan Lederwascher, Bürgermeister von Flintsbach, befürwortet die Idee, bestehende Forst- und Waldwege flächensparend zu nutzen. Radweg-Lücken zu schließen ist in seinen Augen „sinnig“. Vor allem dann, wenn man auf Bestehendes zurückgreift, um den Landwirten nicht den Grund wegzunehmen.

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„Es ist sinnvoll, wenn die Radwege zusammengebracht werden“, findet Hajo Gruber, Rathauschef von Kiefersfelden. Jetzt müsse man nur in die Umsetzung kommen. „Jeder hat jetzt Hausaufgaben.“ Zu den Kosten könne er noch nicht sagen: „Wir sind gerade dabei, den Haushalt aufzustellen.“

Das Projekt sei kein touristisches, sondern sei an Arbeitspendlern adressiert, stellt Oberaudorfs Bürgermeister Matthias Bernhardt klar. Und das sei durchaus positiv zu bewerten.

Tiroler Gemeinden sind positiv gestimmt

Positives Echo auch aus den Tiroler Gemeinden: Dieter Wittlinger, Bürgermeister von Walchsee, berichtet, dass die Radwege bei ihnen in der Region üblicherweise auf den Gemeindestraßen verlaufen. Es fehle ein „gut ausgebautes“ Netzwerk entlang der Bundesstraße. Die Möglichkeit, per Rad auf die bayerische Seite zu gelangen, sei eine „gewaltige Sache“.

„Wir finden alles gut, was die Grenzen weniger spürbar macht“, sagt auch Christina Ritzer, Bürgermeister von Niederndorf. Speziell die Verbindung der Tiroler Gemeinden zum Bahnhof Oberaudorf gehört in seinen Augen verbessert. Entscheidend sei, dass man jetzt in die Umsetzung komme, findet Kössens Bürgermeister Reinhold Flörl. Er ist zuversichtlich, dass im Frühjahr 2021 mit dem ersten Teilabschnitt zwischen Walchsee und Kössen gestartet werden kann.

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