Qualität kontra Kosten

Unterwössen - Im Vorfeld der Kommunalwahl im März besuchte der Landratskandidat Josef Konhäuser, SPD, auch die SPD Oberes Achental im Landhotel Gabriele. Die Diskussion mit den Bürgern vertiefte die Themen öffentlicher Nahverkehr und Qualität im Tourismus. Die Unterwössner Bewerber für den Gemeinderat in dieser Versammlung stellten sich kurz vor. Auch die beiden Gemeinderatsbewerber für Schleching waren nach Unterwössen gekommen.

Der erste Stellvertreter des Landrats, Josef Konhäuser, rechnet sich gute Chancen für seine Wahl zum Landrat aus. Als seinen Vorteil sieht der SPD-Mann seine langjährigen Erfahrungen als Landratstellvertreter und als angestellter Sicherheitsingenieur in der freien Wirtschaft. Konhäuser freute sich, unter den rund 20 Zuhörern die Bürgermeister aus Schleching und Unterwössen, Josef Loferer und Hans Haslreiter, beide CSU, wie auch den Zweiten Unterwössner Bürgermeister Barthel Irlinger (Oberwössner Wählergruppe) zu sehen. Konhäuser gab einen Überblick über seine Themen (wir berichteten ausführlich).

Als Konhäuser seine Einschätzung des Tourismus als Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektive für den Landkreis schilderte, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Konhäuser wünscht sich qualitativ hochwertige Hotels, aber vor allem Maßnahmen zur Stützung der kleinen Vermieter. Gerade denen möchte er eine Qualitätsoffensive über kleine Verbände und Kreisunterstützung ermöglichen.

Waltraud Eisenberger, Schleching, warnte, zu viel auf Qualität zu setzen. Investitionen der kleinen Vermieter würden das Angebot gerade für Rentner und sozial schwächere Urlaubsgäste verteuern.

Konhäuser vertrat demgegenüber die Meinung, dass der Chiemgau ohnehin keine Adresse für Billigurlauber sei. Die würden in Tourismuszentren reisen, die durch Massenunterbringungen Preisvorteile bieten könnten. Tatsächlich zeigten Untersuchungen, dass der durchschnittliche Chiemgauurlauber ein Maß ordentlicher Qualität verlangt und gern bereit ist, dafür zu zahlen. Konhäuser sieht deshalb den Weg, mit mehr Qualität die Anforderungen der Gäste zu erfüllen.

Waltraud Eisenberger wünschte sich ein stärkeres Augenmerk des Landkreises auf den Schülerbusverkehr. Ihr Mann nannte Beispiele, dass aufgrund von Umsteigeregelungen innerhalb der RVO Schüler über mehrere Kilometer Landstraße überwiegend stehend in übervollen Bussen transportiert würden. Konhäuser bestätigte einen Handlungsbedarf, verwies aber zugleich auf die Schwierigkeiten. Das Landratsamt sei grundsätzlich nicht zuständig. Er sieht trotzdem erheblichen Gesprächsbedarf. Langfristig setzt er zudem auf ein überzeugendes Schulangebot vor Ort, um ausufernden Schülertourismus in Schulzentren zu verhindern. Er investiere Geld lieber in die Schulen als in den Schüler-Busverkehr. lfl

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