Krisenstab Traunstein: Fachberater Alexander Gröbner betreut Notfallvorsorge in Corona-Zeiten

Fachberater-PSNV-Videokonferenz: Alexander Gröbner (rechts), Leiter des Kriseninterventionsteam der Malteser, gehört der Örtlichen Einsatzleitung als Fachberater PSNV an.
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Fachberater-PSNV-Videokonferenz: Alexander Gröbner (rechts), Leiter des Kriseninterventionsteam der Malteser, gehört der Örtlichen Einsatzleitung als Fachberater PSNV an.

Das Hauptaugenmerk aller Maßnahmen und Regeln während der Corona-Pandemie liegt darauf, die Ausbreitung des Virus einzuschränken und damit eine Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern. Jeder Notfall und jeder Kranke – nicht nur Covid19-Patienten – sollen bestmöglich behandelt werden.

Traunstein – Örtlicher Einsatzleiter Christof Grundner bedient sich verschiedener Fachberater, die dem Krisenstab zu verschiedenen Fachthemen zuarbeiten. Einer dieser Fachberater ist Alexander Gröbner vom Malteser Hilfsdienst – sein Fachthema ist die Psychosoziale Notfallversorgung, kurz PSNV. Was ist damit gemeint? Die PSNV umfasst in seiner Gesamtheit alle Aktionen und Vorkehrungen, die getroffen werden, um betroffenen Menschen, wie Patienten, deren Angehörigen und Hinterbliebenen, ebenso wie Einsatzkräften zu helfen, ihre psychischen Belastungen zu verarbeiten. Alexander Gröbner, Leiter des Kriseninterventionsteams (KIT) der Malteser hat im Auftrag des Krisenstabs ein Konzept der Psychosozialen Notfallversorgung in der Pandemie-Situation erstellt.

Zusammen mit Tobias und Martin Spörlein analysierte er die Krisensituation. Aufgrund der möglichen Belastungen und ihrer Bedürfnisse erarbeitete das Trio Handlungsempfehlungen und stellte Angebote und Ressourcen der psychosozialen Hilfe zusammen. Um der besonderen Herausforderungen entgegentreten zu können, wurde das schon bestehende Netzwerk aller Fachdienste und Einrichtungen im Bereich der PSNV noch fester geknüpft. Dazu zählt das Kriseninterventionsteam im Rettungsdienst, in dem Malteser Hilfsdienst und Bayerisches Rotes Kreuz in Kooperation zusammenarbeiten und nach plötzlichem Tod und extrem belastenden Ereignissen Angehörigen und Hinterbliebenen, ebenso Augenzeugen und Ersthelfern Beistand leisten. Das Helferinterventionsteam (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein und das CISM-Team des BRK stehen Einsatzkräften zur Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen zur Verfügung. Der Kriseninterventionsdienst der Bergwacht (KID Berg) ist ebenso Teil des Netzwerkes an PSNV-Diensten wie der Krisendienst Oberbayern, die Kirchen und deren Seelsorger und viele mehr.

Besonderes Augenmerk legt die örtliche Einsatzleitung auf die Fürsorge von Einsatz- und Führungskräften der Hilfs- und Rettungsdienste. Nicht außer Acht gelassen wurden mögliche seelische Belastungen des Personals in Kliniken und in Alten- und Pflegeheimen. Dazu wurden erste Empfehlungen erstellt, vor allem aber betont, dass die Entwicklung der Pandemie laufend beobachtet werden müsse. Die Belastung für Pflegekräfte und Klinikpersonal hängt stark von der Aus- und Belastung des Gesundheitssystems ab.

Weiterhin und trotz der aktuellen Corona-Pandemie im Einsatz ist das Kriseninterventionsteam Traunstein. Die Krisenhelfer und -berater der Malteser und des Bayerischen Roten Kreuzes rücken nach wie vor aus, wenn sie von Rettungskräften oder Polizei angefordert werden, um Menschen nach unerwartetem Tod von Angehörigen und geliebten Mitmenschen zur Seite zu stehen.

Zudem erfahren die ausrückenden KIT-Helfer schon bei der Alarmierung von der Integrierte Leitstelle Traunstein, ob bei den Betroffenen ein konkreter Covid-19-Verdacht nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Dienste der Psychosozialen Notfallversorgung, die fast ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern erbracht werden, sind aus dem Hilfeleistungssystem im Landkreis Traunstein nicht mehr wegzudenken. Menschen erleiden nicht nur äußerliche Verletzungen oder akute Erkrankungen, auch die Psyche bedarf bei akuter Belastung einer schnellen Ersten Hilfe, unabhängig ob Corona-Krise oder „Leben im Normalzustand“.

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