Prozess: Mann aus dem Chiemgau soll sich an seinen Töchtern vergangen haben

Gerichtssache: Wegen sexuellen Missbrauchs von Tochter und Stieftochter muss sich heute ein Mann in Traunstein verantworten. Foto/dpa/picture-alliance
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Gerichtssache: Wegen sexuellen Missbrauchs von Tochter und Stieftochter muss sich heute ein Mann in Traunstein verantworten. 
  • Michael Weiser
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Es waren verstörende Bilder, die Ermittler auf den Laptops und dem Smartphone eines Verdächtigen fanden. Sie zeigen den Mann, wie er sich offenbar an seiner Tochter und an seiner Stieftochter vergeht. Am Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Traunstein die Verhandlung wegen schweren sexuellen Missbrauchs.

Traunstein - Ab morgen muss sich ein 59-jähriger Chiemgauer wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des Herstellens und des Besitzes von Kinderpornografie verantworten. Entdeckt wurden in seinem Besitz außerdem jugendpornografische Dateien.

Die Ermittler der Polizei waren im Herbst vergangenen Jahres durch einen „Hinweis aus seinem Arbeitsumfeld“ auf den 59-Jährigen Mann aufmerksam geworden. Bei einer Durchsuchung seines Wohnanwesens und seines Autos im Oktober 2019 stellten sie ein i-Phone sowie zwei Apple MacBooks aus dem Besitz des Mannes sicher, auf denen sie die widerlichen Bilder entdeckten.

Die Untaten filmte er mit seinem Smartphone

Demnach gehen die Behörden davon aus, zumindest in einer Reihe von Fällen genau belegen zu können, was der Mann im Zeitraum eines Jahres seiner zunächst achtjährigen Stieftochter und seiner zunächst zweijährigen leiblichen Tochter angetan haben soll.

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Es war demnach in einer Nacht vor zwei Jahren, als sich der Mann im Kinderzimmer seiner Stieftochter, damals acht Jahre alt, näherte und sich an dem schlafenden Kind verging.

Was genau er dabei tat, zeigten vier Videosquenzen, die die Ermittler sicherstellen konnten. Danach soll der Mann seine Stieftochter noch mindestens fünfmal missbraucht haben. Seinen Trieb konnte der Mann offenbar nur kurz bändigen.

Strafrahmen sieht bis zu 15 Jahre vor

Nachdem er sich in der ersten durch seine eigenen Bilder belegten Nacht an seiner Stieftochter vergangen hatte, tat er laut Staatsanwaltschaft am folgenden Morgen im Schlafzimmer seinem kleinen leiblichen Kind sexuelle Gewalt an. Die Frau des Mannes schlief währenddessen in einem andern Zimmer. Er überfiel seine kleine Tochter zu einem späteren Zeitpunkt nochmals.

Die Bilder, die er mit seinem i-Phone von seinen Untaten machte, könnten dem 59-Jährigen jetzt zum Verhängnis werden. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. we

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