WOHNMOBILSTELLPLATZ IN FELDEN

Provisorium wird zur Dauereinrichtung

War bislang nicht sicher gewesen, ob die Gemeinde Bernau den Wohnmobilstellplatz in Felden weiter anbietet, so herrscht jetzt Gewissheit: Er bleibt bestehen. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die bislang lediglich provisorisch betriebene Anlage auf Dauer einzurichten.

Bernau – Im Ortsteil Felden war früher einmal ein Campingplatz gewesen – doch diese Zeiten sind längst vorbei. Vor ein paar Jahren schuf die Gemeinde dann neben dem Parkplatz an der Gaststätte „Badehaus“ Abstellplätze für Wohnmobile. Ein Sanitärgebäude stellte sie zur Verfügung, ehrenamtliche Betreuer setzte sie ein, die sich um die Urlauber kümmern, die am Ufer des Chiemsees stehen bleiben und übernachten.

Maximal 50 Fahrzeuge können in Felden abgestellt werden. Mit diesem Angebot stößt die Gemeinde auf großes Interesse – Tendenz immer weiter zunehmend. Der Wohnmobilstellplatz erfreue sich, wie Bürgermeister Philipp Bernhofer nun im Gemeinderat festhielt, „steigender Beliebtheit“. Da der Platz aber nur provisorisch betrieben werde, und weil auch eine Betreuung derzeit nur ehrenamtlich erfolge, seien die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Diese Grundsatzentscheidung fiel jetzt im Gemeinderat. Einhellig war das Gremium der Meinung, die Behelfs- in eine Dauerlösung umzuwandeln. Wann sie kommt, ist noch offen.

Auseinander gingen die Ansichten, als die Gemeinderäte begannen, die Einzelheiten festzulegen. Insbesondere diskutierten sie über die künftige Größe der Anlage. Die Frage lautete: Reicht der bisher genutzte Bereich – oder müssen die Flächen, die sich östlich des angrenzenden Grabens befinden, hinzugenommen werden?

Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) brach eine Lanze für die große Lösung. Er sagte, dass der Gemeinderat immer von der Förderung des Tourismus rede und nun auch in diesem Sinne handeln müsse. Der Platz für eine Erweiterung der Anlage sei vorhanden. Er appellierte an die anderen Gemeinderäte, diese „Chance zu ergreifen“.

Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass sich der Gemeinderat zum Ziel gesetzt habe, den Chiemseepark Felden zu überplanen. Dass das Gremium nun im Vorgriff auf alle weiteren Überlegungen allein über die Zukunft des Wohnmobilstellplatzes entscheide, sei „absolut unglücklich“. Bernhofer gab ihr Recht, erklärte jedoch, dass jetzt Handlungsbedarf gegeben sei: Die Saison stehe vor der Tür, eine Entscheidung sei jetzt zu treffen.

Für die kleine Lösung sprach sich Michaela Leidel (Bernauer Liste) aus. Die Wohnmobilstellplätze sind ihren Angaben zufolge „sehr gut“, die Gäste bringen auch und nicht zuletzt den einen oder anderen Euro in die Gemeinde Bernau. Eine Ausdehnung über den Graben hinaus lehnte Leidel jedoch ab, damit die dortige Wiese von Vereinen wie dem Bern auer Segelclub Felden genutzt werden kann. In seiner bisherigen Größe sei der Wohnmobilstellplatz „erträglich“.

Dritter Bürgermeister Alexander Herkner (SPD) vertrat hingegen die Auffassung, dass die Gemeinde den Stellplatz erweitern solle. Je mehr Wohnmobilfahrer stehen blieben, desto wirtschaftlicher könne der Betrieb geführt werden.

Auch Irene Biebl-Daiber (CSU) war für die große Lösung. Sie kritisierte, dass die Weichenstellung zu spät erfolge. Bernhofer erwiderte ihr, dass das beauftragte Büro die Planung nicht so schnell wie gehofft geliefert habe.

Ferdinand Hinke (Bündnis 90/Die Grünen) wie auch Franz Praßberger (Freie Wähler/Überparteiliche Wählergemeinschaft) machten sich jeweils für die kleine Lösung stark, weil Rückzugsorte gewahrt bleiben müssten, die freien Flächen am Chiemseeufer „rar“ seien. Und Hansjörg Decker (Bern auer Liste) meinte, dass die Anwohner für die kleine Lösung seien.

Stellplatz bleibt auf bisherige Fläche beschränkt

Schließlich traf das Gremium eine Entscheidung: Mit 13:7-Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass der Wohnmobilstellplatz auf die Flächen westlich des Grabens beschränkt bleibt.

Verpachtet die Gemeinde den Betrieb – oder bewerkstelligt sie ihn selbst? Auch über diese Frage diskutierte der Rat. Biebl-Daiber kritisierte, dass keine Zahlen vorlägen: dass zu erwartende Einnahmen und Ausgaben nicht gegeneinander abgewogen worden seien. Franz Lackerschmid (CSU) schlug vor, den Betrieb selbst in die Hand zu nehmen. Wenn die Gemeinde ihn auf 20 oder 25 Jahre verpachte, dann seien ihr so lange die Hände gebunden, dann könne sie die Fläche auch nicht anders nutzen.

Ein Eigenbetrieb sei „erheblich teurer“, votierte auch Herkner für eine Verpachtung. Außerdem könne die Gemeinde in diesem Falle dann Vorgaben für die Gestaltung des Platzes erteilen.

Bernhofer brach eine Lanze für eine Verpachtung auf mindestens 20 Jahre. Wenn die Gemeinde den Betrieb selbst in die Hand nehme, dann „sind wir ein Unternehmen“ – was aber eine Verwaltung nicht sein sollte. Bürger in Bernau haben laut Bernhofer Interesse einzusteigen. Der Rathauschef schlug vor, potenzielle Pächter einmal anzuschauen.

Am Ende war die Entscheidung eindeutig; Mit 19:1-Stimmen – allein Zeitlmann war dagegen – beschloss der Gemeinderat die Verpachtung des künftigen Wohnmobilstellplatzes an einen privaten Betreiber. Ein eigener Betrieb bleibt jedoch als Option erhalten, die Investitionen sind zu schätzen.

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