Protestaktion der Gastronomen und Hoteliers in Prien gegen Zwangsschließungen

Giuseppe Dell´Anna vom Ristorante Roma hat die Protestaktion mitorganisiert. re

Prien – Ein so breites Bündnis der Gastronomen und Hoteliers hat es in der Geschichte Priens bisher noch nicht gegeben.

20 Betriebe aus der gebeutelten Branche haben gestern ihre leeren Stühle rausgestellt – als Zeichen und Hilferuf an die Polik.

Wie ernst die Lage ist, geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung der Betriebe vom gestrigem Montag hervor: Darin ist unter anderem von einer „kritischen“, ja sogar „aussichtlosen“ Lage die Rede. Diese Formulierung wurde bewusst gewählt, denn bis gestern gab es von der Bundes- und Landespolitik keine belastbaren Signale, wann die zwangsweise Schließung der Restaurants und Hotels gelockert oder beendet werden könnte.

Angelehnt an eine in Dresden gestartete und deutschlandweit durchgeführte Aktion hatten sich die Priener Unternehmer kurzfristig verabredet, auch vor ihren Betrieben die Stühle zu platzieren und „damit ein Zeichen zu setzen und stillen Protest zu üben“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Als einer der ersten örtlichen Inhaber hatte Giuseppe Dell´Anna vom Ristorante Roma in der Seestraße seine Stühle vor sein Restaurant gestellt und damit die Aktion für Prien mitinitiiert. Er bietet, wie zahlreiche andere Gastronomen den Kunden zwar einen Bring- und Abholservice. Die Erlöse aus diesem Verkauf liegen aber natürlich weit unter dem üblichen Umsatz, wenn auch die Restaurants besetzt sind.

Über 20 Betriebe hatten nach Angaben der Organisatoren bis Montag Vormittag ihre Teilnahme fest zugesagt, was somit „einen nie dagewesenen Zusammenschluss in der Priener Gastronomie-Geschichte darstellt. Vom kleinen Gästehaus über Cafés und Pizzerien bis hin zu den Hotels und damit den größten Arbeitgebern im Tourismus ist dieser Schulterschluss einmalig“, so die Initiatoren.

„Branche wartet auf Lösungen“

Vor allen beteiligten Betrieben wiesen am gestrigen Montag leere Stühle auf die täglich schwieriger werdende Lage hin, „als Zeichen an die Gäste und nicht zuletzt, um auch für die Politik ein Zeichen zu setzen, dass die am schwersten getroffene Branche in ihrer Vielzahl der Betriebe bedroht ist und auf Antworten und Lösungen wartet“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

Die teilnehmenden Betriebe (siehe Kasten) haben auf allen Social Media-Kanälen unter dem Hashtag #leerestühleprien und mit folgender Erklärung auf ihre Aktion aufmerksam gemacht:

„Unser Café/Restaurant/Hotel bleibt weiterhin geschlossen, unsere Stühle bleiben leer und wir dürfen euch nach wie vor nicht empfangen. Die Realität aktuell ist traurig: Die Gastronomie war einer der ersten Bereiche, der von dem Lockdown betroffen war und wir werden wohl eine der letzten Branchen sein, die wieder öffnen dürfen.

Aber seid versichert, wir freuen uns darauf, euch hoffentlich bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen, auf dass ihr die leeren Stühle wieder mit Leben füllt! Wir vermissen unser Team und unsere Gäste.“ db

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