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AUF DER SPUREN DER GESCHICHTE

Projekt Römerregion: Ein Fenster in die Grabenstätter Vergangenheit

Die geschichtsträchtige Johanneskirche ist eine von drei künftigen, historischen Stationen in Grabenstätt, die im Rahmen des Projekts „Römerregion Chiemsee“ geschaffen wurde. Auf einer Tafel wird ein römischer Grabstein beschrieben, der rechts oberhalb der südlichen Eingangstür des Gotteshauses um 1400 eingemauert wurde.
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Die geschichtsträchtige Johanneskirche ist eine von drei künftigen, historischen Stationen in Grabenstätt, die im Rahmen des Projekts „Römerregion Chiemsee“ geschaffen wurde. Auf einer Tafel wird ein römischer Grabstein beschrieben, der rechts oberhalb der südlichen Eingangstür des Gotteshauses um 1400 eingemauert wurde.
  • VonMarkus Müller
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Die Römer waren vor Jahrhunderten am Chiemsee. Daran erinnert ein besonderes Projekt, an dem auch die Gemeinde Grabenstätt teilnimmt. Was von den Römern übrig blieb.

Grabenstätt – Vor rund drei Jahren hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass sich die Gemeinde amLeader-Kooperationsprojekt „Römerregion Chiemsee“beteiligt. Mittlerweile ist das Gesamtprojekt in den elf teilnehmenden Chiemsee-Gemeinden schon weit vorangeschritten und verschiedene historische Stationen sind geschaffen worden. Das Schwerpunktthema der Gemeinde Grabenstätt heißt „Antiker Wohnkomfort: Ausstattung der römischen Gutshöfe“.

Am Grab einer römischen Familie

Südwestlich der Grabenstätter Johanneskirche steht eine Info-Tafel, auf der ein um 1400 auf der Südseite des Gotteshauses eingemauerter römischer Grabstein beschrieben wird. Dessen Inschrift nennt eine dreiköpfige Familie aus Vater, Mutter und Sohn, die zur einheimischen Landbevölkerung ohne Bürgerrecht zählte. Als Römer hätten sie mehrteilige Namen geführt. Jahreszahlen fehlen auf dem Grabstein, die lateinischen Namen verraten aber, dass die Romanisierung der ansässigen Bevölkerung zu Lebzeiten der Familie fortgeschritten oder abgeschlossen war.

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Projekt „Römerregion Chiemsee“ fortgesetzt

Als weitere Maßnahme soll in den nächsten Wochen am Geh- und Radweg an der Kreisstraße TS 54 auf Höhe der Turnhalle in Erlstätt ein sogenanntes „Fenster in die Vergangenheit“ entstehen. Die Besucher werden hier auf das visualisierte einstige römische Landgut schauen, das sich auf den südlichen Ausläufern des Erlstätter Berges befand.

2000 Jahre zurück

Mit einem Blick wird man sich in die Römerzeit vor knapp 2000 Jahren zurückversetzt fühlen. Wissenswertes zu diesem einmaligen Bodendenkmal gibt es auf einer Info-Tafel nachzulesen. Im Bereich der im 19. Jahrhundert aufgedeckten villa rustica waren immer wieder Mosaiksteine, Fensterglas, Überreste einer Fußboden- und Wandheizung, Dachziegelteile und andere Kleinfunde zutage getreten, die von deren einstiger luxuriösen Ausstattung zeugen.

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Bei diesem Gesamtergebnis bleibt das Kosten-Karussell stehen

Zahlreiche Artefakte und sogar begehbare Mosaike befinden sich im derzeit coronabedingt geschlossenen Römermuseum in der Schlossökonomie. Dort wird es nach der Wiedereröffnung ein Mosaikpuzzle für Kinder mit Infos zu römischen Mosaiken geben – auf Grundlage der bei Erlstätt gefundenen römischen Mosaike. „Die Gesamtausgaben für diese Maßnahmen betragen über 10 000 Euro“, so Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe/Freie Wähler) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Über 16.000 Euro Kosten

Laut Leader-Zuwendungsbescheid sei ein Zuschuss von bis zu 5533,50 Euro bewilligt worden. Insgesamt liegen die Kosten für das Leader-Kooperationsprojekt „Römerregion Chiemsee“ nach Abzug der Förderung bei 16 653,90 Euro. Hiervon beträgt der Anteil Grabenstätts 1513,99 Euro. Wie der Rathauschef verriet, soll das Erfolgsprojekt mit Leader-Förderung weitergeführt werden. Geplant sei die Schaffung einer auf drei Jahre ausgelegten „Koordinationsstelle Multiplikatoren-Netzwerk Römerregion Chiemsee“, die den Aufbau qualitativ hochwertiger und zielgruppengerechter Angebote rund um die Römerregion Chiemsee koordinieren werde. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 700 Euro im Jahr, bei einer 50-Prozent-Förderung. Die Räte waren sich einig, dass sich die Gemeinde mit bis zu 2200 Euro daran beteiligen soll.

Einig über weitere Beteiligung

„Mit dem Grabenstätter Römermuseum, der villa rustica in Erlstätt und dem Militärdiplom von Geiselprechting“ (Anmerkung: älteste, datierbare Urkunde Bayerns aus dem Jahr 64 n.Chr., Kopie im Römermuseum) sei man prädestiniert dafür, sich weiter an solchen Projekten zu beteiligen, so Wirnshofer. Auch stellvertretende Verkehrsvereinsvorsitzende Christl Stefanutti (CSU) und Dr. Martin Brunnhuber (Bürgergruppe) sprachen sich dafür aus. Josephine Brunnhuber (FW) machte sich für die Ausweisung eines Römer-Themenweges zwischen Erlstätt und Langenspach stark, von dem Fußgänger und Radfahrer das Areal der einstigen „Villa Rustica“ gut überblicken könnten.

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