Priens neuester Kindergarten: Prievena startet mit 23 Kindern ab 5. Oktober

Rodica Raduly, Leiterin Christine Heindl und Veronika Hilger (von links) testen den Sandkasten im eingezäunten Gartendes Prievena-Kindergartens. Im Hintergrund sind die Container-Module zu sehen, in denen der Kindergarten betrieben wird, bis der Neubau in Wildenwart fertig wird.
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Rodica Raduly, Leiterin Christine Heindl und Veronika Hilger (von links) testen den Sandkasten im eingezäunten Gartendes Prievena-Kindergartens. Im Hintergrund sind die Container-Module zu sehen, in denen der Kindergarten betrieben wird, bis der Neubau in Wildenwart fertig wird.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Es war das zentrale Thema in der ersten Arbeitsssitzung des neuen Marktgemeinderates Ende Mai. Es fehlten fast 50 Betreuungsplätze für Kinder in Prien. Das Gremium folgte dem Vorschlag der Verwaltung und stellte die Weichen für ein Provisorium: Am 5. Oktober gehen die Türen im Prievena auf.

Prien – 23 junge Familien können sich ab 5. Oktober auf eine große Entlastung freuen. Dann öffnet der Kindergarten Prienvena. Der neue Marktgemeinderat hat ihn seit seinem Amtsantritt im Mai sozusagen aus dem Boden gestampft, weil fast 50 Kinderbetreuungsplätze fehlten. Leiterin des Prievena wird eine erfahrene Kraft: Christine Heindl, seit 13 Jahren stellvertretende Leiterin im Kinderhaus St. Johannes in Gstadt.

Die 52-jährige Rimstingerin, selbst Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern, wird unterstützt von der 19-jährigen Höslwangerin Veronika Hilger, die im Rahmen ihrer sozialpädagogischen Ausbildung unter anderem schon ein Jahr Erfahrung im Haus für Kinder Marquette im Priener Fliederweg gesammelt hat. Dritte im Bunde ist Rodica Raduly. Die 36-Jährige hat zuletzt als Steuerfachangestellte gearbeitet, aber aus ihrer früheren Tätigkeit als Lehrerin „fehlen mir die Kinder“, sagte sie beim Treffen mit der Chiemgau-Zeitung.

Diakonie stellt das Personal

Angestellt ist das Trio beim Diakonischen Werk, das das Prievena im Auftrag der Marktgemeinde Prien betreibt, wie unter anderem auch schon das Haus für Kinder Marquette. Der Markt Prien trägt den Sachaufwand. Das sind für die Miete der Containermodule, die in gleicher Zusammensetzung auch schon in Garmisch als Kindergarten dienten, inklusive Auf- und Abbau voraussichtlich 221 000 Euro. Für die Einrichtung der Räume hatte die Kommunalpolitik weitere 83 000 Euro bewilligt.

Das alles kommt einer Übergangslösung zugute. Denn das Prievena wird nur so lange auf dem Kursaal-Parkplatz stehen, bis in Wildenwart ein Neubau fertig wird. Die Gemeinden Prien und Frasdorf peilen den Herbst 2022 für die Fertigstellung eines fünfgruppigen Kinderbetreuungseinrichtung dort neben Kirche und Schule an. Es ist das erste Mal überhaupt in Bayern, dass zwei Kommunen zusammen eine solche Einrichtung planen, bauen und betreiben. 3,76 Millionen Euro soll der Bau auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück kosten.

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Das muss Heindl und ihre Mitarbeiterinnen derzeit nicht kümmern. Seie bereiten sich auf den 5. Oktober vor. Dann werden sie die ersten Mädchen und Buben empfangen. Im Laufe der nächsten Tage sollen dann immer mehr Kinder integriert werden. Bis zum Beginn des Kindergartenjahres hatten es Politik und Verwaltung baulich und organisatorisch nicht ganz geschafft, alle Voraussetzungen für einen geordneten Betrieb zu schaffen. Erst jetzt werden im Innern die gelieferten Möbel verteilt, die Wiese zwischen Containern und der Straße Stauden eingezäunt, ein Spielhaus aufgestellt und ein Sandkasten angelegt.

Bis zum Jahresende haben Kinder und Betreuerinnen zudem Logenplätze mit Aussicht auf die Baustelle nebenan. Dann soll das neue Foyer des König-Ludwig-Saals fertig sein. Die meisten Veranstaltungen dort finden am Abend statt und stören nicht den Kindergartenbetrieb, der laut Heindl von 7.30 bis 16.30 Uhr dauern wird. Für eine Pauschale von rund 80 Euro monatlich bekommen die Mädchen und Buben Brotzeit und warmes Mittagessen, das der Regionalmarkt Kollmannsberger liefern wird.

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Heindl will es langsam angehen. „Die Kinder sollen sich erstmal sicher und geborgen fühlen“, ist ihr am wichtigsten. „Sie sollen mit ihren Stärken und Schwächen erstmal ankommen bei uns.“

Die Kinder sollen von Anfang an selbst dazu beitragen, dass in den Container-Modulen eine gemütliche Atmosphäre herrscht. Heindl und Co. wollen mit ihnen aber auch möglichst viel Zeit draußen verbringen. In Sichtweite des Prienvena grasen Kühe, zum See sind es nur ein paar Gehminuten. Mit den Nachbarn hofft die Leiterin auf ein ruhiges Miteinander.

Zweite Gruppe im ersten Quartal 2021

Während sie den Start plant, ist Martin Plenk im Rathaus schon wieder einen Schritt weiter. Der Leiter des Ordnungsamtes kümmert sich federführend um die Kinderbetreuung in der Marktgemeinde. Im ersten Quartal 2021 soll die zweite Gruppe im Prienvena ihren Betrieb aufnehmen. Im Oktober werden sich Plenk zufolge die Betreiber aller Kindergärten unter dem Dach der Gemeinde treffen, um ihre Anmeldelisten abzugleichen. Viele Eltern melden ihren Nachwuchs bei zwei oder mehr Kindergärten an, um die Chancen auf einen Platz zu vergrößern. Das macht die Planung und Vergabe für alle Beteiligten schwierig.

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Als der neue Marktgemeinderat in seiner ersten Arbeitssitzung Ende Mai die Weichen für das Provisorium stellte, fehlten rein rechnerisch fast 50 Plätze. Inzwischen scheint sich die Lage zu entspannen. Mit 23 Kindern sei die erste Gruppe im Prievena „nicht auf Anschlag“ formulierte Plenk. Es ist also noch Luft nach oben. Aber im Rathaus trudeln auch laufend neue Anmeldungen ein.

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