Priens neuer Bürgermeister Andreas Friedrich appelliert in Antrittsrede an Zusammenhalt

In der konstituierenden Sitzung des neuen Priener Marktgemeinderats im Chiemsee Saal wurde zunächst der neue Bürgermeister Andreas Friedrich (rechts) von dem ältesten Ratsmitglied, Angela Kind (Bündnis 90/Die Grünen), vereidigt, beobachtet von Geschäftsleiter Andreas Hell und Personalleiter Alexander Klammer (links). Berger

Andreas Friedrich hat in seiner Antrittsrede als Priener Bürgermeister den Marktgemeinderat auf schwierige Zeiten eingestimmt. Er rechnet mit deutlichen Einnahmeausfällen wegen der Corona-Pandemie. Der 32-Jährige zeigte sich aber optimistisch, dass der neue Rat diese Herausforderung bestehen werde.

Prien – Mit einem Appell an den Zusammenhalt und zu einem konstruktiven Miteinander hat der neue Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) am Freitag Abend den Marktgemeinderat auf die neue Legislaturperiode eingeschworen.

Nach seiner eigenen Vereidigung im Chiemsee Saal nahm er den 15 neu gewählten Mitgliedern des Rats ihren Eid ab. Friedrich schwor das Gremium wegen der Corona-Pandemie auf schwierige Zeiten ein. „Diese Krise trifft ganz besonders die Gemeindefinanzen mehr als hart. Ausbleibende Gewerbesteuerzahlungen, eine sinkende Einkommensteuerbeteiligung, wegbrechende Einnahmen bei der PrienMarketing GmbH und der ChiemseeMarina GmbH sind hier sicherlich nur die Spitze eines Eisbergs, der vor uns liegt“, erläuterte Friedrich.

Der Bürgermeister zeigte sich aber optimistisch, gemeinsam mit dem Rat diese Herausforderungen bewältigen zu können. „Wir haben in Prien auch schon in der Vergangenheit bewiesen, dass wir Krisen meistern können. Am besten natürlich, wenn wir Zusammenhalten und in der Sache an einem Strang ziehen.“

Friedrich würdigte auch die Bereitschaft aller Marktgemeinderäte, sich ehrenamtlich für ihre Heimatgemeinde zu engagieren. „Die Bereitschaft, seine Zeit und seine Kraft in diese anspruchsvolle Aufgabe zu stecken, um dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, kann nicht hoch genug geschätzt werden.“

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Das neue Gemeindeoberhaupt wünscht sich von den Ratsmitgliedern eine engagierte und konstruktive Herangehensweise an die Themen, Auf seiner Prioritätenliste ganz oben stehen die Versorgung der Bürger mit bezahlbarem Wohnraum, die Verbesserung der Verkehrssituation, Fragen des Umwelt- und Artenschutzes sowie der Ortsgestaltung. „Ich bin optimistisch, dass wir auf sachlicher Ebene gemeinsam Lösungen finden werden.“

Der neue Rat kann nun seine Sacharbeit aufnehmen. An der Zusammensetzung des Gremiums hat sich viel geändert. Nur zwei Gemeinderäte sind jünger als der Bürgermeister, der 32 Lenze zählt: Annette Resch (CSU), die in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt knapp verloren hatte, und Johannes Seeliger (Bürger für Prien, BfP), sind beide erst 29.

Seeliger rückt für Eva-Maria Munkler nach, die als Bürgermeisterkandidatin gescheitert war und wenig später ihren Verzicht auf das Mandat im Gemeinderat erklärt hatte, weil sich eine neue berufliche Herausforderung ergeben habe.

Jeder dritte Gemeinderat ist weiblich

Einen Nachrücker gibt es mit Ulrich Steiner auch bei den Grünen. Deren Bürgermeisterkandidatin Claudia Sasse, die hinter Friedrich und Resch das drittbeste Ergebnis eingefahren hatte, darf wegen möglicher Interessenskonflikte nicht in den Marktgemeinderat. Sie ist als Leiterin des Jugendzentrums PrienAYou beim Markt Prien angestellt.

Aber auch ohne die Grüne Sasse ist der Frauenanteil im Priener Kommunalparlament künftig so hoch wie in sonst kaum einem Gemeinderat in der Region. Unter den acht Frauen am Ratstisch sind allein fünf Neuzugänge.

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Für sie und die acht neuen Männer (Michael Feßler, CSU, war schon einmal im Marktgemeinderat) gilt insbesondere, sich schnell mit Gesetzen, Geschäftsordnung und Satzungen vertraut zu machen sowie sich umfangreiches Wissen als Entscheidungsgrundlage für Beschlüsse zu Themen anzueignen, die schon den bisherigen Rat beschäftigt haben, aber noch nicht abgeschlossen sind. Die erste turnusmäßige Arbeitssitzung kommt am Mittwoch, 27. Mai, auf den neuen Rat zu.

Während CSU, Grüne, ÜWG und BfP aus ihren Reihen Fraktionssprecher bestimmen müssen, stellt sich diese Frage bei vier anderen Parteien und Gruppierungen erst gar nicht: Michael Voggenauer (Freie Wähler), Sepp Schuster (AfD), Gabriele Schelhas (SPD) und Martin Aufenanger (Freie Priener) sind allesamt „Einzelkämpfer“ im kommunalpolitischen Ring. Aufenanger kann schon auf sechs Jahre Erfahrung im Rat zurückgreifen, Schelhas immerhin auf das Wissen ihres Mannes Alfred, der Dritter Bürgermeister war und sich aus Altersgründen zurückgezogen hat.

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