Priens Förderschul-Rektor Hans-Jürgen Brandl geht: Gefühls-Achterbahn in den Ruhestand

Der doppelte Brandl: Ein Starschnitt im „Bravo“-Stil war eines der vielen Abschiedsgeschenke. Rechts hinten stellvertrender Landrat Josef Huber. Breitfuß

Nach Elisabeth Neuert-Kaiser von der Grundschule geht ein zweiter der sieben Priener Schulleiter mit Ferienbeginn in Pension. Hans-Jürgen Brandl leitete 15 Jahre die Geschicke des Förderzentrums. Der 65-Jährige erlebte bei seiner Verabschiedung viele Überraschungen. Die größte war der Auftritt von Kabarettistin Constanze Lindner.

Von Dirk Breitfuß

Prien – Das war eine Premiere bei einem solchen Anlass in Prien: Bei der Verabschiedung von Förderschul-Rektor Hans-Jürgen Brandl in den Ruhestand traten nicht nur Dankesredner auf die Bühne. Überraschungsgast war die Münchener Kabarettistin Constanze Lindner.

Für Brandl geriet die zweieinhalbstündige Veranstaltung in der Mensa der Kampenwandschule, wie das Förderzentrum des Landkreises seit 2018 heißt, zur Gefühls-Achterbahn. Den Schenkelklopfern beim Auftritt Lindners folgten kaum eine Viertelstunde später Tränen, als der scheidende Schulleiter seiner Frau Annemarie für die immerwährende Unterstützung dankte.

Begabungen der Schüler immer „zur Reife gebracht“

Die Wertschätzung für Brandl spiegelte sich auch darin wieder, dass trotz Corona auf den bunten Stühlen in der Mensa im korrekten Sicherheitsabstand unter anderem Vertreter der Regierung und des Landkreises sowie die Leiter der weiterführenden Schulen in Prien Platz genommen hatten.

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„Sie haben es geschafft, die Begabungen Ihrer Schüler zur Reife zu bringen, und das Jahr für Jahr aufs Neue“, lobte Priens Bürgermeister Andreas Friedrich den erfahrenen Pädagogen. Wie er zeichnete auch stellvertretender Landrat Huber als Vertreter des Schulträgers Meilensteine in der Entwicklung des Förderzentrums unter der Regie Brandls nach zu „einer Schule, die den Schülern jede denkbare Förderung ermöglicht“. Als der Wahl-Marquartsteiner Brandl 2005 nach Prien kam, fristete das Förderzentrum als Untermieter der Gemeinde in deren Franziska-Hager-Schulen noch so etwas wie ein Schattendasein mit mehreren Außenstellen im Umkreis. 2010 begann eine neue Ära: In einer Art Tauschgeschäft erwarb der Landkreis vom Markt Prien unter dem damaligen Bürgermeister Jürgen Seifert das ehemalige Goethe-Institut an der Joseph-vom-Fraunhofer-Straße und baute es für über zwei Millionen Euro zur heutigen Kampenwandschule um. Den jhohen Standard habe das Förderzentrum vor allem Brandl zu verdanken, dere damals „wie ein Kapitän auf der Brücke“ über den Umbau gewacht und seine Wünsche eingebracht habe.

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Nachdem Regierungsschuldirektor Klaus Funke seinen langjährigen Weggefährten Brandl launig und sehr persönlich die Ruhestands-Urkunde überreicht hatte, wurde es laut in der Mensa. Die Profimusiker Alex Poth und Richie Necker (Freunde von Konrektor Christoph Ascher) präsentierten ein Medley mit Lieblingsliedern Brandls von „The first cut is the deepest“ über „Forever young“ bis zum Stones-Hit „Satisfaction“-. Da hielt es die Hauptperson endgültig nicht mehr auf seinen Sitz und er gab den Vorklatscher.

„Es war mir eine Ehre, an dieser Schule gewesen zu sein“

Als er wieder saß erlebte er die größte Überraschung des Tages: Kabarettistin Constanze Lindner hatte vor knapp zwei Jahren schon einmal für einen guten Zweck in dere Mensa der Kampenwandschule gespielt und war als Überraschungsgast wiedergekommen. Über eine halbe Stunde präsentierte sie wandlungsfähig Ausschnitte aus ihrem Soloprogramm und bezog Brandl mehrfach in die Handlung ein.

Das letzte Wort gebührte dem künftigen Pensionär selbst. Nach einem sentimentalen Streifzug durch sein Arbeitsleben und vielen Dankenworten an Partner und Weggefährten nahm der 65-Jährige wortwörtlich seinen Hut: „Es war mir eine Ehre, an dieser Schule gewesen zu sein.“

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