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Engagiert für Eine-Welt-Bewegung

Seit 30 Jahren: Priener Verein unermüdlich im Einsatz für eine bessere Welt

Zum 30-Jährigen der „Priener Initiative für Eine Welt“ hat der Eine-Welt-Laden in der Geigelsteinstraße eine fair gehandelte Schokolade aufgelegt, die Almuth von Königslöwe hier präsentiert. Berger
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Zum 30-Jährigen der „Priener Initiative für Eine Welt“ hat der Eine-Welt-Laden in der Geigelsteinstraße eine fair gehandelte Schokolade aufgelegt, die Almuth von Königslöwe hier präsentiert. Berger
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Die „Priener Initiative für Eine Welt“ feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Über die Arbeit des Vereins berichtet Vorsitzende Almuth von Königslöw im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.

Prien – Sie wurde 1992 als anerkannt gemeinnütziger Verein gegründet, mit dem Ziel, Frieden und Völkerverständigung zu fördern. Heuer feiert die „Priener Initiative für Eine Welt“ ihr 30-jähriges Bestehen. In dieser Zeitspanne versuchen die Mitglieder, mit Ausstellungen, Vorträgen und kulturellen Angeboten über die Probleme und die Stärken der sogenannten Entwicklungsländer – früher dritte Welt – zu informieren. „Über Kontakte mit Schulen, Firmgruppen, Frauengemeinschaften und Jugendgruppen zieht die Idee des ‚Fairen Handels‘ immer weitere Kreise“, beschreibt Vorsitzende Almuth von Königslöw (62) im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen die Aktivitäten des Vereins.

Was können Menschen in der Marktgemeinde Prien bewegen, um diese Welt ein bisschen besser zu machen?

Almuth von Königslöw: Sie können sich in der Eine-Welt-Bewegung engagieren und dazu in unserem Verein aktiv mitwirken, zum Beispiel als Verkäufer in unserem Eine-Welt-Laden in der Geigelsteinstraße. Oder als Multiplikator im „Globalen Lernen“ zum Beispiel als Lehrer im Ruhestand oder Interessierter mit entsprechenden Voraussetzungen.

Anlässlich des Jubiläumsjahrs wurde im Chiemsee-Saal gefeiert: bei einer „musikalischen Weltreise“ mit der Formation „Amabile“ (Foto) und dem Gospelchor „Swingin Voices“ sowie kulinarischen Spezialitäten.

Was steckt hinter dem Begriff „Globales Lernen“?

von Königslöw: Auf unserer Website www.weltladen-prien.de beschreiben wir ausführlich diesen komplexen Begriff. Globales Lernen hilft Menschen, die globale Vielfalt kritisch zu betrachten und zu reflektieren. Und zwar unter sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen und politischen Gesichtspunkten. Das bedeutet auch, Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Umwelt und Menschen zu übernehmen. Sowohl im eigenen Land und in anderen Ländern als auch für zukünftige Generationen.

Wie setzen Sie diese gesteckten Ziele im Verein um?

von Königslöw: Unsere Aktivitäten sind öffentlichkeitswirksam ausgelegt. Zum Beispiel geht’s dabei um Fair Trade, um den fairen Handel, den wir mit Aktionen bewerben. Fair Trade bedeutet für die Produzenten, dass sie für ihre Waren einen höheren Preis bekommen als auf dem Weltmarkt. Alternative Handelsorganisationen importieren die Waren direkt, also ohne Zwischenhandel, der meist die schwierige Lage der Bauern und Handwerker zu seinen Gunsten ausnutzt.

Wir beschäftigen uns unter anderem auch mit Kinderliteratur, die Kinder sensibilisiert. Zum Beispiel für die Themen Kinderrechte, Kinderarbeit, Frieden und Kameradschaft zwischen den Völkern. Dafür haben wir Bücher angeschafft, daraus bieten wir in der Priener Bücherei Vorlesungen für Kinder an. Wir arbeiten aber auch mit Schulen zusammen, die diese Themen in den Unterricht mit aufnehmen. Aufgrund der Corona-Maßnahmen mit Kontaktbeschränkungen waren wir in den Jahren 2020 und 2021 allerdings in unserer Arbeit Öffentlichkeitsarbeit stark eingeschränkt.

Und wie mobilisieren Sie die Erwachsenen, sich mit drängenden Zukunftsthemen zu beschäftigen?

von Königslöw: Wir stellen diese Themen in Aktionen wie zum Beispiel Verlosungen an Markttagen oder Vorträgen in entsprechend passenden Veranstaltungen vor. Wir präsentieren in Lesungen Bücher, die sich mit Afrika beschäftigen, oder initiieren faire Fußballspiele zwischen Schulklassen.

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Dabei sensibilisieren wir die Eltern, sich mit den Themen wie Klimaschutz, Ernährung und fairem Handel zu beschäftigen und in diesem Sinn positiv auf die Kinder einzuwirken. Es geht aber auch um unfaire Zustände beim Thema Fußball…

…was heißt unfairer Zustand beim Fußball – außer der Tatsache, dass für die Spieler Unsummen gezahlt werden…

von Königslöw: …das heißt, dass Fußbälle in vielen Ländern mit Kinderarbeit hergestellt werden, zum Beispiel in Pakistan werden Kinder diesbezüglich unglaublich ausgebeutet. Um dagegen zu steuern, können sich alle Interessenten an einer bayernweiten Kampagne beteiligen, um in den Gemeinden oder Schulen für die Beschaffung fair hergestellter Bälle zu werben. Die Bälle kommen zwar auch aus Südostasien, werden aber unter sozial und wirtschaftlich fairen Bedingungen hergestellt.

Was treibt Sie an, sich so stark zu engagieren?

von Königslöw: Mein Gottesbild – das Wort Gott hat für mich mit dem Wort ‚gut‘ zu tun. Aber das Gute passiert nicht von allein auf dieser Welt, sondern dann, wenn wir alle zusammen daran arbeiten, Gutes zu tun.

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