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„Europas Naturerbe sichern und Bayerns Heimat bewahren“

Schutz der Heimat: Priener und Wildenwarter Bauern informieren sich über EU-Programm Natura 2000

FOTO FEHLT!!!! Foto11: Referent Uwe Holst im Gasthaus Alpenblick.
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Referent Uwe Holst im Gasthaus Alpenblick.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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„Europas Naturerbe sichern und Bayerns Heimat bewahren“ – dieses Ziel hat das Programm Natura 2000, das im Rahmen einer Bauernversammlung Uwe Holst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim in Prien vorstellte.

Prien – Die Bauern aus den Ortsverbänden Prien und aus Wildenwart ließen sich dabei vom Natura-Gebietsbetreuer über landwirtschaftliche Auswirkungen zum Fauna-Flora-Habitat (FFH) „Chiemsee“ und Europäischen Vogelschutzgebiet (SPA) „Chiemsee und Alz“ informieren.

Eingangs erklärte Uwe Holst die Historie und die Rahmenbedingungen des Projekts und warum mit FFH sowie mit Vogelschutz zweigleisig gefahren wird: „Beide Projekte und Aufgaben betreffen die Chiemsee-Region, beim FFH-Projekt laufen die Kartierungen über die Regierung von Oberbayern und über die Forstverwaltung. Zum Vogelschutz ist ein anderes Sachgebiet der Regierung von Oberbayern zuständig und aktiv. Die beiden von zwei verschiedenen Planungsbüros betreuten Systeme werden an einem runden Tisch zusammengeführt. Letztlich ist Natura 2000 derzeit das größte Naturschutzprojekt der Welt.“

8000 Widersprüche sollen in Oberbayern bearbeitet werden

Der Zeitplan sieht vor, dass nach der 2016 beschlossenen Natura-2000-Verordnung der Dialog fortgesetzt wird und rund 8000 Widersprüche in Oberbayern bearbeitet. Dazu erklärte Holst, dass mit dieser Verordnung die Grenzen der Natura-Gebiete, die Standarddatenbögen und die konkretisierten Erhaltungsziele überprüft, angepasst und festgesetzt werden. Änderungen seien nur in besonderen Ausnahmefällen möglich.

Gerade die Bewertung von Grundstücken ist für die Bauern von Bedeutung, sei es bei der intensiven oder extensiven Nutzungsart oder bei einer Änderung des Anbaus. „Wegen Corona und wegen drohender EU-Vertragsverletzungen kam es zu keiner Chiemsee-Auftaktveranstaltung, derzeit laufen die Kartierarbeiten zur Bewertung von Feldern, Wäldern und Mooren.

Akteure sind dabei Behörden, Planer, Kartiere, Eigentümer, Verbände und Interessenvertreter“, so der Gebietsbetreuer, der noch erklärte, dass es allein in der Chiemsee-Region über 100 Verbände und betroffene Grundstücksbesitzer gibt. Aufgrund dieser hohen Anzahl der Betroffenen werden die Einzelnen nicht durch persönliche Ansprache, sondern durch öffentliche Bekanntmachung informiert.

Uwe Holst erläutert betroffene Lebensräume und Arten

Bewertet werden derzeit nur jene Lebensraumtypen, die bisher schon an die EU gemeldet wurden. Dazu gehören unter anderem nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer, Pfeifengraswiesen, kalkreiche Niedermoore, Moorwälder oder Auwälder mit Erle und Esche. Viele Waldbesitzer betrifft beim allgemeinen Eschensterben die gültige Verordnung, weshalb die Bauern gebeten wurden, sich im Falle einer Veränderung auf den Flächen mit Eschen an den Förster oder an das Amt für Landwirtschaft zu wenden, um der Verordnung gerecht und über eventuelle Fördermöglichkeiten unterrichtet zu werden.

Wichtig ist auch, so Uwe Holst, dass eine derzeit extensive Bewirtschaftung nicht mehr in eine intensive Bewirtschaftung geändert werden kann. An einer Broschüre erläuterte der Referent verschiedene Lebensraumtypen und Arten, deren Schutz im Visier von Natura 2000 ist und fügte hinzu: „Bayern versucht in diesem europäischen Projekt einen liberalen Weg zu gehen, geht aber mit euren Anliegen, Erfahrungen und Empfehlungen auf Politiker zu, damit diese von der Basis und von den Betroffenen informiert werden.“

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Letztlich hielt Holt fest, dass der Management-Plan, der den Bestand regelt und bewertet nur behördenverbindlich sei. Für die Grundstücks-Eigentümer und Nutzer sei er lediglich ein Hinweischarakter. Die Durchführung von Maßnahmen könne nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Aus landwirtschaftlicher Sicht gilt ein Verschlechterungsverbot für den Ist-Zustand. Mit der Kartierungs- und der Projekt-Fertigstellung ist im Jahr 2024 zu rechnen.

Gemeinderat Peter Fischer bedankte sich namens der Bauernverbands-Ortsverbände Prien und Wildenwart bei Natura-2000-Gebietsbetreuer Uwe Holst für dessen Erläuterung. Dieser stellt für Interessierte die Informationsbroschüre kostenlos zur Verfügung. Angefordert werden kann diese über das Amt für Landwirtschaft in Rosenheim, unter Telefon 08031/30042021 oder per email an poststelle@aelf-ro.bayern.de.

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