Priener Tourismustöchter aus stürmischer See in ruhiges Fahrwasser geführt

Das Prienavera ist seit Ende der 1990er Jahre eine der größten touristischen Attraktionen Priens. Seit fünf Jahren wird es von der Chiemsee Marina GmbH geführt. Neben dem Erlebnisbad mit dem Muscheldach ist links das angegliederte Strandbad zu sehen. Archiv Berger

Prien – Die beiden touristischen Tochtergesellschaften der Marktgemeinde haben 2019 weniger Defizit gemacht wie gedacht.

Das wurde in der jüngsten nichtöffentlichen Aufsichtsratssitzung von Prien Marketing GmbH (PriMa) und Chiemsee Marina GmbH (ChiMa) bekannt.

Beide GmbHs sind 100-prozentige Töchter des Marktes Prien. Sie waren vor fünf Jahren aus der Priener Tourismus GmbH (PTG) hervorgegangen. Mit der Aufteilung sollte insbesondere erreicht werden, dass sich die PriMa mehr auf das touristische Kerngeschgäft konzentrieren kann. Die PriMa betreibt unter anderem das Tourismusbüro, die beiden großen Veranstaltungssäle und die Bücherei. Die ChiMa betreibt das Erlebnisbad Prienavera und den benachbarten Sportboothafen Stippelwerft.

Der Tourismus ist von Haus aus ein Draufzahlgeschäft für Kommunen. Ihre Ausgaben werden zum Teil durch Eintrittsgelder, Gebühren, Fremdenverkehrsbeiträge und Kurbeiträge kompensiert. Die verbleibende Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben fließt als sogenannter Fehlbetrag aus dem Haushalt der Gemeinde zu den Gesellschaften.

414 000 Euro Verlust weniger als angenommen

Wie in der jüngsten Aufsichtsratssitzung mitgeteilt wurde, habe die ChiMa 2019 mit einem Fehlbetrag von gut 868 000 Euro abgeschlossen. Das waren fast 414 000 Euro weniger als die 1,3 Millionen, die vorab veranschlagt worden waren. Die ChiMa sei in den vergangenen fünf Jahre mit Dirk Schröder als Geschäftsführer über alle Maßen erfolgreich, lobte der scheidende Bürgermeister Jürgen Seifert. Von den eingesparten 414 000 Euro würden rund 158  000 Euro zur Stärkung der Kapitalrücklage genutzt; die verbleibenden rund 255 000 Euro kämen dem Haushalt der Marktgemeinde Prien zugute.

Nach Schröders Einschätzung war 2019 ein gutes Jahr. Beigetragen hätten dazu auch die technischen Erneuerungen der vergangenen Jahre mit Investitionen im siebenstelligen Bereich, die mit einem langfristigen Sanierungskonzept des inzwischen über 20 Jahre alten Erlebnisbades entwickelt worden seien.

Auch verzeichne der Sportboothafen Stippelwerft nach wie vor eine gut planbare Nachfrage nach Liegeplätzen.

Auch die Prien Marketing GmbH (PriMa) hat 2019 mit einem niedrigeren Verlust als geplant abgeschlossen. So weise sie einen Fehlbetrag in Höhe von gut 2 298 000 Euro auf. Damit sei sie gute 190 000 Euro unter dem Ansatz geblieben, so Seifert.

Wie Geschäftsführerin Andrea Hübner sagte, hätten sich die Umsätze im Tourismusbüro aufgrund der erneuten Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen sowie einer Umstellung des Internet-Reservierungs-Systems IRS erhöht. Letztere habe dazu beigetragen, dass Online-Anfragen und -Buchungen zugenommen hätten.

Eine weitere Ersparnis in Höhe von 60.000 Euro sei unter anderem aufgrund reduzierter Personalkosten möglich gewesen.

Nachhaltige Strategie hat sich ausgezahlt

Wie Seifert ergänzte, habe sich nach dem „Jahrhundertsommer 2018“ mit Rekordzahlen bei Gästen und Übernachtungen im vergangenen Jahr die nachhaltige Strategie der PriMa ausbezahlt. Hübner habe sich nicht beirren lassen, eine Marktanalyse durchgeführt und mit den Gremien sowie den Leistungsträgern in der Marktgemeinde eine Strategie und ein Konzept entwickelt, die sich nachweislich in den touristischen Kennzahlen sowie im Umsatz äußerst positiv bemerkbar gemacht hätten.

Als er vor zwölf Jahren als Bürgermeister angefangen habe, habe sich die damalige PTG in mehr als „unruhigen Gewässern“ befunden. „Die stürmische See ist nicht nur beruhigt, sondern das Unternehmen wurde in äußerst erfolgreiches Fahrwasser geführt“, erklärte Seifert bildhaft. wp

Kommentare