Priener Rektorin Andrea Dorsch: „Endlich wieder normaler Unterricht.“

Eigentlich wollten
              die beiden Schülerinnen sich nur zum neuen Schuljahr informieren – und waren gleich willkommene Modelle, um mit Realschuldirektorin Andrea Dorsch und ihrem Stellvertreter, Konrektor Bernd Loos unserer Fotografin zu demonstrieren, wie ab Dienstag das Hygienekonzept im Unterricht umgesetzt wird - mit Maske und hinter der Plexiglaswand, um die vordere Reihe zu schützen.
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Eigentlich wollten die beiden Schülerinnen sich nur zum neuen Schuljahr informieren – und waren gleich willkommene Modelle, um mit Realschuldirektorin Andrea Dorsch und ihrem Stellvertreter, Konrektor Bernd Loos unserer Fotografin zu demonstrieren, wie ab Dienstag das Hygienekonzept im Unterricht umgesetzt wird - mit Maske und hinter der Plexiglaswand, um die vordere Reihe zu schützen.

Prien – Die Bayerische Staatsregierung hat kurzfristig ihr Hygienekonzept für den Schulstart am Dienstag, 8. September, festgelegt. Auch den Priener Schulen bleibt nur eine kurze Zeitspanne, sich auf die neue Situation einzustellen. Wie die Kommunale Realschule damit umgeht, erfuhr die Chiemgau-Zeitung im Gespräch mit Realschuldirektorin Andrea Dorsch.

Von Ulrich Nathen-Berger

Andrea Dorsch: Sie werden das akzeptieren. Den meisten Schülern wird es wichtig sein, endlich wieder normalen Unterricht zu bekommen. Sicher wird das Maskentragen für manche nervig sein, wie für uns auch, aber wir sind dankbar, dass es ein klares Konzept gibt und ich bin davon überzeugt, dass es funktionieren wird.

Dorsch: Mit fünfminütigem Stoßlüften jeweils zum Anfang und Ende der Unterrichtsstunde. Konsequent werden alle Fenster geöffnet, da wird es kein Herumfeilschen zwischen Schülern und Lehrern geben. In dieser Zeit können sich die Schüler halt was Wärmendes anziehen.

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Dorsch: Aus Sicht der Pädagogen wie auch der Schüler eine völlig richtige Entscheidung. Beide Seiten werden sich auf den Unterricht freuen. Für die Lehrer wird so die Doppelbelastung entfallen, die Schüler hier und gleichzeitig die daheimgebliebenen zu betreuen. Denn das neue Konzept für den Distanzunterricht sieht vor, dass jeder Schüler Montag, Mittwoch, Freitag, Dienstag und Donnerstag kommt, also innerhalb von zwei Wochen jeden Schultag einmal hat. Im vergangenen Schuljahr gab es für jeden Schüler jeweils zwei Wochentage Unterricht.

Dorsch: Wir können jetzt anders planen, weil wir im Schuljahreswechsel sind. Ein Nebenfachlehrer betreut jetzt die ganze Jahrgangsstufe, zum Beispiel in Geografie. Nicht der eine die Klasse 7a und der andere die 7b, sondern Geografie 7 macht Lehrer A, Geografie 8 macht Lehrer B. Damit ist der Distanzunterricht für die Lehrer einfacher zu bewältigen, wenn es so kommen würde.

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Dorsch: Die Gruppe der Mitschüler gehört zum Lernerfolg jedes Einzelnen dazu, die Schüler bilden doch eine Erfolgs- und Leidensgemeinschaft. Das gemeinsame Erleben ist Teil des menschlichen Daseins, gerade in der Pubertät. Da geht es darum, Vorbilder zu finden, sich abzugrenzen, Seinesgleichen zu haben, Freunde zu finden, auch zu wechseln, sich zu integrieren. Zu erkennen, dass die anderen die gleichen Pflichten haben, ist für den Jugendlichen sehr wichtig.

Dorsch: Ich habe die Maske schon vorher getragen, weil ich nicht so‘n Typ bin, der hinter der Plexiglasscheibe steht und den Unterricht von dort gestaltet. Ich wollte den Schülern mit dem Tragen der Maske Vorbild sein, ihnen aber auch zeigen, dass ich das aus Respekt vor ihnen so mache. Schließlich habe ich mehr Kontakt mit anderen als sie, und ich möchte sie dadurch schützen.

Wenn Sie entscheiden könnten: Unterricht mit Maske oder Homeschooling – was würden Sie tun?

Dorsch: Unterricht mit Maske, weil ich meinen Schülern gegenüber stehen will.

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