Priener Pfarrer werden in der Krise kreativ: Eine Osterkrippe für Jesus

Priens Pfarrer Klaus Hofstetter gestaltet seine Krippe und sortiert die Figuren darin. Sein Tipp für das Osterfest in Zeitenvon Corna. jeder soll sich seine Krippe aufbauen und individuelle auf Ostern gestalten. Hötzelsperger/re

In Zeiten, in denen Kirchen für Gottesdienste geschlossen bleiben, haben sich Priener Geistliche etwas Besonderes einfallen lassen: Aus der Weinachtskrippe wird eine Osterkrippe. Zehn Abende lang waren die Seelsorger damit beschäftigt, handwerkliche Fähigkeiten und ihre Fantasien dafür einzusetzen. Nachahmen erwünscht!

Von Anton Hötzelsperger

Prien – Außergewöhnliche Zeiten sorgen in der Regel für außergewöhnliche Aktionen: Gerade jetzt in den Wochen, an denen die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen sollen und sogar die Kirchen für Gottesdienste und Zusammenkünfte geschlossen bleiben, kommt aus den Pfarrverbänden Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf ein Vorschlag, der in vielen privaten Wohnungen Nachahmer und Freude finden dürfte: die Osterkrippe.

Österliche Idee entstammt einem Krippenbaukurs

Pfarrer Klaus Hofstetter aus Prien erinnerte sich gerne an einen Krippenbaukurs, den er vor vier Jahren zusammen mit drei weiteren Seelsorgern aus der Region beim Krippenbaumeister Peter Bichler in Bad Endorf absolviert hat. Das Ziel damals war, sich ganz und gar seine eigene, persönliche Weihnachtskrippe mit der Darstellung des Geschehens von der Geburt Jesu zu basteln.

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Spezielle Darstellungen für Ostern

Zehn Abende lang waren die Seelsorger damit beschäftigt, ihre handwerklichen Fähigkeiten sowie ihre Fantasien so einzusetzen, dass das Werk letztlich auch bestens gelang. Pfarrer Klaus Hofstetter brachte zum Krippenbaukurs seine eigenen Kindergarten-Krippenfiguren mit, denen er weder heimatlich noch orientalisch, sondern nach eigener Vorstellung (unter anderem mit einer aus Italien mitgebrachten Pergola) ein Zuhause bauen wollte.

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Nachdem es nicht nur Weihnachts-Krippen, sondern auch Ganzjahres-Krippen gab und gibt, überlegte sich Pfarrer Hofstetter, aufgrund der Sonder-Situation etwas für die Osterzeit zu machen, dazu erklärte der Leiter der beiden Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf: „Warum nicht in diesen Tagen die Weihnachtskrippe hervorholen und zu einer Osterkrippe werden lassen? Seitdem ich meine Krippe selbst baute, stellte ich sie immer zur Adventszeit auf. Dieses Jahr ließ ich sie stehen, bis heute, wenn auch mit anderen Darstellungen“.

Szenen des Evangeliums darstellen

Es gibt ja in vielen Kirchen, so auch in der Endorfer Pfarrkirche St. Jakobus, Jahreskrippen, in denen jeweils zum Kirchenjahr passend biblische Szenen dargestellt werden. „Darum der Vorschlag unseres Seelsorgeteams an alle Familien aber auch an alle Alleinstehenden, in diesem Jahr, in dem keine Gottesdienste in den Kar- und Ostertagen gefeiert werden können, die Krippe hervorzuholen und die Szenen des Evangeliums in diesen Tagen darzustellen“, so der Geistliche.

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Umbau soll Sinn und Freude geben

Dazu gibt es auch gleich ganz praktische Tipps, indem von der Weihnachtskrippe der Esel und die Engel Verwendung in der österlichen Darstellung finden. Das weihnachtliche Jesuskind wird ersetzt durch den Heiligen Josef, der somit zum erwachsenen Jesus ist. „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, allein sich mit dem Umbau einer Weihnachts- in eine Osterkrippe zu beschäftigen, gibt Sinn und Freude“, so der Priener Pfarrer.

Fotos und Impulse zu diesem österlichen Krippen-Thema gibt es auf den Internetseiten derPfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf. Dabei sieht man statt dem Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef unter anderem den erwachsenen Sohn Gottes am Kreuz oder auferstanden neben dem Felsengrab.

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