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Der Liebling von Prienern und Urlaubern

Priener Carsharing ein voller Erfolg: Kommen bald auch E-Lastenfahrräder und Roller dazu?

Auf eine Spritztour gehen Bürgermeister Andreas Friedrich (von links), Energiereferent Leonhard Hinterholzer und Überall-Geschäftsführer Felix Weiß. Berger
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Auf eine Spritztour gehen Bürgermeister Andreas Friedrich (von links), Energiereferent Leonhard Hinterholzer und Überall-Geschäftsführer Felix Weiß. Berger
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Im Marktgemeinderat gab es auch skeptische Stimmen, doch die Bilanz kann sich sehen lassen: Das Priener Carsharing ist ein voller Erfolg. Wie sieht zukünftig die Mobilität in Prien aus und lohnt sich der Autokauf überhaupt noch?

Prien – „Die Skepsis im Gemeinderat war ja doch recht groß, aber jetzt läuft es richtig gut!“ – so lautet das Fazit von Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) nach einem Jahr Carsharing in Prien. So rar ist das Fahrzeug, das gemietet werden kann, dass nun sogar ein zweites im Angebot ist.

„Das Schöne ist, dass wir mit der Firma ‚Überall‘ jemanden gefunden haben, der uns dieses Fahrzeug am Bahnhof tatsächlich kostenlos zur Verfügung stellt“, so Friedrich. So könne die Marktgemeinde einfach mal unverbindlich testen. Lediglich die Beklebung des Parkplatzes und die eigens für das E-Auto aufgestellte Ladesäule am Bahnhof seien als Aufwand für den Markt Prien zugekommen.

169 Buchungen, 7600 Kilometer

Seit August 2021 rollt das Carhsharing-Auto. „In den ersten sechs Monaten in diesem Jahr hatten wir 169 Buchungen, über 7600 Kilometer, die gefahren wurden, und 1630 Stunden war das Auto unterwegs“, berichtet Friedrich. Parallel nutzt „Überall“ selbst das E-Auto als Firmenwagen, diese Fahrten kommen noch hinzu. „Wir buchen uns da aber genauso ein wie alle anderen“, sagt Felix Weiß, einer der Geschäftsführer von „Überall“.

Beworben wird das Carsharing-Auto über Flyer und im Internet. Und erreicht damit nicht nur Priener, sondern auch Urlauber, sagt Weiß. „Das sehen wir ganz genau bei den registrierten Nutzern, von denen 100 Priener sind und 50 weitere Nutzer aus anderen Gebieten kommen“, so Weiß. Denn teilweise reisen die Urlauber mit dem Zug an und nutzen dann vor Ort das Priener E-Mobil für Ausflüge. Leonhard Hinterholzer, Energiereferent und Martktgemeinderat für die Grünen freut sich besonders, dass viele Menschen durch das Angebot auf das eigene Auto verzichten. Er nutzt schon lange Elektroautos und schätzt auch deren Entwicklung in den vergangenen Jahren: „Reichweite ist wirklich nicht mehr das Thema.“

Mobilität im ländlichen Raum

„Ich hab letztens erst mit einer Frau gesprochen, die das Auto nutzt, um ihre Enkelin in Bad Endorf zu besuchen“, sagt Frank Billert. Er ist einer der Geschäftsführer des Ingenieurbüros, das hinter „Überall“ steht. „Begonnen hat das alles mit einem Projekt für Mobilität im ländlichen Raum, dann haben wir eine eigene Firma gegründet“, sagt Billert.

Das zweite Fahrzeug kann beim Hotel Luitpold am See ausgeliehen werden – von Gästen, Prienern und Urlaubern.

18 Fahrzeuge sind dort derzeit im Fuhrpark, versorgt werden vorrangig der Chiemgau und der Rupertigau. Auch wenn er mit vielen Gemeinden zusammenarbeitet, lobt er in Prien explizit die Marktgemeinde für die tolle Lage des Carsharing-Parkplatzes: „Das ist ein echter Sahne-Standort!“

Nach dem zweiten noch ein drittes Auto?

Die Nachfrage ist da: „Schon im Dezember haben wir gehört, dass das Auto zu selten verfügbar sei“, sagt Weiß. Ein Glücksfall sei es gewesen, als das Hotel Luitpold am See auf die Firma Überall zugekommen sei. Ein baugleicher Renault Zoe werde dort für Dienstfahrten genutzt, sei aber nicht ausgelastet. „Wir haben uns das angeschaut und seit Mai haben wir dort nun einen zweiten Standort mit einem zweiten Auto“, sagt Weiß. Auch eine eigene Ladestruktur gebe es dort. „Aber eigentlich bräuchten wir schon wieder ein drittes Auto“, sagt Weiß.

An eine Kooperation mit „Rosi“, dem Ruftaxi im südlichen Landkreis Rosenheim, denkt Frank Billert. Er würde das Modell gerne mit Carsharing koppeln und weitere Autos anbieten. Auch Elektroroller, auf denen man sitzt, keine kleinen E-Scooter, sowie E-Lastenfahrräder könnte sich Billert vorstellen. Konkrete Pläne gibt es dazu noch nicht seitens des Marktgemeinderats. Die Themen Verkehr und Energie, da sind sich alle einig, werden in der nächsten Zeit aber sicherlich noch relevanter.

So geht das Priener Carsharing

Um das Priener Carsharing-Auto nutzen zu können, müssen sich Interessenten zunächst online registrieren. Ein Link sowie ein QR-Code sind auf der Internetseite der Marktgemeinde zu finden.

Im zweiten Schritt müssen Nutzer dann die App „MOQO“ herunterladen. Damit alles auch seine Richtigkeit hat, müssen künftige Fahrer ihren Führerschein im Rathaus validieren lassen. Dies ist entweder im Einwohnermeldeamt oder online möglich. Per App kann dann eine Fahrt gebucht werden.

Statt mit dem Schlüssel wird das Auto dann mit dem Smartphone geöffnet, und der ersten Fahrt steht nichts mehr im Wege. Fünf Personen passen in den Renault Zoe, der eine Reichweite von 350 Kilometern hat. Eine Stunde kostet 2,50 Euro, der Tagestarif liegt bei 29 Euro. Für ein Wochenende werden 59 Euro fällig. Ein Kilometer kostet zusätzlich 19 Cent.

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