Priener Abiturientin hilft bei Reittherapien für behinderte Kinder in Neuseeland

Die 18-jährige Paulia Tesarz hat gerade am Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien ihr Abitur gemacht.

Nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, das machen viele. Sich nach dem Abitur sich sozial zu engagieren, machen auch noch so einige. Aber bei Reittherapien für behinderte Kinder und Jugendliche im neuseeländischen Tauranga am anderen Ende der Welt mitzuarbeiten, das machen wohl nur die wenigsten.

Von Elisabeth Kirchner

Prien –Dabei hatte die 18-jährige Paulina Tesarz vom Priener Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) anfangs gar nicht so etwas Aufregendes geplant.

Dass sie nach dem Abitur am LTG ins englischsprachige Ausland wollte, habe sie schon lange gewusst, erzählt sie im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Und dass es was mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben sollte.

Erfahrung aufeinem Reiterhof im Chiemgau

Zuerst dachte sie an eine Arbeit als Aupair, aber irgendwann habe sie gemerkt, dass sie „was Sinnvolles“ tun und sich im größeren Stil sozial engagieren wolle. Erste Erfahrungen, die ihr in Neuseeland helfen können, hat Tesarz schon gesammelt. So absolvierte sie ein Praktikum bei einer Logotherapeutin und arbeitet auf einem Reiterhof mit.

Ob sie später Sozialwesen studieren wolle, könne sie aber jetzt noch nicht abschätzen. Erst mal wolle sie Ideen und Anregungen für den weiteren Lebensweg sammeln.

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Sie freue sich schon sehr auf ihren Einsatz, erklärt die Abiturientin. In Tauranga (der Distrikt und die gleichnamige Stadt liegen im westlichen Teil der Bay of Plenty auf der Nordinsel, die nördliche Stadtgrenze ist der Pazifische Ozean) soll sie sich zusammen mit anderen Freiwilligen bei Reittherapien auf einem sech Hektar großen Reiterhof um behinderte Kinder und Jugendliche kümmern.. Betrieben wir der Hof von der RDA (Riding for the Disabled), einer landesweiten Organisation. Dabei gehe es nicht nur um die Therapie an sich, sondern auch darum, dass diese Kinder Freude im Alltag erfahren. Zusätzlich sei sie auch für die Versorgung der 18 Therapie-Pferde zuständig, erklärt Tesarz.

Für sie selbst bringe der Job viel: Sie lebe und arbeite in einer englischsprachigen Umgebung und gleichzeitig bekomme sie Selbstständigkeit und Erfahrung im Umgang mit Behinderten vermittelt.

Man müsse für den Job nicht reiten können. Als Zehnjährige sei sie das letzte Mal geritten. Das Reiten sei für sie eher zweitrangig, betont Tesarz. Der Freiwilligendienst in Neuseeland steht für sie im Vordergrund.

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Auf den Job sei sie bei langen Internetrecherchen gestoßen, erzählt die 18-Jährige weiter. Offiziell wird sie vom Internationalen Bund (IB) entsandt, der im Rahmen seiner Freiwilligenauslandsprogramme jungen Menschen ein vielfältiges Angebot an Einsatzmöglichkeiten in sozialen oder kulturellen gemeinnützigen Einrichtungen weltweit bietet und zu einem großen Teil von der Bundesregierung gefördert wird.

Da aber die entstehenden Kosten nicht vollständig gedeckt werden können, ist Tesarz als Freiwillige auf Unterstützung von Spenderinnen und Spendern angewiesen. Einiges habe sie mittlerweile schon an Geldern gesammelt, berichtet sie. Natürlich verdiene sie sich mit Hilfsjobs auch ein bisschen was dazu. Aber wenn sie noch etwas mehr an finanzieller Unterstützung bekäme, würde sie das sehr freuen, gesteht sie lächelnd.

„Wir wissen, dass wir fliegen, aber nicht wann“

Eigentlich wollte sie im September nach Neuseeland aufbrechen. Zusammen mit der gleichaltrigen Jesina aus Hamburg sollte sie in Tauranga arbeiten, doch wegen Corona liegen die Reisepläne derzeit auf Eis. „Wir wissen, dass wir fliegen, aber nicht wann.“

Seit den 1990er Jahren hat der Internationale Bund (IB) Erfahrung im Bereich der Freiwilligendienste im Ausland und kooperiert mit vielen Partnern weltweit. Gesetzlich geregelte Freiwilligendienste im Ausland werden zum Teil durch die Bundesregierung gefördert, aber die entstehenden Kosten können dadurch nicht vollständig gedeckt werden.

Der Fehlbetrag für die rund 80 Freiwilligen pro Jahr beläuft sich auf durchschnittlich 2800 Euro für einen einjährigen Freiwilligendienst. Diese Dienste im Ausland sind vor allem Lern- und Bildungsdienste und dienen dazu, das globale Dorf erlebbar zu machen.

Mehr Informationen unter www.ib-freiwilligendienste.de und weitere Informationen zum RDA-Reiterhof in Tauranga unter

http://www.taurangarda.co.nz/

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