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Sanierungsbedarf nach über 20 Jahren

Prienavera-Erlebnisbad muss wegen Umbau drei Monate schließen

„Special Effect“ unterm Muscheldach: Im Frühjahr hatte ein renommierter Bäderexperte für einen Vortrag im Auftrag des Bundesumweltamtes mit künstlichem Nebel die Luftströme im Prienavera untersucht.
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„Special Effect“ unterm Muscheldach: Im Frühjahr hatte ein renommierter Bäderexperte für einen Vortrag im Auftrag des Bundesumweltamtes mit künstlichem Nebel die Luftströme im Prienavera untersucht.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Als wären die Corona-Lockdowns nicht genug gewesen: Voraussichtlich nach den Sommerferien 2022 muss das Prienavera drei Monate lang geschlossen werden. Grund sind umfangreiche Modernisierungsarbeiten. Das Erlebnisbad kommt in die Jahre.

Prien –Die gute Nachricht für Schwimmer und andere Wasserratten vorab: Trotz jährlichen Defiziten und Sanierungsbedarf in Millionenhöhe wird am Betrieb des Familienbads Prienavera am Chiemseeufer grundsätzlich nicht gerüttelt. „Dann hätten wir ja für Schulkinder fast gar nichts mehr für den Schwimmunterricht“, stellt Priens Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung klar. Nur im BernaMare im Nachbarort Bernau könnten Mädchen und Buben dann noch schwimmen lernen. Friedrich fügt hinzu, dass das Prienavera als Schlechtwetter-Alternative für Touristen immens wichtig sei.

Prien zahlt jährlich über zwei Millionen Euro

Über zwei Millionen Euro schießt der Markt Prien Friedrich zufolge jedes Jahr allein für den Betrieb des Bades zu. Wenn dann auch noch ein Lockdown kommt, wirds noch teurer, obwohl dann auch laufende Kosten, zum Beispiel für Personal und Wassererwärmung, vorübergehend wegfallen.

Der Defizitausgleich durch die Kommune steckt in der Summe, die der Markt Prien an seine 100-prozentige Tochter, die Chiemsee Marina GmbH (ChiMa), überweist. Sie betreibt das Bad und den Sportboothafen Stippelwerft nebenan.

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Während des Lockdowns heuer im Frühjahr sorgte die Priener Feuerwehr an einem Vormittag für „special effects“ im Prienavera. Sie blies künstlichen Nebel in die Schwimmhalle. Stefan Mersmann war eigens aus Westdeutschland angereist, um mit acht Kameras genau zu dokumentieren, wie der Nebel unter dem Muscheldach wabert.

Bäderexperte Stefan Mersmann dokumentierte die Luftströme im Prienavera mit acht Kameras.

Mersmann gilt als einer der führenden Experten für Bäder in Deutschland und arbeitete damals an einem Vortrag für das Umweltbundesamt. Die Corona-Pandemie hatte auch diese Behörde für Aerosole sensibilisiert, weil diese schwebenden Partikel dem Virus als Transportmittel dienen.

Am Beispiel des Prienavera sollte Mersmann, der in Essen das Planungsbüro bt plan betreibt, aufzeigen, wie Luftströmungen abhängig von Temperaturen und anderen Einflüssen in Hallenbädern funktionieren. Der Test mit der dicken Luft diente aber auch dazu, Planungssicherheit für die Erneuerung der Lüftungstechnik im Prienavera zu gewinnen. Denn die riesigen Anlagen müssen nach mehr als 20 Jahren Dauerbetrieb ausgetauscht werden.

Lüftungstechnik ist dickster Brocken

Die Lüftungstechnik ist der dickste Brocken im Sanierungsplan für das Erlebnisbad. Daneben sollen viele Pumpen und andere technische Elemente ausgetauscht werden., Von 2020 bis 2024 gibt der Markt Prien nach Angaben des Bürgermeisters voraussichtlich rund sieben Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen aus. Kämmerer Alfons Kinne präzisierte auf Anfrage, dass im Haushalt 2022 1,05 Millionen sowie im Finanzplan für die Jahre 2023 und 2024 jeweils 1,5 Millionen Euro für das Prienavera reserviert sind. Weitere 2,25 Millionen Euro hatte die Kommunalpolitik in den vergangenen Jahren schon reserviert, sie wurden nur noch nicht ausgegeben.

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Das liegt auch daran, dass der Markt Prien sehr lange nicht wusste, wann und in welchem Umfang Zuschüsse der öffentlichen Hand fließen. Der Bürgermeister kann sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung München nicht verkneifen. Seit 2019 habe der Markt Prien gewartet und erst in diesem Herbst sei der vorzeitige Maßnahmenbeginn bewilligt worden. „Wir wissen bis heute nicht, wie hoch die Förderung ausfällt“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Lüftungsanlagen werden ausgetauscht

Die Auswertung von Mersmanns Nebel-Experimenten ergab laut ChiMa-Geschäftsführer Dirk Schröder, dass die Planer beim Bau des Prienavera in den späten 1990er Jahren in Sachen Be- und Entlüftung sehr gut gearbeitet hätten, freute er sich im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Das heißt, dass auf der bisherigen Planung für die Modernisierung aufgebaut werden kann.

Eine der fünf riesigen Lüftungsanlagen wurde bereits erneuert, die vier anderen sollen in einem Rutsch ausgetauscht werden. Dafür werde das Bad voraussichtlich nach den Sommerferien 2022 und der Abreise der Touristen für drei Monate geschlossen, kündigt der ChiMa-Geschäftsführer an. Die Arbeiten seien zu aufwendig, um sie bei laufendem Betrieb durchführen zu können.

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