Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Sturm aufs Gebäude fällt aus

Zeichen der Hoffnung am 11. 11: Prienarria eröffnet Fasching wegen Corona unter freiem Himmel

Bürgermeister Andreas Friedrich übergibt den Rathausschlüssel symbolisch an das Kinderprinzenpaar Antonia I. und Markus I., die von der Garde flankiert werden.
+
Bürgermeister Andreas Friedrich übergibt den Rathausschlüssel symbolisch an das Kinderprinzenpaar Antonia I. und Markus I., die von der Garde flankiert werden.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
    schließen

Frisch getestet ist die Prienarria in kleiner Besetzung am Donnerstag um 11.11 Uhr vor dem Rathaus aufmarschiert. Der Sturm ins Gebäude fiel aus, die Gilde eröffnete die Faschingssaison zum ersten Mal unter freiem Himmel. Die Prienarria wollte in den belastenden Corona-Zeiten ein Zeichen der Hoffnung setzen.

Prien– „Wir wollen den Leuten in dieser schweren Zeit ein bissl Spaß bringen.“ Hans Koch, Vizepräsident der Priener Gilde, sprach aus, was allen Beteiligten am Herzen lag. Die Prienarria hat am Donnerstag ausnahmsweise vor dem Rathaus und nicht im großen Saal die Faschingszeit eingeläutet. Bis zum Mittwochabend hatten Präsident Pius Graf und seine Mannschaft hin und her überlegt und sich dann entschieden, mit der Premiere unter freiem Himmel ein Zeichen der Hoffnung auf bessere Zeiten zu setzen.

Zum ersten Mal seit zwei Jahren zeigte die Prienarria-Garde vor dem Rathaus einen Marsch.

Alle Aktiven waren am Donnerstagmorgen negativ getestet worden, betonte Graf bei der Begrüßung auf dem schattigen Rathausplatz. Die Veranstaltung war nicht öffentlich angekündigt worden, deshalb war die Zuschauerzahl überschaubar und das Publikum hatte genug Platz, Abstände einzuhalten.

„Corona lasst uns ned nei“

„Wir können das Rathaus nicht übernehmen, weil uns Corona ned nei lasst“, sagte Graf. Die aktuelle Lage sei „ganz bitter für alle, die ganz viel trainiert und Energie reingesteckt haben“. Ob die drei Priener Garden Anfang 2022 ihre Tänze zeigen können, weiß derzeit niemand. Der Vorstand habe entschieden, Veranstaltungen entweder nach den 3G+-Regeln oder gar nicht durchzuführen, um niemanden auszugrenzen.

Schon im Vorjahr musste die komplette Saison mit allen Bällen wegen der Pandemie abgesagt werden. Das erwachsene Prinzenpaar trat nie an die Öffentlichkeit, sondern gab nur am 11.11. ein anonymes Interview in der Chiemgau-Zeitung.

Heuer hat die Prienarria in der Vorbereitung von Anfang an nur ein Kinderprinzenpaar ausgesucht. „Wir wollen den Verein nicht an die finanziellen Grenzen führen“, erklärte der Präsident, weil schon die festliche Ausstattung eines Prinzenpaares Geld kostet.

Deshalb standen Prinzessin Antonia I., tanzende Regentin aus dem Reich der Lüfte, und seine Hoheit Prinz Markus I., Herrscher aus dem Reich von Wind und Wellen am Donnerstag im Mittelpunkt. Antonia Bäuml ist noch 13 und besucht das Ludwig-Thoma-Gymnasium. Ihre Hobbies sind Reiten, Akrobatik und Cheerleading. Markus Baumgartner ist gerade 14 geworden, geht auf die kommunale Realschule Prien, segelt gern und ist bei der Wasserwacht aktiv. Ihm liegt der Fasching besonders im Blut, Papa Andi Baumgartner ist Ehrenpräsident der Prienarria, Mama Sonja trainiert seit vielen Jahren die Kinder- und Jugendgarden. Um das Tanztraining von Antonia und Markus kümmert sich Bernd Ziegler, der andere Ehrenpräsident. Beide Kinder-Tollitäten sind geimpft, seit sieben Jahren aktiv in der Kindergarde und trainieren seit etwa vier Wochen. Für eine Kostprobe ihres Walzers ernteten sie vor dem Rathaus großen Beifall.

Lesen Sie auch Freude über Wiedereröffnung des König Ludwig-Saals in Prien: „Jetzt endlich repräsentativ“

Egal wie – in der Faschingssaison Anfang 2022 werden die Priener sie tanzen sehen können, versprach Prinzen-Mutter und Tanztrainerin Sonja Baumgartner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Vielleicht tanzen die Tollitäten dann in Livesession im Internet. Jetzt hoffen aber alle noch darauf, dass die Zahlen runtergehen“, sagte Prinz Markus. Der König Ludwig Saal ist für alle Fälle und Bälle jedenfalls reserviert. „Wenn da nichts möglich ist, müssen uns die Leute eben im Sommer aushalten“, deutete Sonja Baumgartner augenzwinkernd an. Denn die Prienarria will 2022 auf jeden Fall ihr 30-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung feiern, versicherte Präsident Graf. „Wir stehen in den Startlöchern.“

Riesenapplaus bekam vor dem Rathaus auch die Garde für ihren neuen Marsch. Die zehn jungen Damen hatten zuvor bei der Vorstellung der Protagonisten durch Hofmarschall Markus Obermayer mit strahlendem Lächeln trotz einstelliger Temperaturen in ihren dünnen Kostümen unbeirrt Spalier gestanden.

Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), geimpft und vor der symbolischen Schlüsselübergabe zusätzlich negativ getestet, wie er betonte, zeigte sich im „Zwiespalt zwischen Infektionsschutz und dem Wunsch, dass sich etwas rührt“ im Ort, „froh und dankbar, dass ihr ein verantwortungsvoller Verein seid. Ich hoffe, dass a bissl was geht“, blickte er voraus in den Januar und Februar. Obwohl „meine Tanzkünste eigentlich gar nicht existent sind“, ließ sich Friedrich zu ein paar Walzerrunden mit Gardemajor Magdalena Berka überreden.

Wann und wo in Prien wieder bei einem Prienarria-Ball getanzt werden darf, weiß niemand. „Wir versuchen alles möglich zu machen, um im Fasching 2022 etwas auf die Beine zu stellen und werden unter den dann gegebenen Rahmenbedingungen Veranstaltungen kurzfristig organisieren“, versprach Präsident Graf abschließend.

Kommentare