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Marktgemeinde und Polizei bemühen sich um Schadensbegrenzung

Zerstörung ohne Ende: In Prien wüten immer wieder Vandalen

Christian Niedermayer, Mitarbeiter der Prien Marketing GmbH, inspiziert Schäden an der Bahnhof-Toilette – hier ein eingeschlagenes Fenster.
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Christian Niedermayer, Mitarbeiter der Prien Marketing GmbH, inspiziert Schäden an der Bahnhof-Toilette – hier ein eingeschlagenes Fenster.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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In Prien ist man ratlos. Die drei öffentlichen Toiletten in der Marktgemeinde sind inzwischen alle 14 Tage das Ziel von Randalierern. Die Polizei sieht nicht tatenlos zu.

Prien – Vandalismus nimmt in Prien zu. Alleine heuer musste die Prien Marketing GmbH (PriMa) schon 5000 Euro ausgeben, um die Schäden an den öffentlichen Toiletten am Bahnhof, am Wendelsteinplatz und im Eichental zu beheben. Das berichtete PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner dem Tourismus-Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus. Ein Beschluss war nicht notwendig.

Zwei Verdächtige nach Tennisheim-Randale

Fast jede Woche seien die öffentlichen Toiletten „Schauplatz für Vandalismus“, berichtete Hübner. Schon im August vergangenen Jahres hatte die Priener Polizei „null Toleranz“ und stärkere Kontrollen angekündigt. Randalierer hatten das Priener Tennisheim verwüstet. Die Polizeiinspektion (PI) Prien konnte damals verdächtige Täter ausmachen und übergab die Ergebnisse ihrer Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft; das Verfahren läuft derzeit noch, berichtet die PI-Leiterin, Erste Polizeihauptkommissarin Karin Walter auf aktuelle Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Sie bestätigt die Wahrnehmung Hübners, dass die Zerstörungswut zugenommen habe. „Vandalismus ist definitiv ein Problem, nicht nur in Prien, sondern auch in den umliegenden Gemeinden“, sagt sie. „Wir haben das Gefühl, dass Corona das Leben der Menschen in den vergangenen beiden Jahren gedeckelt hat und jetzt sind wieder alle voller Energie draußen und unterwegs.“

Und das hinterlässt zum Teil ganz offensichtliche Spuren, die auf Kosten der Allgemeinheit wieder bereinigt werden müssen. PriMa-Chefin Hübner sagte jedenfalls im Tourismus-Ausschuss, dass die öffentlichen Toiletten in Prien im ein- bis zweiwöchentlichen Rhythmus beschädigt würden. „Das Eichental ist am häufigsten betroffen, über Ostern wurde auch die Bahnhofstoilette verwüstet“, so ihre negative Bilanz. Die 5000 Euro – finanziert aus Steuermitteln und somit von jedem Einzelnen – seien für den Kauf neuer Spiegel, Toilettenbrillen, für zusätzliche Reinigungskosten und weiteres angefallen.

Jugendliche rühmen sich auf Social Media

Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) machte in der Sitzung unmissverständlich und mit deutlicher Warnung im Ton klar: „Jede Zerstörung wird zur Anzeige gebracht. Die Polizei nutzt bei ihren Ermittlungen alle Möglichkeiten aus.“ Unter anderem auch die Recherche auf sozialen Netzwerkkanälen, „wo sich Jugendliche rühmen, wie schnell sie eine Kloschüssel abbauen, ‘raustragen und zerdeppern können“.

Die Klobrille wird auch gerne abgerissen.
So hinterließen die Unbekannten die Vorrichtung fürs Klopapier im Eichental.

Ulrich Steiner (Grüne) verwies auf die „immer wieder unangemeldeten Feste“ im Eichental. Er wollte wissen, ob aufgefallen sei, dass Verwüstungen damit zusammenhängen oder ob die Vorfälle davon unabhängig seien. Friedrich erklärte, dies sei gemischt.

Schäden mittlerweile im 14-Tage-Rhyhtmus

Hübner betonte jedenfalls, dass heuer „viel mehr als in den Jahre vorher“ passiert sei. Das, was heuer schon vorgefallen und an Kosten für die Reparaturen angefallen sei, sei normalerweise erst nach einem Dreivierteljahr erreicht. Vorfälle gab es laut ihren Schilderungen bislang zum Beispiel nach Schulpartys, übers Jahr zudem ungefähr drei Ausreißer. „Mittlerweile passiert das aber im 14-Tage-Rhythmus.“

Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Grüne) fragte, ob dies im Zusammenhang mit Drogendelikten stehen könnte, die ihres subjektiven Eindrucks nach in Prien stark zugenommen hätten. Hübners Antwort darauf: „Das kann ich nicht beurteilen. Da müsste man die Putzfrau fragen, ob sie an Ort und Stelle entsprechende Utensilien gefunden hat.“ Bürgermeister Friedrich ergänzte: „Der Hausmeister hat in dieser Richtung nichts gesagt.“

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Die Priener Polizeichefin Karin Walter jedenfalls betont gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben den Vandalismus auf dem Schirm.“ Sie räumt ein, dass es schwierig sei, tätig zu werden: „Es gibt Stellen, von denen wir wissen, dass sich dort öfter Jugendliche treffen. Wir kontrollieren und nehmen die Personalien auf. Aber die Taten sind letztlich schwer nachzuweisen.“ Davon abgesehen müsse es nicht so sein, dass Jugendliche die Verursacher der Schäden seien, nur weil sie sich dort aufhielten.

Ein zerstörter Mülleimer.

Berittene Polizei im Eichental

Die im vergangenen Jahr angekündigten Kontrollen seien mit Unterstützung der Zentralen Ergänzungsdienste aus Rosenheim gemacht worden. Beamte der Reiterstaffel seien zwei Mal durchs Eichental geritten. Und die Erfolgsquote? Dazu Karin Walter: „Wir sind präsent und das zeigt Wirkung. Aber wir können nicht überall sein.“

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