Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Spendenaufruf geht weiter

Ukrainische Priester in Prien: „Krieg und die Not erfordern einen langen Atem“

Ternopil-Besuch in Prien: (von links) Priester Shafran, Kathi Schmid, Fritz Tischner, Priester Firman und Priester Dutchak.
+
Ternopil-Besuch in Prien: (von links) Priester Shafran, Kathi Schmid, Fritz Tischner, Priester Firman und Priester Dutchak.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
    schließen

Seit rund drei Monaten herrscht Krieg in der Ukraine und genauso lange versucht der Helferkreis Ternopil, die Menschen vor Ort zu unterstützen. Bei einem Dank-Abend für die deutschen Helfer erzählen drei ukrainische Priester, welche Herausforderungen sie vor Ort zu bewältigen haben.

Prien/Chiemgau/Ternopil – „Was von Euch kommt, kommt von Herzen und wird bei uns dringendst benötigt. Zur Zeit haben wir allein im Wallfahrtsort Zarvanytsia bei 300 Einwohnern 200 Flüchtlinge und es werden täglich mehr.“ Mit diesen Worten machte Pfarrer Firman auf die kriegsbedingte Notlage in der westukrainischen Diözese Ternopil mit mehr als 250 000 Flüchtlingen aufmerksam, als er zusammen mit seinen Priesterkollegen Dutchak und Shafran kurzfristig zu einem Helferkreis-Treffen in das Priener Trachtenheim extra aus der Ukraine kam.

Dank an die Helfer für das Geleistete

Eingeladen hierzu hatten die Helferkreis-Vorsitzenden Kathi Schmid und Fritz Tischner, um sich für das bisher Geleistete mit einem Abendessen zu bedanken. Der Dank galt neben all den vielen Sach- und Geldspendern vor allem allen Helfern sowie den vielen Personen, Vereinen und Organisationen, die mit speziellen Veranstaltungen, Aktionen und Aufrufen Geldspenden sammeln konnten und sich so an der Finanzierung der Hilfstransporte aus der Chiemgauer Region in den bisherigen drei Monaten seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine beteiligten.

Den drei Priestern aus der Ukraine war es ein Herzensbedürfnis, für die bislang aus dem Chiemgau erfahrene Unterstützung Vergelt´s Gott zu sagen und einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort zu geben.

Hilfe soll weitergehen

Vorsitzende Kathi Schmid freute sich ob des großen Zuspruchs aus den Helferkreisreihen und über den überraschenden Besuch aus Ternopil und sagte eingangs: „Seit mehr als 25 Jahren gibt es enge Verbindungen zur Diözese Ternopil und den dortigen Einrichtungen. War anfangs Hilfe für den Aufbau und die Ausstattung des Priesterseminars erforderlich, trat mit der Zeit die Hilfe für die Ausbildung der Priester im dortigen Priesterseminar in den Vordergrund. Dies zahlt sich nun aus, da diese ehemaligen Seminaristen jetzt in der kirchlichen Verantwortung stehen und wir mit ihnen bestens bekannte und verlässliche Partner zur Seite haben“.

Unmittelbar nach Kriegsbeginn nahm der Chiemgauer Helferkreis Kontakt zu Pfarrer Firman auf und es begann eine riesige Sammel- und Spendenaktion im Priener Feuerwehrhaus. Bislang konnten 12 Fahrzeuge mit Hilfsgütern nach Ternopil gebracht werden. Um all dies von der Verpackung, Lagerung, Verzollung und Fahrt bewältigen zu können, bedurfte es vieler ehrenamtlicher Leute, die nunmehr zum aktuellen Austausch eingeladen wurden.

Bürgermeister bedankt sich

Dabei bedankte sich auch Priens Bürgermeister Andreas Friedrich bei den Priener Vereinen und Bürgern für ihren Einsatz und ihre Großzügigkeit. Angesichts der von den ukrainischen Priestern gezeigten Bild-Eindrücke und der Aufnahmen, die Gemeinderat Johannes Dreikorn von seiner jüngsten Hilfslieferung nach Ternopil mitbrachte, sagte der Priener Bürgermeister, der selbst schon einmal in Ternopil als Helferkreis-Mitglied zu Besuch war: „Wer diese Bilder sieht und human ist, der will helfen.“

Auch fortan – so Kathi Schmid – gehen die Aktionen weiter, denn der Krieg und die Not erfordern einen langen Atem und ein weites solidarisches Herz. Derzeit werden in Zarvanytsja sowie in der Nähe des Priesterseminars einige alte Häuser so hergerichtet, dass noch weitere 70 bis 100 Flüchtlinge und vor allem Kinder Platz finden. Hilfsgüter werden auch demnächst wieder nach Ternopil gebracht. Nach neuesten Informationen ist in der Ukraine kein Salz mehr zu bekommen. Dringend benötigt werden für die nächste Fahrt daher: Salz, Nudeln, Reis, Fleisch-, Wurst- und Fischkonserven, Cornflakes, Toilettenpapier und Waschpulver. Auch Schlafsäcke und Isomatten werden gebraucht.

Mit dem Rad zur Arbeitsstelle

Eine Überraschung gab es beim Danke-Abend im Priener Trachtenheim für Pfarrer Shafran. Nachdem dem Helferkreis bekannt war, dass er vier Kilometer zu seiner Arbeitsstelle hat, nahm Helferkreis-Mitglied Walter Freitag vom Priener Radfahrverein mit dem Priener Christian Hefter von der Firma additive Kontakt auf und dieser erklärte sich spontan bereit, ein Fahrrad zu spenden. Der ukrainische Priester nahm dieses hilfreiche Geschenk natürlich mit großer Freude entgegen, da er sich nun das in der Ukraine sehr schwer zu bekommende und inzwischen sehr teure Benzin für sein Auto sparen kann.

Kommentare