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Polizei ermittelt

Tierquäler unterwegs: Wer tötet Katzen am Priener Dahlienweg?

Kater Chili aus Prien musste sterben, weil ihm ein Unbekannter mit einem Luftgewehr in den Bauch schoss.
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Kater Chili aus Prien musste sterben, weil ihm ein Unbekannter mit einem Luftgewehr in den Bauch schoss.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Am Montag hat ein Unbekannter Kater Chili mit einem Luftgewehr beschossen. Das Projektil des Tiers von Sabine Braun drang bis in den Bauchraum vor. Eine Notoperation scheiterte, Chili starb. Nun ermittelt die Polizei. Und es war wohl nicht der erste Fall verendeter Katzen am Priener Dahlienweg.

Prien – Chili war ein gemütlicher Kater, ein Schmusetiger – daher auch der Name. Am Dienstag jedoch ist das Tier nach einer Notoperation beim Tierarzt verstorben. Der Eingriff förderte zutage, woran das Tier womöglich letztendlich starb. Im Bauch des Katers fand sich das Projektil eines Luftgewehrs.

Kugel im Bauch entdeckt

Sabine Braun und Sylvia Zanier sind alarmiert. Brauns Kater Chili wurde vermutlich am Montag zwischen 15 und 19 Uhr Opfer eines Menschen, der mit einem Luftgewehr auf das Tier schoss. Die Polizei schränkt den Tatzeitraum auf jene vier Stunden ein.

Es sind erste Erkenntnisse der Beamten, nachdem Chilis Eigentümerin Braun den Vorfall zur Anzeige gebracht hat. Auch der Kater von Brauns Nachbarin Sylvia Zanier – Bubi – wurde angeschossen. Das war vor etwa vier Jahren, wie sich Zanier heute entsinnt.

Notoperation scheiterte

In beiden Fällen war für beide Besitzer der Tiere gar nicht zu erkennen, dass Gewehrkugeln dafür sorgten, dass es ihre Tiere leiden mussten. Brauns Kater Chili habe sich „heimgeschleppt“ und generell einen komischen Eindruck gemacht, wie die Besitzerin des Tieres berichtet. Erst der Besuch beim Tierarzt brachte zum Vorschein, warum es dem Tier so schlecht ging.

Doch auch der Veterinär habe nicht auf den ersten Blick erkennen können, woher die Beschwerden des Katers rührten. Bei der Untersuchung des Bauches habe der Tiermediziner das Fell an dieser Stelle wegrasiert, anschließend sei die Eintrittswunde des Projektils zu sehen gewesen. Und das Röntgenbild zeigte schließlich ein Luftgewehr-Projektil im Bauchraum des Katers. Das Tier wurde umgehend notoperiert, überlebte den Eingriff jedoch nicht.

Tier muss eingeschläfert werden

Auch bei Sylvia Zaniers Kater Bubi habe sich nicht auf den ersten Blick gezeigt, was dem Tier fehlte, wie Zanier berichtet. In der Tierklinik habe sich erst auf dem Röntgenbild erschlossen, dass sich zwei Kugeln in den Leib der Katze befanden, davon eine im Zwerchfell. Auch Bubi musste diesen Angriff mit seinem Leben bezahlen, der Kater musste eingeschläfert werden, um ihn von seinen Qualen zu befreien.

Braun und Zanier berichten von ähnlichen Fällen, die sich in den vergangenen Jahren am Dahlienweg zugetragen haben sollen. Beide wollen sich mit ihren Geschichten nicht in den Vordergrund drängen, sondern auf die Serie von toten Katzen aufmerksam machen. Deswegen möchten sie auch kein Foto von sich in der Zeitung sehen.

Kein Kavaliersdelikt

Bei der Polizeiinspektion Prien sei hingegen nur der Fall des getöteten Katers Chili Zeit zur Anzeige gebracht worden, wie die Beamten auf Anfrage berichten. Diese hat den Fall inzwischen an die Rosenheimer Dienststelle „Zentrale Einsatzdienste“ (ZED) abgegeben, die in solchen Fällen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetzes ermittelt. Mit diesem droht der Staat jenen, die ein Tier ohne „vernünftigen Grund“ töten, eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren an.

Entsprechend werten die Ermittler beim ZED Fälle wie beim getöteten Chili nicht als Kavaliersdelikt. Auch die Staatsanwaltschaften verfolgten solche Fälle bei entsprechender Beweislage und brächten die Fälle vor Gericht.

Polizei sieht keine Tatserie

Eine Tatserie an wahllos getöteten Tieren sehen die Ermittler in der Region jedoch keine. Sie sprechen von Einzelfällen, die zur Ermittlung auf ihren Tischen landeten. Bei diesen seien sie jedoch insbesondere auf Hinweise aus der Nachbarschaft angewiesen, um den Täter ermitteln und am Ende dingfest machen zu können.

Auch über die Motivlage der Täter können die Beamten maximal spekulieren. Im Zweifel, ist zu hören, liege nahe, von Tierhassern auszugehen. Auch „persönliche Verflechtungen“ könnten ein Grund sein, warum sich Menschen entschließen, Tiere zu töten. Beispielsweise dann, wenn sich deren Hinterlassenschaften auf dem eigenen Grundstück wiederfindet.

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