Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bebauungsplan Goethestraße

Prien stellt neue Regeln für Bebauung von altem Viertel auf

Die farblich gekennzeichneten Bereiche zwischen Carl-Braun und Goethe- sowie Gerhart-Hauptmann- und Jahnstraße sollen in einen neuen Bebauungsplan aufgenommen werden. Die Festsetzungen sollen aber weitgehend den bestehenden Gegebenheiten Rechnung tragen. Zur Orientierung: Die rot markierten Gebäude sind der König Ludwig Saal (links unten) und die Kursana Residenz. Markt Prien
+
Die farblich gekennzeichneten Bereiche zwischen Carl-Braun- und Goethe- sowie Gerhart-Hauptmann- und Jahnstraße sollen in einen neuen Bebauungsplan aufgenommen werden. Die Festsetzungen sollen aber weitgehend den bestehenden Gegebenheiten Rechnung tragen. Zur Orientierung: Die rot markierten Gebäude sind der König Ludwig Saal (links unten) und die Kursana Residenz.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
    schließen

Mit einem neuen Bebauungsplan Goethestraße will die Marktgemeinde die bauliche Entwicklung in dem Viertel in geordnete Bahnen lenken. Mit großer Mehrheit hat der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Aufstellungsverfahren eingeleitet.

Prien – Auslöser für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans Goethestraße war eine informelle Voranfrage zum Bau eines Wohngebäudes. Der Bauausschuss hatte sich im März bei einem nichtöffentlichen Ortstermin von den Gegebenheiten ein Bild gemacht. Bisher liegt das Areal zwischen Carl-Braun- und Goethe- sowie Gerhart-Hauptmann- und Jahnstraße mitten im Gebiet des Bebauungsplans Flugplatz West. Dieser hat die durchlaufende Nummer 3. Der neue Bebauungsplan Goethestraße bekommt die Nummer 105. Das lässt ahnen, wie lange es her ist, dass Regeln zur Bebauung des Viertels erlassen worden sind.

Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) bestätigte auf Nachfrage der Redaktion, dass es im Laufe der Jahrzehnte viele Befreiungen von den Festsetzungen gegeben habe, die den Bebauungsplan „aufgeweicht“ hätten. Für welches Grundstück konkrete Neubauwünsche bestehen, wollte Friedrich nicht sagen.

Lesen Sie auch: Prien hat fast 170 Bewerbungen fürs Einheimischenmodell – aber keine Grundstücke (Plus-Artikel OVB-Online)

Dass die geltenden Regeln im Zweifelsfall vielleicht nicht ganz hieb- und stichfest sind, hatte sich schon 2018 abgezeichnet. Damals hatte das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans Flugplatz West angemeldet.

Das DJH wollte sein 5000-Quadratmeter-Areal für kolportierte drei Millionen Euro an einen privaten Wohnbauinvestor verkaufen. Ursprünglich sollte das Geld für eine neue Jugendherberge investiert werden. Deren Bau ein paar hundert Meter weiter an der Osternacher Straße hatten die Priener aber mit knapper Mehrheit bei einem Bürgerentscheid verhindert. Um die Kontrolle über die bauliche Entwicklung des alten Jugendherbergs-Grundstücks zu behalten, hatte der Markt Prien eine Veränderungssperre erlassen.

Inzwischen ist die neue Bebauung durch einen Rosenheimer Bauträger, der das Areal gekauft hatte, längst genehmigt. Zehn Reihenhäuser werden im Einheimischenmodell vergeben. Außerdem entstehen drei Wohnblöcke. Spatenstich soll im Juni sein, war aus dem Rathaus zu hören.

Lesen Sie auch: Zehn günstige Reihenhäuser für Priener Familien: Pläne für Jugendherbergsareal reifen (Plus-Artikel OVB-Online)

Von solchen Entwicklungen ist man im neuen Bebauungsplangebiet Goethestraße noch weit entfernt.

Die Festsetzungen sollen sich laut Bauamtsleiter Thomas Lindner weitgehend an den bestehenden Gegebenheiten orientieren, zum Beispiel bezüglich der Zahl der erlaubten Vollgeschosse. Der Großteil des Areals soll als Wohngebiet definiert werden, lediglich der Teilbereich östlich der Jahnstraße, wo die Bäckerei Müller beheimatet ist, wird als Mischgebiet ausgewiesen.

Für Annette Resch (CSU) bietet sich das Gebiet für eine „vorsichtige Nachverdichtung“ an. Sonja Werner wollte für die Grünen lieber zunächst ein städtebauliches Gesamtkonzept für das Viertel um die Carl-Braun-Straße. Sie argwöhnte, dass sich Verkehrs- und Nahversorgungssituation verschlechtern werden. Diese Befürchtung teilte Zweiter Bürgermeister Michael Anner (CSU) nicht. „Es wird da nicht massiv bebaut, wir ordnen nur ein bestehendes Gebiet.“

Lesen Sie auch: Gemeinderat geht auf Nummer sicher (Plus-Artikel OVB-Online)

Julia Niemeyer (BfP) teilte die Bedenken der Grünen. Sie mahnte zudem an, Wohnraum für diejenigen zu schaffen, „die schon da sind“. Angela Kind (Grüne) hatte Prien zuvor zum „Tummelplatz von Investoren“ erklärt, die vornehmlich teure Eigentumswohnungen für Auswärtige bauen.

17:6 Stimmen für neuen Plan

Peter Fischer (ÜWG) hielt die angestrebte Nachverdichtung für eine gute Lösung und zeigte sich überzeugt, dass ein Teil der Häuser im definierten Gebiet in absehbarer Zeit abgerissen und dann neue nach den Vorgaben des Bebauungsplans Goethestraße gebaut werden, weil die alten Häuser energetisch nicht mehr zu sanieren seien.

Am Ende stimmten 17 Räte für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans, die fünf Grünen-Räte und Sepp Schuster (AfD) dagegen. Die Marktgemeinde wird jetzt zunächst mit Planungsbüros Kontakt aufnehmen, damit ein Entwurf entwickelt wird.

Mehr zum Thema

Kommentare